Thomas Jakowitsch im Martinsdom zum Diakon geweiht

Weihesakrament

Mit der Diakonenweihe hat Thomas Jakowitsch den nächsten Schritt auf seinem Weg zum Priestertum gesetzt. Im Martinsdom in Eisenstadt spendete Bischof Ägidius Zsifkovics dem 28-Jährigen das Weihesakrament. Derzeit absolviert Jakowitsch sein Pastoralpraktikum in den Pfarren Deutschkreutz und Neckenmarkt.

Von Von BVZ Redaktion

Die Fahnenschwinger aus Neckenmarkt kamen im festlichen Aufzug und gratulierten Thomas Jakowitsch mit einer Darbietung zur Weihe.

Die Fahnenschwinger aus Neckenmarkt kamen im festlichen Aufzug und gratulierten Thomas Jakowitsch mit einer Darbietung zur Weihe.

© Privat

Der Entschluss, Priester zu werden, reifte bei Thomas Jakowitsch schon in jungen Jahren. Der am 24. Dezember 1997 geborene 28-Jährige verbrachte seine ersten Lebensjahre in Landsee, ehe die Familie nach Eisenstadt übersiedelte. Während der Vorbereitung auf die Erstkommunion prägte ihn sein Heimatpfarrer Martin Korpitsch in der Propsteipfarre Eisenstadt-Oberberg nachhaltig. Dessen Freude und Authentizität im priesterlichen Dienst hinterließen beim damals Siebenjährigen einen bleibenden Eindruck.

„Was er macht, das will ich auch machen.“

Diesem Wunsch blieb Jakowitsch treu. Nach der Matura im Jahr 2016 entschied er sich für die Priesterausbildung. Sein Weg führte ihn zunächst ins Propädeutikum nach Linz, das angehenden Priestern zur geistlichen und persönlichen Orientierung dient. Dort absolvierte er unter anderem ein Sozialpraktikum in einer Wärmestube für Menschen in Wohnungsnot. Auch ein Aufenthalt im Heiligen Land prägte diese Ausbildungsphase.

Anschließend studierte Jakowitsch Theologie in Wien. Zusätzliche pastorale Erfahrungen sammelte er während eines Externjahres in Zagreb, wo er in der Pfarre Johannes XXIII. mitarbeitete.

Mit der Diakonenweihe hat Jakowitsch nun einen wichtigen Abschnitt seiner Ausbildung abgeschlossen. Das Weihesakrament empfing er am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus im Martinsdom in Eisenstadt. Mit der Weihe wird er in den Klerus der Diözese Eisenstadt aufgenommen. Zugleich legte er das Versprechen der Ehelosigkeit sowie des Gehorsams ab. Der Diakonat gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zum Priestertum, ist zugleich aber ein eigenständiges kirchliches Amt.

In seiner Predigt bezeichnete Bischof Ägidius Zsifkovics den Tag als einen besonderen Moment des Dankes für die gesamte Diözese. Weihen seien ein wichtiger Gradmesser für die Lebendigkeit der Kirche. Zugleich wandte sich der Bischof persönlich an den Weihekandidaten und unterstrich, dass der Diakonat weit mehr sei als eine Durchgangsstufe auf dem Weg zur Priesterweihe. Er sei ein eigenständiger Dienst an Gott und den Menschen und bilde das tragende Fundament für den weiteren Weg der Berufung.

Die Feier machte zugleich deutlich, wie viele Menschen Jakowitsch auf seinem bisherigen Weg begleitet haben. Neben seinen Eltern, seinem Bruder sowie Verwandten und Freundinnen und Freunden verfolgte auch sein Großvater die Weihe per Livestream. Zu den Gästen zählten außerdem der aus Indien angereiste Weihbischof Mar Thomas Padiyath aus Shamshabad sowie Propst Anton Höslinger vom Stift Klosterneuburg, der Jakowitsch während der Weiheexerzitien begleitet hatte. Die Fahnenschwinger aus Neckenmarkt verliehen der Feier einen festlichen Rahmen.

Nach der Weihe richtet sich der Blick nun auf den weiteren Weg als Diakon. Als geistliches Leitwort wählte Jakowitsch die Begegnung des Diakons Philippus mit dem Kämmerer aus der Apostelgeschichte. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage: „Verstehst du auch, was du liest?“ Für den neuen Diakon beschreibt dieser Satz den Auftrag, Menschen dabei zu begleiten, den Glauben zu erschließen und Gottes Wirken im eigenen Leben zu entdecken.

Seine Zukunft sieht Jakowitsch in der Pfarrseelsorge. Derzeit absolviert er sein Pastoralpraktikum in Deutschkreutz und Neckenmarkt. Dort engagiert er sich unter anderem in der Ministrantenarbeit und bei Bibelgesprächen.

„Als Diakon bleibe ich – so Gott will – in den Pfarren“, sagt Jakowitsch.

Dass der 28-Jährige neben seiner geistlichen Berufung auch persönliche Interessen pflegt, zeigte sich laut Diözese immer wieder während seines Praktikums. Als Anhänger des Mattersburger Fußballs und Fan des MSV 2020 sorgte seine Vereinsverbundenheit in Deutschkreutz regelmäßig für augenzwinkernde Neckereien. Mit dem jüngsten Aufstieg des Vereins in die Regionalliga habe sich dieser kleine sportliche Gegensatz rechtzeitig zur Diakonenweihe aufgelöst.