Gasthaus „Monika“ in Oggau knackt den 100er

Wirt im Ort

Gleich zwei Jubiläen feiert das Gasthaus „Monika“ in Oggau heuer. Sein 100-jähriges Bestehen und die 25-jährige Inhaberschaft der jetzigen Wirtin, der feurigen Monika Gmasz. Reisen wir gemeinsam zurück ins Jahr 1925, in dem alles begann, aber betreten wir vorher die Stube des Lokals.

Von Nina Mayer

Alt-Wirtin Grete Rath und ihre Tochter, Wirtin Monika Gmasz, genießen nach wie vor den Platz hinter der Theke. Monika führt das Lokal, das heuer sein 100-jähriges Bestehen feiert, seit mittlerweile 25 Jahren.

Alt-Wirtin Grete Rath und ihre Tochter, Wirtin Monika Gmasz, genießen nach wie vor den Platz hinter der Theke. Monika führt das Lokal, das heuer sein 100-jähriges Bestehen feiert, seit mittlerweile 25 Jahren.

© Nina Mayer

Im Gasthaus „Monika“ in Oggau kann man es noch hautnah mit allen Sinnen erfahren, das Gasthausleben, wie man es aus früheren Zeiten kannte. Das liegt unter anderem am aufgeschlossenen, sprühenden Wesen der jetzigen Wirtin, Monika Gmasz und der nicht weniger geselligen Alt-Wirtin Mama Grete Rath. Bereits der Empfang beim Eintreten ist ein herzlicher, unterstrichen durch den Duft von Wiener Schnitzerl. Begonnen hat alles vor hundert Jahren.

Wir schreiben das 1925. Ein Platzerl in Oggau ... Josef Mad schritt mutig zur Tat und eröffnete ein Kaffeehaus, man könnte zum besseren Verständnis auch sagen „eine kleine Hütte“. Abgeleitet vom Wort „Kaffeesieder“ wurde er von der örtlichen Bevölkerung auch „Siada“ genannt wurde. Beliebt waren solche in tiefster Mundart ausgesprochenen Namen in der damaligen Zeit, gehalten haben sie sich bis heute.

Tanzen konnte man in der Hütte, und fürs leibliche Wohl wurde auch gesorgt. Der Josef Mad nannte eine Victoria-Maschine sein Eigen, mit welcher er jeden Tag nach Rust in die Fleischerei „Feiler“ fuhr, um für seine Gäste Frankfurter Würstel und Leberkäse zu holen.

Gasthaus „Monika“ in Oggau knackt den 100er

© Nina Mayer

Liebe geht durch den Magen

Jetzt wird's romantisch. 1949 betrat ein besonderer Gast das Lokal. Es war die 34-jährige Grete Braun aus Lutzmannsburg, die sich ihr Geld als Dienstmädchen beim Cousin von Josef Mad verdiente. Josef und Grete sahen sich und die große Liebe entflammte und das, obwohl der Josef mit 59 Jahren ein ordentliches Randl älter war als die Lutzmannsburgerin.

Das Kaffeehaus Mad bekam eine Wirtin, die Ehe jedoch blieb kinderlos. Die Energie wurde in die Arbeit gesteckt und so eröffnete man 1963 das Gasthaus Mad.

Gasthaus „Monika“ in Oggau knackt den 100er

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Die zwei von der Tankstelle

Dann griff das Schicksal ein. Es schickte ihnen Gretes Nichte, die ebenfalls Grete heißt (Ja, genau, unsere liebe Alt-Wirtin und Monikas Mama. Es ist nicht immer einfach mit den Verwandtschaftsverhältnissen.)

Grete (die Jüngere), machte in Wien eine Schneiderlehre und krönte diese mit einer Meisterprüfung. Als sie in den Sommerferien zu Besuch in Oggau war, half sie gerne bei ihrer Tante an der PAM-Tankstelle. Beim Gasthaus konnte man nämlich nicht nur „selbst was tanken“, sondern auch sein Auto befüllen. Immer wieder kam der Breitenbrunner Johann Rath zu diesen Zwecken vorbei. Und wieder Amore in Oggau. Wie in einem Heimatfilm fügte sich alles zum Guten.

