Die Pfarren St. Margarethen, Oggau, Rust und Mörbisch werden seit September in einem gemeinsamen Seelsorgeraum geführt. Im Gespräch mit Daniel Freismuth (BVZ) erklären der neue Pfarrleiter und die Sekretärin des neuen Seelsorgeraums, welche Veränderungen und Vorteile der Seelsorgeraum mit sich bringt.
Zur „Absicherung des Sees“: Weichschlamm- und Altschilf entfernt
Seemanagement-Bilanz
Die Seemanagement Burgenland GmbH zog Bilanz über die Maßnahmen - Entschlammung und Schilfschnitt - am Neusiedler See im vergangenen Winter.
Zusammenarbeit. Seemanagement-Geschäftsführer Erich Gebhardt, Purbachs Bürgermeister Harald Neumayer und Landesrat Dorner (v.l.) stellten auch die wichtige und gute Zusammenarbeit alles Beteiligten fest.
© Furtner-Janisch
Seit 2022 werden am Neusiedler See Maßnahmen wie Schlammabsaugen oder Schilfschnitt, durchgeführt. Nun zogen Landesrat Heinrich Dorner und Seemanagement-Geschäftsführer Erich Gebhardt in Purbach Bilanz über die Arbeitssaison 2025/26. Von Anfang Oktober bis Ende April werden im Zuge der Arbeiten Schlamm abgesaugt und Schilf zurückgeschnitten. Dabei wurden auch Kanäle, Dalbenstraßen und Häfen von Schlamm befreit.
In zwölf der 14 am See liegenden Gemeinden wurden die Arbeiten an 25 Standorten durchgeführt. „Insgesamt wurden rund 60 Kubikmeter Weichschlamm aus dem See entfernt, etwa 10 Kilometer der Schilfkanäle ertüchtigt und dabei rund 10.000 Kubikmeter Altschilf entfernt“, lässt Gebhardt wissen.
Investitionen in neue Gerätschaften, Absetzbecken und Vermessungstechniken
Um diese Arbeiten durchführen zu können, wurde auch in Gerätschaften investiert und der Maschinenfuhrpark erweitert, halten Dorner und Gebhardt fest. Weiters wurden weitere Absetzbecken errichtet. „Ursprünglich gab es ein Becken, mittlerweile gibt es fünf. Fünf weitere sollen in den nächsten Jahren noch errichtet werden“, so Gebhardt. Zusätzlich wurde in Baggersteuerungs- und GPS-Systeme investiert.
Sowohl Schlamm als auch Schilf werden anschließend weiter genutzt. Der abgesaugte Schlamm wird in Absetzbecken gelagert, wo sich der Schlamm absetzt. Dieser wird dann analysiert. Passen hier die Werte, „wird er durch eine Firma abgeholt und auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht“, geht Gebhardt ins Detail.
Der Schlamm enthalte Ammonium, was den Bodenaufbau unterstützeammoniumhaltigen, und wurde daher als „Bodenhilfsstoff“ vom Bund zertifiziert und kann auch von Bio-Betrieben auf den Feldern ausgebracht werden.
Dabei wird mit der Firma und der Landwirtschaftskammer zusammengearbeitet und geklärt, welche Landwirte den Ammonium-haltigen Schlamm brauchen können und angesprochen.
Auch das Schilf wird weiterverwertet. „Der Schilfschnitt wurde versuchsweise in diesem Jahr an eine Biogasanlage geliefert“, so Gebhardt und ergänzt: „Es gibt aber noch viele weitere Ideen, das Schilf zu nutzen.“ Diese seien aber noch in Ausarbeitung.
Gleichzeitig wurden „Schilfkanäle ertüchtigt“, wie Gebhardt erklärt. „So wird die Wasserzirkulation wiederbelebt. Diese Schilfkanäle sind die Lebensadern des Sees und müssen erhalten bleiben“, stellt er weiter fest.
Touristisches Angebot, aber auch die Natur sollen unterstützt werden
Auch auf die Natur wird ein Augenmerk gelegt. Daher investierte man auch in ein Fächerecholot und führte damit verschiedene Vermessungen durch. „Auch die Strömungen wurden analysiert“, so Dorner. So könne man sehen, wo sich Schlamm ansammelt, und entsprechend Maßnahmen setzen, um den Schlamm vor Buchten zu sammeln und leichter abbaggern zu können, so Gebhardt.
Außerdem wurden verschiedene Testflächen und –kanäle angelegt. Auch diese werden „über den Sommer beobachtet und analysiert, um die Zukunft passende Maßnahmen zu entwickeln“, erklärt Gebhardt.
Die Finanzierung erfolgt einerseits durch Beteiligungen der Gemeinden und Betriebe rund um den See. „Im Sommer wird in Gesprächen mit der Seemanagement GmbH geklärt, welche Arbeiten durchgeführt werden. Diese werden im Folgejahr verrechnet“, erklärt Purbachs Bürgermeister Harald Neumayer das Prozedere. Die Kosten liegen bei rund 25.000 Euro im Jahr. Er lobt vor allem die gute Zusammenarbeit und Kommunikation mit dem Unternehmen des Landes.
Zusätzlich werden Förderungen lukriert. „So wurden für die vergangene Saison 75 Prozent der Kosten durch EU-Förderungen finanziert“, stellt Gebhardt fest. Jährlich habe man in etwa Ausgaben von 2,5 Millionen Euro.
Neben all diesen Maßnahmen, die das touristische Angebot - vor allem die Schifffahrt und das Segeln – sicherstellen sollen – ließ Dorner auch wissen, dass im Hintergrund weiterhin an einer Zuleitung in den Neusiedler See und den Seewinkel gearbeitet wird. „In den nächsten Monaten soll es dazu eine Umweltverträglichkeitsprüfung geben“, so Dorner.