In Trafik: Angestellte stahl Wertkarten und Zigaretten

Bezirk Eisenstadt

Sogenannte Apple-Giftcards und Zigaretten nahm eine Mitarbeiterin aus einer Trafik im Bezirk Eisenstadt mit, in der sie arbeitete.

Von Elisabeth Kirchmeir

Im Juli 2023 wurde die Mitarbeiterin gekündigt. Vor Gericht bekannte sie sich teilweise schuldig.

Im Juli 2023 wurde die Mitarbeiterin gekündigt. Vor Gericht bekannte sie sich teilweise schuldig.

© BVZ/Kirchmeir

Bezahlt hat sie die Waren nicht. Im Juli 2023 flogen die Malversationen auf und die 26-Jährige wurde gekündigt.

Am 6. Februar 2024 musste sich die Frau wegen des Vorwurfs der Veruntreuung vor Gericht verantworten. Eine Aufstellung ihrer Chefin hatte einen Schaden von mehr als 10.000 Euro ergeben.

Die Angeklagte gab zwar vieles zu, aber längst nicht alles, was ihr vorgeworfen wurde.

Wertkarten generiert, aber nicht bezahlt

Ja, sie habe 25 Stück Apple-Giftcards im Wert von knapp 3.000 Euro generiert, nicht in der Kassa verbucht und sich angeeignet.

Und sie habe auch Zigaretten mitgenommen. Aber nicht rund 1.300 Packungen, wie vorgeworfen, sondern nur 120 Packungen.

Keineswegs habe sie sich 151 Euro Wechselgeld aus der Kassa und 40 Euro aus einem Trinkgeld-Sparschwein angeeignet, so die Angeklagte.

Angeklagte: „Habe mir nichts dabei gedacht“

Es sei ihr psychisch schlecht gegangen, verteidigte sich die ehemalige Trafik-Angestellte. Und eigentlich habe sie sich „nichts dabei gedacht“. „Es war ja nicht so, dass ich die Chefin hintergehe“, meinte die 26-Jährige.

„Jeder hat ein Mitarbeiterkonto, man kann Waren scannen und am Ende des Monats zurückzahlen“, schilderte die Trafikantin die Vorgangsweise in ihrem Geschäft.

Die Mitarbeiterin nahm jedoch Waren, ohne sie zu verbuchen.

„Ich hatte vor, das zurückzuzahlen“, behauptete die Angeklagte.

Zigaretten-Fehlstand fiel bei Inventur auf

Der Fehlstand bei den Zigaretten sei ihr bei der Inventur aufgefallen, berichtete die Trafikantin.

„Zuerst dachte ich: Ich rauche aber viel!“, schilderte sie ihre erste Reaktion.

Als die 26-Jährige aber zwei Wochen alleine im Geschäft war, habe sie nach Dienstschluss „alles nachgezählt“, so die Trafikantin. Die fehlenden Zigarettenpackungen habe sie dann „hochgerechnet“ und sei so auf den Gesamtschaden gekommen.

Von April 2021 bis zu ihrer Entlassung im Juli 2023 soll die jetzt arbeitslose Frau ihre Chefin hintergangen haben. Am 20. Juli 2023 konfrontierte die Chefin sie mit den Vorwürfen.

Trafikantin: „Das muss zu Gericht“

Die Angestellte bot an, den Schaden „unter der Hand“ gutzumachen. „Darauf ging ich nicht ein. Ich dachte, ich muss damit zu Gericht“, so die Chefin.

Richterin Doris Halper-Praunias verurteilte die 26-Jährige wegen Veruntreuung zu einer Geldstrafe von 360 Euro. An ihre Ex-Chefin muss sie 3.846 Euro bezahlen. Mit den restlichen Ansprüchen wurde die Trafikantin auf den Zivilrechtsweg verwiesen.

„Ich glaube nicht, dass Sie vorhatten, das Geld zurückzuzahlen“, sagte die Richterin. „Das wäre bei Ihrer damaligen finanziellen Lage gar nicht möglich gewesen.“

Der Diebstahl des Wechselgeldes und Trinkgeldes lasse sich nicht nachweisen, so die Richterin, von diesen Vorwürfen wurde die Frau freigesprochen. Sie nahm das Urteil an.