Die Tante Grete bat ihre Nichte Grete im Gasthaus einzusteigen und diese brachte mit Johann Rath gleich einen Neo-Wirt mit. 1970 läuteten die Hochzeitsglocken. Dann ging's flott. „Viel Glück und Einigkeit und jedes Jahr 'ne Kleinigkeit“. 1971 kam die jetzige Wirtin Monika auf die Welt, 1972 und 1973 ihre Brüder Martin und Hansi. 1977 dann der große Um- und Zubau des Gasthauses.

Gasthaus „Monika“ in Oggau knackt den 100er

© Nina Mayer

Gasthaus „Monika“ in Oggau knackt den 100er

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Neuer Wind mit Monika

Wie's in den meisten Geschichten irgendwann passiert, folgte eine traurige Phase. Monikas Papa, der Breitenbrunner Johann Rath, verstarb viel zu früh und Grete Rath musste alleine ihr Gasthaus weiterführen. Nach zwei Jahren übergab sie es an ihre Tochter Monika, die durch ungeheuren Fleiß, Elan und ein gutes G'spür für die Gäst' geradezu dafür prädestiniert war. Das war im Jahre 2000, dem Jahr der Euroumstellung. Merken wir uns das mal, wir werden es am Ende der Geschichte noch brauchen.

Monika, Absolventin der Tourismusschule änderte einiges. Sie baute das Lokal nach ihrem Geschmack um und erweiterte die Speisekarte beträchtlich. Busweise empfängt sie nun Gäste aus nah und fern, ihr Heringsschmaus gilt als legendär, ebenso „ihre“ Hochzeiten und Feste, die fast immer von Live-Musik begleitet werden und nicht selten im berüchtigten Kellerstüberl enden.

Gasthaus „Monika“ in Oggau knackt den 100er

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Ein Steak für den Gatten

Beim Lesen der Speisekarte läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Auf Leberknödelsuppe oder duftende Knoblauchsuppe folgen verschiedene Zandervariationen, Cordon Bleus, Zwiebelrostbraten, mittwochs das Backhendl im Körbchen oder das nach ihrem Mann benannte Franzl-Steak. Zum Abschluss vielleicht verführerische Somlauer Nockerl?

Kosten kann man die Köstlichkeiten zum Beispiel beim großen Jubiläums-Fest am 26. April 2025 (Anmeldung unter: 0660/5358106). Apropos Euro: Wer am 26. April eine 1-Schilling-Münze mitbringt, bekommt ein Gratis-Getränk, wer eine 5-Schilling-Münze mitbringt, ein „Siada“-Schnitzerl.

Das letzte Wort überlassen wir heute Wilhelm Busch: „Es wird mit Recht ein guter Braten, gerechnet zu den guten Taten!“

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In Action: Grete und Johann Rath in den 70er-Jahren in ihrem Gasthaus hinter der Budel.

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Ein Werbeplakat von einst, als Essengehen noch ein Erlebnis war.

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Im berühmt-berüchtigten Kellerstüberl endet so manches Fest.

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Stammkunden aus Oggau, die froh sind, dass es im Dorf noch ein dermaßen belebtes Wirtshaus gibt.

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Eine "Eisenstädter-Runde" feierte beim Pensionisten-Heringsschmaus ordentlich mit.

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Gasthaus „Monika“ in Oggau knackt den 100er
Auch kroatische Lieder beherrscht Monika mit Bravour. Hier die gefühlvolle Interpretation von "Mariana".

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Unterhaltung ist das Metiere der Oggauerin Monika Gmasz.

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Nina Mayer (BVZ) genoss es, den alten Geschichten zu lauschen, die Grete Rath und ihre Tochter Monika Gmasz erzählten.

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Das Gasthaus mit der Tankstelle, an der sich Grete in den Breitenbrunner Johann Rath verliebte.

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