SC Dörfl: Mit Herzklopfen an die Spitze
1. Klasse Mitte
Es war ein Abend, den die 300 Zuschauer in Dörfl so schnell nicht vergessen werden – das Topspiel der 1. Klasse Mitte hatte alles, was großen Fußball ausmacht.
David Kramel und der SC Unterfrauenhaid kämpften sich beim 3:4 gegen Dörfl eindrucksvoll zurück. Am Ende fehlten nur wenige Minuten zum Punktgewinn.
© Bernhard Fenz
Für ein Spiel in der 1. Klasse Mitte war die Kulisse beeindruckend: 300 bis 400 Zuschauer kamen zum Topduell zwischen dem SC Dörfl und dem SC Unterfrauenhaid und bekamen ein Spiel zu sehen, das alle Zutaten hatte. Dörfl dominierte von Beginn an, erzielte nach einem Handelfmeter das 1:0 und legte per Hereingabe das 2:0 nach. Unterfrauenhaid verkürzte zwar auf 1:2, doch noch vor der Pause erhöhte Dörfl auf 3:1. Direkt nach dem Seitenwechsel war es 4:1 – die Partie schien entschieden. „In der ersten Hälfte haben wir alles vermissen lassen, um dem Topspiel gerecht zu werden. Mit dem 1:3 zur Pause waren wir eigentlich noch gut bedient", gibt Unterfrauenhaid-Coach Eidler unumwunden zu.
Was dann folgte, machte das Spiel zum Spektakel. Dörfl wechselte durch und schien die Partie mehr oder weniger als erledigt zu betrachten. Genau in diesem Moment schaltete Unterfrauenhaid einen Gang hoch: Das 4:2 fiel wie aus dem Nichts. Kurz darauf sah Dörfl-Torhüter Kögl zunächst Gelb wegen Kritik – nach Rücksprache mit dem Linienrichter wurde daraus in der 79. Minute die Rote Karte. Mit einem Spieler weniger war die Partie plötzlich offen. Unterfrauenhaid traf zum 4:3, und in der Schlussphase zitterte der Tabellenführer. Eidler: „Wenn das Spiel fünf Minuten länger gegangen wäre, hätten wir das Remis noch geholt. Von einer 7:1-Niederlage bis zu einem 4:4 war in dieser Partie alles möglich."
Dörfl hielt und feierte drei wichtige Punkte. Kurt Putz, ehemaliger Obmann und seit Jahren die Seele des Vereins, sieht seinen Club genau dort, wo er hingehört: an der Tabellenspitze, mit einer Trainingsbeteiligung, die laut Putz nicht besser sein könnte. Eidler hingegen nimmt trotz der Niederlage etwas Positives mit: „Unsere Moral und Kampfmentalität – das Spiel hätten wir fast noch umgerissen." Lob gibt es auch für den Gegner: „Dörfl war bis jetzt unser stärkster Gegner der Liga."