Familypark-Erweiterung: Ruster Gemeinderat gibt grünes Licht

Vergnügungspark

Nach einer umfangreichen Diskussion beschloss der Ruster Gemeinderat mehrheitlich die Bebauungsrichtlinien für den Familypark.

Von Sigrid Furtner-Janisch

Beschluss. Der Gemeinderat der Freistadt Rust behandelte in seiner jüngsten Sitzung unter anderem die Bebauungsrichtlinien für die Erweiterungspläne des Familypark.

Beschluss. Der Gemeinderat der Freistadt Rust behandelte in seiner jüngsten Sitzung unter anderem die Bebauungsrichtlinien für die Erweiterungspläne des Familypark.

© Furtner-Janisch

Noch vor Beginn der eigentlichen Sitzung wurden die Gemeinderäte des Ruster Gemeinderats von der Initiative „No Disneyland“ vor dem Gasthaus Niki am Hafen begrüßt. Der Grund für ihre Anwesenheit war Punkt 2 auf der Tagesordnung: „Bebauungsrichtlinien Familypark“.

Nachdem der Tagesordnungspunkt im März von der Tagesordnung genommen wurde, weil einige der vereinbarten Maßnahmen zum Verkehrskonzept von den Betreibern des Familyparks noch nicht umgesetzt waren, wurde nun darüber abgestimmt. Auch dieses Mal war das Interesse groß: Das zeigte sich an den vielen Zuhörern, die überwiegend die Initiative „No Disneyland – Rettet das Ruster Hügelland“ unterstützen.

17 Meter voller Unterschriften

Zunächst gab das Forum Zukunft Rust (FZR) eine Erklärung ab, nachdem Gemeinderat Mario Horvath (FZR) sich bei den Initiatoren der Initiative „No Disneyland“ für ihr Engagement bedankt hatte: „Es gibt so rund 550 Rustern eine Stimme, die diese sonst nicht hätten“, betonte er. Viele Ruster würden das Projekt nicht wollen. Damit spielt er auf die Unterschriftenliste an, die Sabine Rieder und Gerhard Triebaumer (zwei der Initiatoren) vor der Sitzung an Bürgermeister Gerold Stagl (SPÖ) übergaben. Diese umfasst mit einer Länge von rund 17 Metern insgesamt 2736 Unterschriften.

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Familypark-Erweiterung: Ruster Gemeinderat gibt grünes Licht
Zeichen. Die Initiative Rust kam wieder mit Rustern und Anrainer aus der Region und brachten eine Unterschriftenliste gegen die Erweiterung mit.

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Familypark-Erweiterung: Ruster Gemeinderat gibt grünes Licht
Zeichen II. Insgesamt waren 2.736 Unterschriften auf der Liste, die damit rund 17 Meter lang war und vor Beginn der Sitzung an Bürgermeister Gerold Stagl übergeben wurde.

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Der Ausbau des Familypark „bringt einen unwiederbringlichen Verlust an Naturfläche. Das geplante Hotel wird eine direkte Konkurrenz zu den Betrieben in Rust sein“, ist Horvath (FZR) überzeugt. Erwin Zehetner (ÖVP) hält dagegen: „Wir stimmen hier nicht über das Hotel ab. Optisch werden die neuen Fahrgeschäfte keine Verschönerung sein, aber der Park hatte viele Auflagen, die er auch erfüllt hat und dabei auch Abstriche vom ursprünglichen Plan gemacht. Der jetzige Beschluss ist ein Kompromiss.“

Park sorgt für Einnahmen und Tourismusangebot

Bürgermeiser Stagl wiederum sieht keine Konkurrenz: „Es gibt Pakete für Familien, in denen der Eintritt inkludiert ist. Viele Familien mit Kindern werden weiterhin in Rust übernachten. Man muss auch fair bleiben. Der Park macht zwischen zwei und drei Millionen Euro Umsatz im Jahr, nicht wie von der Initiative geschrieben 20. Außerdem kommen der Stadt rund 250.000 Euro an Abgaben vom Park zu Gute – das brauchen wir gerade wie einen Bissen Brot“. Und er betont dabei: „Aber nicht um jeden Preis“.

Daher seien auch die Bebauungsrichtlinien entsprechend angelegt. Die Fahrgeschäfte „dürfen maximal 15 Meter, lediglich an drei Stellen maximal 25 Meter hoch sein“, erklärt er weiter im Antrag zum Beschluss der Richtlinien. Weiters sollen sie sich durch die Farbgebung in die Landschaft einfügen und eine Bepflanzung mit Bäumen soll einen Sichtschutz bieten.

Die entsprechenden Gutachten und Genehmigungen durch Naturschutzbehörden und dem Verein Welterbe für eine Erweiterung seien vorhanden. Vom Land sei weiters vorgeschrieben, dass nicht mehr als 8.000 Personen pro Tag in den Park eingelassen werden dürfen. „Im Durchschnitt sind es rund 6.500 Gäste am Tag“, so Stagl.

Sorge um Landschaft, „das wichtigste Gut, das wir zu geben haben“

Das FZR verweist wiederum auf fehlende Transparenz über den Umgang mit der Landschaft: „Das ist unser wichtigstes Gut, dass wir zu geben haben“. „Die geplante Bepflanzung, die einen Sichtschutz zu den Fahrgeschäften bieten soll, ist in frühestens 50 Jahren hoch genug. Der Schutz eines EU-Naturschutzgebiets wird hier untergeordnet“, so Markus Hammer (FZR).

Es sei auch seltsam, dass ein erstes Gutachten des Vereins Welterbe im Jahr 2025 kritisch gewesen sei, ein Jahr später aber positiv. Hier hakt auch FPÖ-Gemeinderat Christian Ries ein: „Warum geht das Projekt bei einem Natura-2000-Welterbegebiet einfach durch?“ wundert er sich.

Für ihn ist auch der Verkehr weiterhin ein großes Thema: „Der Kreisverkehr hat nichts gebracht. Wir hatten eine andere Lösung erhofft. Dafür wäre es logisch, dass es eine Mitfinanzierung vonseiten des Parks gibt“, stellt er fest. Er stimmt auch zu, dass die Pflanzen für den Sichtschutz zu lange brauchen, um groß genug zu sein. „Daher können wir unter diesen Umständen nach bestem Wissen und Gewissen unter diesen Voraussetzungen nicht zustimmen“, so Ries.

Das FZR forderte vor der Abstimmung über die Bebauungsrichtlinien in einem Abänderungsantrag ein unabhängiges Gutachten, ein „Heritage Impact Assessment“. Dieser wurde mit 15 (von 18) Gegenstimmen abgelehnt. Daher stimmte der Gemeinderat über den Hauptantrag ab, der mehrheitlich (SPÖ und ÖVP mit 14 Ja-Stimmen, FZR und FPÖ mit vier Nein-Stimmen) angenommen wurde.