Geduld brauchen Verkehrsteilnehmer in den nächsten Wochen: Entlang der Bahnstrecke zwischen Wulkaprodersdorf und Schützen am Gebirge finden Bauarbeiten statt.
Rumänen verlangten 3.800 Euro für Blechstücke am Dach
Unseriös
Unbekannte waren lästig und verlangten viel Geld für aufgedrängte Leistungen. Pensionistin zahlte 500 Euro und zeigte die Männer danach an.
Um die Reparatur eines Garagendachs ging es bei einem Betrugsversuch durch angebliche Arbeiter.
© Symbolbild: Shutterstock, Oleg Kopyov
Am 12. November 2024 sollten sich zwei rumänische Staatsbürger im Alter von 22 und 36 Jahren vor Gericht verantworten. Die Männer blieben dem Prozess jedoch unentschuldigt fern.
Am Zeugenstuhl nahm jene 84-jährige Frau aus dem Bezirk Eisenstadt Platz, die am 9. April dieses Jahres mit den aufdringlichen „Handwerkern“ zu tun gehabt hatte. Ihrer Aufmerksamkeit ist es zu verdanken, dass die Verdächtigen ausgeforscht werden konnten: Sie hatte das Kennzeichen jenes Autos notiert, mit dem die Männer bei ihr vorgefahren waren.
„Am späten Nachmittag hat es draußen geläutet“, berichtete die betagte Dame vor Gericht. Ein jüngerer Mann, der Deutsch sprach, habe behauptet, dass das Dach bei der Garage am Anwesen der Frau rostig sei und er das „billig reparieren“ würde.
„Ich lehnte ab“, sagte die Pensionistin. Da der Rumäne aber keine Ruhe gab, habe sie gefragt, was er für das Putzen des verglasten Eingangs zu ihrem Haus verlangen würde.
„Der Jüngere sagte: 20 Euro“, so die Frau. Ein zweiter Mann sei aufgetaucht und gemeinsam hätten sie begonnen, die Verglasung zu reinigen. Plötzlich habe der ältere Mann für diese Arbeit aber 20 Euro pro Quadratmeter gefordert. „Ich sagte, nein, nein, nichts“, so die Frau.
„Da fragte der Jüngere, ob er einen Kaffee haben kann“, schilderte sie den weiteren Verlauf.
Männer brachten am Hausdach Blechstücke an
Als sie nach rund einer Viertelstunde mit dem Kaffee wieder aus dem Haus kam, hatten die Männer bei ihrem Hausdach einige schmale Blechstücke angebracht.
„Und sie kamen gleich mit der Rechnung“, berichtete die Pensionistin. 3.800 Euro wollten die Rumänen für diese geringfügige Arbeit. „Ich sagte, für das soll ich so viel zahlen?“, berichtete die Frau. „Und ich sagte, ich habe keinen Auftrag gegeben, deshalb zahle ich nichts.“
Angesichts der geforderten Summe sei sie „wach geworden, dass das ein Betrug ist“. „Das gibt es ja nicht! So viel Geld für so ein bissl! Ich rechne alles um: 3.800 Euro sind fast 50.000 Schilling! Wo war es das wert?“, ärgerte sich die Frau vor Gericht immer noch über die Dreistigkeit der angeblichen Arbeiter.
Aufdringliche Arbeiter wurden aggressiv und forderten Geld oder Schmuck
Als sie nicht zahlen wollte, seien die Männer aber aggressiv geworden. „Der Ältere sagte: Wie viel können Sie zahlen? Ich habe gesagt, ich habe kein Geld“, so die Frau weiter. Daraufhin sei sie von den Männern aufgefordert worden, „Geld von der Bank zu holen“. Auch sei sie nach Schmuck gefragt worden.
Die Männer fuhren weg und kehrten nach zehn Minuten zurück. Da habe sie dem Jüngeren direkt ins Auto 500 Euro gereicht. „Auf die Hand und gemma“, berichtete die Pensionistin. „Ich wollte ihm zuerst nur 400 geben, und er sagte, na, na, alles, alles. Dann ist er schnell weggefahren.“
500 Euro seien für sie viel Geld, sie wolle diesen Betrag unbedingt zurück, so die Frau. Sie habe das Geld damals im April den Männern gegeben, „damit sie gehen“.
Die Männer seien in einem Lieferwagen mit Firmenaufschrift unterwegs gewesen. Der Jüngere habe einen Firmennamen genannt, da habe sie später angerufen und die Auskunft bekommen, dass der Verdächtige dort gar nicht arbeite, sondern nur ab und zu Blechstücke hole.
„Am nächsten Tag erstattete ich Anzeige. Ich hatte mir die Kennzeichennummer aufgeschrieben. Später rief die Polizei an: Wir haben sie schon“, so die Frau.
Österreichischer Dachdecker entfernte Blechstücke wieder
Später beauftragte sie einen österreichischen Dachdecker, das Dach zu kontrollieren. „Er nahm die Blechstücke runter und sanierte das Dach“, berichtete die Pensionistin. Die von den Rumänen behelfsmäßig angenagelten Blechstücke seien „filigran“ gewesen.
Bei der Polizei hatten die Verdächtigen angegeben, dass vereinbart worden sei, das Blechdach der Garage zu streichen und den Rauchfang abzudichten. Eine Stunde lang sei gearbeitet worden, dann habe man als Anzahlung 500 Euro verlangt. Am nächsten Tag hätten sie, so die Verdächtigen bei der Polizei, wiederkommen, die Arbeiten fertig machen und den Restbetrag von 300 Euro verlangen wollen.
„300?“, wunderte sich die Pensionistin. „3.000!“, seien es gewesen. Und es sei keine Rede davon gewesen, dass die beiden Männer wiederkommen wollten.
„Lassen Sie niemanden, den Sie nicht kennen, in Ihr Haus und geben Sie Unbekannten kein Geld“, empfahl die Richterin der Pensionistin.
„Muss ich Angst haben?“, fragte die 84-Jährige. „Nein, machen Sie sich keine Sorgen“, beruhigte sie die Richterin. „Ich werde jetzt 85 Jahre alt und bin das erste Mal am Gericht“, erwähnte die betagte Dame.
Die Angeklagten werden jetzt neuerlich vorgeladen und, wenn es damit nicht klappt, zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben. Der Prozess wurde vertagt.