CARE-Paket von 1956 als Zeitzeuge im neuen Eisenstädter Stadtmuseum

„Stadtvilla Eisenstadt“

Original erhaltens Care-Paket aus 1956 bereichert die „Stadtvilla Eisenstadt“.

Von Markus Kaiser

Bürgermeister Thomas Steiner holte das historische CARE-Paket persönlich in Wien bei der Organisation CARE Österreich bei Geschäftsführerin Andrea Barschdorf-Hager ab.

Bürgermeister Thomas Steiner holte das historische CARE-Paket persönlich in Wien bei der Organisation CARE Österreich bei Geschäftsführerin Andrea Barschdorf-Hager ab.

© zVg Stadtgemeinde

Am 30. April 2025 wird die „Stadtvilla Eisenstadt“ zur 100 Jahr-Feier der Landeshauptstadt-Werdung Eisenstadts eröffnet. Es soll „das etwas andere Museum“ werden, also Geschichtenarchiv, sondern die Originalvilla in der Pfarrgasse aus dem Jahr 1950 wird eine Zeitreise in die 1950er und 1960er Jahre Eisenstadts.

Die „etwas anderen Museumsstücke“ bestehen auch aus Schenkungen und Leihgaben, ein neues Glanzstück ist seit Jügstem das letzte noch vorhandene CARE-Paket aus 1956 – der Zeit des ungarischen Volksaufstandes und der damit verbundenen Flüchtlingswelle.

Bewegte Geschichte an Burgenlands Grenze

Nach dem Zweiten Weltkrieg spielten die CARE-Pakete aus den USA eine lebensrettende Rolle für viele Menschen in Europa. Auch in Österreich kamen rund eine Million solcher Pakete an, von denen etwa drei Prozent im Burgenland verteilt wurden. Die Pakete, gefüllt mit Nahrungsmitteln wie Fleisch, Schokolade und dem wichtigen Milchpulver, waren für viele Familien eine wertvolle Unterstützung. Besonders Mütter von Babys schätzten das Milchpulver sehr. „CARE“ steht für „Cooperative for American Remittances to Europe“, die CARE-Pakete trugen die Aufschrift: „Gespendet vom Volk der Vereinigten Staaten von Amerika. Darf nicht verkauft oder getauscht werden.”

CARE-Paket von 1956 als Zeitzeuge im neuen Eisenstädter Stadtmuseum

© zVg Care Österreich

1956, während des Ungarnaufstands, erlebte das CARE-Paket eine Wiedergeburt. Rund 200.000 ungarische Flüchtlinge kamen nach Österreich, und das Burgenland, besonders Eisenstadt, stand im Zentrum der Hilfe. In der Beamtensiedlung in der Ignaz Till-Straße wurde ein Sammelzentrum eingerichtet, um die etwa 6.000 Flüchtlinge unterzubringen. CARE verteilte hier Willkommenspakete mit Hygieneartikeln und Schokolade für die Kinder. Insgesamt kamen 36.000 ungarische Flüchtlinge ins Burgenland.

Diese dramatischen Ereignisse legten den Grundstein für den Fortbestand von CARE Österreich, das seither humanitäre Hilfe weltweit leistet.

CARE-Paket von 1956 als Zeitzeuge im neuen Eisenstädter Stadtmuseum

© zVg Care Österreich