Warum ein Hotelier aus Eisenstadt Roboter vertreibt

Roboter in der Gastro

Ein Hotelier aus Eisenstadt baut neben dem Gastgewerbe ein weiteres Geschäft auf. Michael Novak vertreibt mit seinem Unternehmen „Simply Robotic“ Serviceroboter und Reinigungsroboter für Hotels, Gastronomiebetriebe, Krankenhäuser und andere Einrichtungen. Besonders groß ist derzeit die Nachfrage nach Reinigungsrobotern.

Von Daniel Freismuth

Servierroboter bringt das bestellte Essen zum Gast an den Tisch.

Servierroboter bringt das bestellte Essen zum Gast an den Tisch.

© Foto: zVg. Pudu Robotics

Sie bringen Speisen an den Tisch, transportieren schwere Lasten oder reinigen große Bodenflächen selbstständig. Was vor wenigen Jahren noch futuristisch wirkte, gehört inzwischen in manchen Betrieben zum Arbeitsalltag. Auch in Österreich halten Serviceroboter und Reinigungsroboter zunehmend Einzug in Hotels, Restaurants und Gesundheitseinrichtungen.

Einer, der diese Entwicklung nicht nur beobachtet, sondern mitgestaltet, ist Michael Novak. Während der Eisenstädter als Betreiber des Parkhotels und des Restaurants „Cucina Nostra“ bekannt ist, hat er sich in den vergangenen Jahren ein zweites Standbein aufgebaut. Mit seinem Unternehmen „Simply Robotic“ vertreibt er Roboter für Gastronomie, Krankenhäuser, Pflegeheime und Lagerbetriebe.

Der Weg dorthin begann allerdings nicht erst mit der Gründung seines Unternehmens. „Ich bin ursprünglich Nachrichtentechniker. Schon vor Corona ist die Idee aufgekommen, dass es im Gastronomiebereich viele Roboter gibt und wir uns das einmal anschauen sollten“, erzählt Novak. Daraufhin nahm er Kontakt mit dem chinesischen Hersteller Pudu Robotics auf.

Das Unternehmen hat seinen Sitz in Shenzhen, einer Millionenstadt im Süden Chinas, die als eines der bedeutendsten Technologiezentren des Landes gilt. „In Shenzhen mit rund 18 Millionen Einwohnern sind viele der großen Tech-Unternehmen zuhause. Pudu Robotic ist dort Marktführer im Bereich der Servicerobotik“, erklärt Novak.

Aus den ersten Kontakten entwickelte sich inzwischen ein österreichweites Vertriebsnetz. Neben dem Direktvertrieb baut Novak die Reichweite seines Unternehmens kontinuierlich aus. „Wir haben derzeit sieben bis acht Vertriebspartner, die unsere Robotermarke verkaufen. Wir selbst kaufen die Geräte direkt beim Hersteller in China ein und fungieren sozusagen als Großhändler.“

Das Sortiment reicht von Servierrobotern für Restaurants über Transportroboter mit einer Tragkraft von bis zu 600 Kilogramm bis hin zu Reinigungsrobotern. Je nach Modell kosten die Geräte zwischen 9.000 und 30.000 Euro. Die Reinigungsroboter können kehren und aufwischen sowie Flächen von bis zu 1.000 Quadratmetern selbstständig reinigen.

Im Mittelpunkt steht für Novak jedoch nicht der Ersatz von Arbeitskräften, sondern ihre Unterstützung. „Die Roboter sollen größere Putzflächen übernehmen, während sich die Beschäftigten auf jene Aufgaben konzentrieren können, bei denen der Mensch klar im Vorteil ist – etwa beim Reinigen von Armaturen, Türschnallen oder anderen schwer zugänglichen Bereichen.“

Entsprechend prüft er vor jedem Verkauf, ob sich der Einsatz im jeweiligen Betrieb überhaupt lohnt. Die Geräte vertreibt sein Unternehmen an Hotels, Gastronomiebetriebe, Lagerunternehmen, Krankenhäuser und Pflegeheime. „Eine Fläche unter 500 Quadratmetern macht wirtschaftlich meist wenig Sinn. Denn die Roboter müssen sich frei bewegen können. Wenn ein Lokal sehr verwinkelt ist, zahlt sich das nicht aus.“

Dass die Technik bereits in unterschiedlichen Bereichen angekommen ist, zeigen mehrere Beispiele. Ein Röntgeninstitut in der Region nutzt Reinigungsroboter. Hotels in Stegersbach setzen Servierroboter zum Abräumen ein. Ein Hotel an der Grenze zur Steiermark arbeitet sowohl mit Servier- als auch mit Reinigungsrobotern.

Besonders stark wächst derzeit die Nachfrage nach Reinigungsrobotern. „Mehr als die Hälfte aller Anfragen sind Reinigungsroboter. Hier sehen wir aktuell die stärkste Nachfrage“, sagt Novak.

Mit dem Vertrieb allein möchte es Novak nicht belassen. Auch im eigenen Betrieb soll die Technik künftig stärker zum Einsatz kommen. Im Restaurant des Parkhotels sollen ein oder zwei Tische eingerichtet werden, an denen ein Roboter den gesamten Bestell- und Serviceablauf übernimmt. Die Bestellung soll vollständig digital erfolgen. Gäste scannen dazu einen QR-Code, bestellen und bezahlen direkt mit dem Smartphone oder beim Roboter.

Auch darüber hinaus denkt Novak an den nächsten Entwicklungsschritt. Geplant ist ein Test mit einem Kochroboter. „Dieser kann gleichzeitig acht Induktionspfannen bedienen und frische Gerichte innerhalb von drei bis fünf Minuten zubereiten.“