Spielbetrieb eingestellt: UFC Sieggraben steigt vorerst aus

1. KLASSE MITTE

Am letzten Wochenende entschloss man sich beim UFC dazu, den Erwachsenen-Spielbetrieb ruhend zu stellen.

Von Alfred Wagentristl

Nach zuletzt erfolgreichen Saisonen war auf der Sieggraben-Tribüne die meiste Zeit Einiges los. Jetzt ist vorerst Schluss.

Nach zuletzt erfolgreichen Saisonen war auf der Sieggraben-Tribüne die meiste Zeit Einiges los. Jetzt ist vorerst Schluss.

© Alfred Wagentristl

Der Winterkönig, Drittplatzierte und damit Aufsteiger der abgelaufenen Saison, UFC Sieggraben, wird mit sofortiger Wirkung seinen Erwachsenenfußballbetrieb ruhend stellen, wie es im Fachjargon heißt. Der 1. Klasse Mitte-Klub hielt am Wochenende eine Sitzung ab, in der es eigentlich nicht um ein Aufhören“ gehen sollte, letztlich aber diese traurige Entscheidung getroffen wurde.

„Vielleicht finden sich Menschen, die dazustoßen“

„Schweren Herzens getroffen werden ‚musste‘, möchte ich betonen“, so der sportlich Verantwortliche Martin Fischer und sagt weiter: „Die Arbeit wurde den drei, vier Leuten, die in erster Linie den Verein führten, einfach zu viel. Es ließ sich nicht mehr mit den Hauptjobs vereinbaren und deshalb haben wir uns entschlossen, vorerst einmal ein Jahr zu pausieren, wie es ja schon einige Vereine in der Region getan haben. Vielleicht gelingt es uns, Menschen im Ort zu finden, die uns ab der nächsten Saison unterstützen und den UFC wieder aufleben lassen. Es ist bei uns kein wirtschaftliches Thema, sondern ein Funktionärsproblem.“ Der Sportlerkirtag wird wie geplant durchgezogen. An dem Tag wäre ohnehin kein Match gewesen, weil die Auslosung da ein spielfreies Wochenende bescherte. Zum Ärger von Spielertrainer Philipp Schordje: „Es war eigentlich unser einziger Auslosungswunsch an den Verband, dass wir an diesem Wochenende gerne ein Heimspiel haben würden. Dass wir dann ausgerechnet an diesem Sonntag spielfrei sind, trägt natürlich zum allgemeinen Unmut bei." Stichwort Fußballverband: Auch dort ist man natürlich über den Zeitpunkt der „Absage“ nicht erfreut, muss es aber natürlich zur Kenntnis nehmen.

„Der UFC Sieggraben hat uns am Dienstag mitgeteilt, dass der Spielbetrieb eingestellt wird“, so BFV-Geschäftsführer Karl Schmidt. Damit wird aus einer 13er-Liga, die bereits ausgelost wurde, eine 12er-Liga. Offen blieb bei Redaktionsschluss der Modus. Würde nichts geändert werden, hätten die Vereine im Herbst jeweils zwei spielfreie Runden – alles andere als eine Optimalvariante.

Die beste Lösung für die Vereine wird gesucht

Der Verband hat für heute, Mittwoch, deshalb eine Sitzung mit den Vereinen und dem Gruppenobmann einberufen. Schmidt: „Wir wollen mit den Vereinen die beste Lösung finden. Die Bestrebung gehen in Richtung Hin- und Rückrunde in einer Play Off-Variante. Wie genau diese aussieht, wollen wir mit den Vereinen abklären. Fakt ist, dass einige Vereine signalisiert haben, dass 22 Runden zu wenig wären.“ Zeitnah will der Verband dann eine endgültige Lösung präsentieren. Wäre der Rückzug eine Woche früher gemeldet worden, hätte sich vermutlich der Viertplatzierte der Vorsaison, der ASK Stoob, als Aufsteiger wähnen können. „Ja, wahrscheinlich wäre das der Fall gewesen“, so Stoob-Coach Wolfgang Weber, „aber ich bin der Meinung, dass es noch ein bisschen früh für uns gekommen wäre. Vielleicht schaffen wir es in der kommenden Saison vorne dabei zu sein, aber meine persönliche Meinung ist, dass es nachhaltiger ist, wenn wir da zu keine großen Schritte machen.“

Im Spielerlager der Sieggraben-Spieler herrscht auf alle Fälle große Tristesse ob des UFC-Ausscheidens. „Es ist unglaublich, wie emotionell die Meldung vom Vorstand unter den Spielern aufgenommen wurde. Schlagartig wurde mehrfach angeboten, dass seitens der Spieler die Funktionäre unterstützt werden. Auch in Sachen Aufwandsentschädigung hätte es Entgegenkommen gegeben, doch der Zug war leider abgefahren. Mich selbst traf es auch wie ein Keulenschlag. Es steckt sehr viel Herzblut in diesem Projekt und ich bin auch überzeugt davon, dass wir in den nächsten zwei oder drei Jahren den Aufstieg in die 2. Liga geschafft hätten. Doppelt schade, dass es an Funktionärsmangel gescheitert ist und es wirtschaftlich eigentlich stemmbar war“, so ein äußerst enttäuschter Spielertrainer Philipp Schordje.