Tochter missbraucht: Polizist zu 7,5 Jahren Haft verurteilt
Nicht rechtskräftig
Ein 52-jähriger Polizist aus dem Nordburgenland wurde am 24. November 2025 zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Er soll seine Tochter mehrfach sexuell missbraucht haben.
Der Angeklagte bestritt die Missbrauchsvorwürfe bis zum Schluss des Prozesses.
© BVZ/Kirchmeir
Die sexuellen Übergriffe sollen begonnen haben, als die 2009 geborene Tochter des Polizisten sechs Jahre alt war. Vor rund einem Jahr erstattete die Jugendliche Anzeige gegen ihren Vater. Am ersten Prozesstag im Oktober 2025 hatte sich dieser nicht schuldig bekannt. Die Verteidigung zog die Glaubwürdigkeit der Tochter in Zweifel.
Am 24. November wurde der Prozess fortgesetzt. Befragt wurde ein 16-jähriger früherer Schulkollege der Tochter des Angeklagten. „In der vierten Volksschulklasse kam mir zu Ohren, was sie machen musste“, berichtete er. Das habe er von mehreren Klassenkollegen gehört. Von sexuellen Handlungen sei die Rede gewesen. Später habe ihm das Mädchen selbst von Übergriffen durch den Vater erzählt.
„Als ich es von ihr hörte, war ich schockiert“, sagte der Zeuge. „Ich sah ihr an, dass es stimmt.“
Den Schöffen wurde die schonend durchgeführte und auf Video aufgezeichnete Einvernahme der Tochter des Angeklagten vorgespielt. Eine Sachverständige für Psychologie erläuterte ihr Gutachten zur Glaubwürdigkeit der Jugendlichen.
Verteidiger Florian Astl hatte eine Privatsachverständige beigezogen, die kritische Fragen zu dem eingeholten Gutachten stellte. „Wir haben beantragt, ein weiteres Gutachten einzuholen, weil wir der Meinung sind, dass das vorliegende Gutachten unvollständig und mangelhaft ist“, so der Anwalt des Angeklagten. Dieser Antrag sei jedoch vom Schöffensenat abgelehnt worden.
Der Angeklagte wurde wegen des schweren sexuellen Missbrauchs seiner Tochter schuldig gesprochen und zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. An das mutmaßliche Opfer muss er 4.000 Euro bezahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Verteidigung prüft derzeit, ob ein Rechtsmittel eingebracht wird.
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