1. Klasse Mitte: Altbekannte Vorreiter sind die Titelkandidaten
1. KLASSE MITTE
Bereits im Vorfeld dieser Saison legen viele Experten Kobersdorf und Pöttsching als Hauptanwärter auf den Titel fest, erwarten beide Teams schwierige Aufgaben in der Fremde. In Unterpullendorf steigt zum Auftakt ein Burgenlandkroaten-Duell.
Kobersdorf-Trainer Norbert Nemeth will mit seinem Team wieder vorne mitmischen.
© Martin Ivansich
Der eine oder andere neutrale Beobachter müsste vermutlich nochmal einen Blick auf den Kalender werfen, um nicht in einem Déjà-vu gefangen zu sein, deutet dieses Jahr vieles auf ein ähnliches Meisterrennen wie noch vorletzte Spielzeit hin. Damals verpasste der ASKÖ Kobersdorf um einen Punkt den Aufstieg, Pöttsching wurde am Ende mit einem Derbysieg über den Rivalen aus Bad Sauerbrunn zum Meister gekürt, nahm den Lokalrivalen aber aufgrund des Kobersdorf-Patzers als Zweitplatzierter mit.
Rund 14 Monate später wird in Pöttsching wieder in der 1. Klasse gekickt, gastiert zum unumstrittenen Topspiel der Woche in Loipersbach, wo die Freiler-Elf pünktlich zum Sportfest den Absteiger aus der II. Liga Mitte empfängt. Dieser wird als einer der engsten Favoriten gehandelt. Im Sommer wurde viel nachgebessert, das Selbstvertrauen stimmt: „Wir wissen, wie heimstark sie sind. Wir wissen aber auch, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen und dafür einen konkreten Plan haben. Wenn wir den umsetzen, wird es uns auch gelingen, in Loipersbach etwas mizunehmen“, zeigt sich ASV-Trainer Thomas Köller optimistisch.
Auf langfristige Dauer diesem Plan einen Strich durch die Rechnung machen steht für den ASKÖ Kobersdorf ganz oben auf der Agenda. Für die stark favorisierten Kobersdorfer geht es am Samstag gleich zu einer großteils veränderten Elf aus Kroatisch Minihof. Kein Selbstläufer, meint Kobersdorfs Sportlicher Leiter Matthias Steiner: „Es wird natürlich schwer werden, die Minihofer haben an ihrem Kader einiges adaptiert, werden schwer auszurechnene sein. Der letzte Test gegen Weppersdorf, in dem wir die spielbestimmende Mannschaft waren und viele Chancen erspielten, stimmt uns ebenfalls positiv, dass wir die drei Punkte nach Kobersdorf entführen werden.“
Weppersdorf kämpft mit Personalsorgen
Weniger euphoriegeladen geht es beim ASK Weppersdorf zu – in dieser Saison hat man einen nicht ganz so berauschenden Sommer hinter sich, geht nun etwas vorsichtiger in das erste Duell gegen die Großwarasdorfer. Das bestätigt auch die Einschätzung von Markus Müller, Sportlicher Leiter des ASK: „Ehrlicherweise seh ich schon Hrvati als leichten Favoriten. Wir wollen zu Hause aber natürlich gewinnen, am besten sechs Punkte einfahren. Wir haben mit Andi Kirchknopf und Andi Kovacs zwei Spieler, die uns fix ausfallen. Andreas Imre, Chris Tröscher und Niklas Rapp sind ebenfalls fraglich. Einfach wird es sicherlich nicht, wir wollen aber natürlich mit vollem Fokus in die Saison starten.“
Ebenfalls keine leichte Aufgabe steht dem etwas glücklichen Aufsteiger aus Mannersdorf zum Auftakt bevor, man gastiert Freitagabend in Nikitsch. Den Hausherrn erwartet gleich zu Beginn ein schwer einschätzbarer Gegner, der eine mäßige Vorbereitung hinter sich hat, unterschätzen will man jedoch niemanden. „Unsere Vorbereitung ist durchwegs positiv verlaufen, auch wenn wir unseren letzten Test verloren haben. Ein sauberer Start ist ohnehin wichtig, wir gehen mit einem guten Gefühl in die Saison“, zeigt sich Nikitschs Sportlicher Leiter Christian Balogh optimistisch. Mannersdors Sportlicher Leiter Ralph Supper: „Vom letzten Test habe ich nur wenig positive Dinge als Rückmeldung bekommen, nichtsdestotrotz wollen wir etwas Zählbares aus Nikitsch mitnehmen. Unsere Mannschaft muss sich ohnehin erstmal in der Liga finden, wir gehen da etwas gelassener ans Werk.“
In der Liga ankommen muss auch der SC Unterpullendorf, der gleich zu einem der unzähligen „Burgenlandkroaten-Derbys“ auf heimischer Anlage begrüßen darf. Zu Gast ist die zweite Garde des ASV Draßburg, bei der man selbst noch nicht so recht weiß, wo man steht, obwohl man von vielen Experten als einer der Mitfavoriten gehandelt wird. Zu groß sind noch die Personalsorgen bei den Trainingseinheiten: „Wir haben in der Vorbereitung nie so wirklich mit der etatmäßigen Elf trainieren, gar spielen können. Teilweise musste sogar der Clemens (Anm.: Trainer Ivanschitz) seine Fußballschuhe schnüren. Ich kenne auch die Mannschaft und den Platz nicht, sie haben sicherlich auch eine breite Brust, nichtsdestotrotz wollen wir das Beste rausholen“, gewährt ASV-Kapitän und Sportlicher Leiter Elmir Hrustanbegovic Einblick in die heißeste Phase des Sommers. SCU-Kapitän Philip Juranich sieht den Auftakt etwas gelassener: „Wir haben keinen Vergleich, wie stark die Mannschaften in der Liga sind. Fakt ist aber, dass sich bei uns jeder Gegner schwertut und wir nach einer zufriedenstellenden Vorbereitung alles andere wollen, als uns billig zu verkaufen.“
Ebenfalls am Sonntag startet auch der SC Piringsdorf in die Punktejagd. SCP-Trainer Markus Schnabl hat noch einiges an Arbeit vor sich, ehe es dann endlich losgeht: „Ich bin aktuell noch am Grübeln, wie ich meine Jungs in den Auftakt schicke. Gott sei Dank ist der Kader dieses Jahr groß genug, um Urlauber und andere Ausfälle kompensieren zu können.“ Der Gegner ist Kroatisch Geresdorf, die als Erster in die Vorbereitung gestartet sind und mit einer ordentlichen Brise Bodenständigkeit an die Sache herangehen: „Mir fehlt ein Stammspieler in der Offensive und obendrein hat Piringsdorf viel gemacht, die Legionäre gewechselt. Beim Auftakt zu Hause wollen wir aber selbstverständlich gut auftreten, um am Ende zu punkten“, zeigt sich der Geresdorfer Coach bescheiden.