Pädagogische Hochschule erinnerte an christlich-jüdische Wurzeln

Tag des Judentums

Anlässlich des „Tags des Judentums“ fand an der Privaten Pädagogischen Hochschule Burgenland ein Kurzsymposium statt, das sich mit der jüdischen Geschichte des Burgenlandes auseinandersetzte. Der Gedenktag, der jedes Jahr am 17. Jänner begangen wird, erinnert an die gemeinsamen Wurzeln von Christentum und Judentum sowie an das Unrecht, das Menschen jüdischen Glaubens in der Vergangenheit erlitten haben.

Von Von BVZ Redaktion

Martin Krenn (PPH Burgenland), Ursula Mindler-Steiner (Historikerin und Professorin an der Universität Graz und der Andrássy Universität Budapest), Universitätsprofessor i. R. Wynfrid Kriegleder, Sabine Weisz (Rektorin der PPH Burgenland) und Lukas Pallitsch (Vorsitzender des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit)

Martin Krenn (PPH Burgenland), Ursula Mindler-Steiner (Historikerin und Professorin an der Universität Graz und der Andrássy Universität Budapest), Universitätsprofessor i. R. Wynfrid Kriegleder, Sabine Weisz (Rektorin der PPH Burgenland) und Lukas Pallitsch (Vorsitzender des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit)

© PPH Burgenland

Im Mittelpunkt standen zwei Vorträge mit starkem Bezug zum Südburgenland. Historikerin Ursula Mindler-Steiner beleuchtete die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Oberwart/Felsőőr, die 1930 gegründet und bereits 1938 gewaltsam aufgelöst wurde. Sie zeichnete den Weg jüdischen Lebens in Oberwart im 19. und 20. Jahrhundert nach und stellte ausgewählte Biographien vor.

Universitätsprofessor Wynfrid Kriegleder widmete sich der literarischen Aufarbeitung des Massakers von Rechnitz, bei dem in der Nacht vom 24. auf den 25. März 1945 180 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter ermordet wurden. Er stellte unter anderem Eva Menasses Roman „Dunkelblum“ in den Mittelpunkt und zeigte, wie Literatur das jahrzehntelange Schweigen über das Verbrechen aufbricht.

Zum Abschluss des Kurzsymposiums, das musikalisch von Ernst Ramsauer und Marlene Schindler von der PPH Burgenland umrahmt wurde, betonte der Vorsitzende des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Lukas Pallitsch, dass es im Dialog zwischen Christen und Juden nicht nur um streng theologische Fragen gehe, sondern um das gemeinsame Bemühen, diese Gesellschaft besser zu gestalten.

„Als pädagogische Hochschule mit einem religionspädagogischen Schwerpunkt ist es uns ein großes Anliegen, unsere tiefe Verbundenheit mit dem Judentum zu betonen, das jüdische Leben zu würdigen und dem historischen Unrecht zu gedenken. Dies entspricht auch unserem Leitbild, das sich an einer christlich-humanistischen Wertetradition orientiert und die unverhandelbare Würde des Menschen in den Fokus stellt“, sagte PPH-Rektorin Sabine Weisz.

Die PPH Burgenland kündigte an, auch künftig mit dem Tag des Judentums einen Beitrag zum Dialog zwischen den Religionen und zu einem besseren gegenseitigen Verständnis leisten zu wollen.