Aufstand der Teams aus dem Tabellenkeller

1. Klasse Nord

Jois und die NSC Juniors siegten, Apetlon erkämpfte sich einen Punkt. Nur St. Andrä ging leer aus und erbte die Rote Laterne.

Von VON BVZ REDAKTION

Luka Presseller, Paul Strommer, Paulo Fekete und Markus Gruidl (v.l.) feierten den Neusiedler Sieg über Purbach.

Luka Presseller, Paul Strommer, Paulo Fekete und Markus Gruidl (v.l.) feierten den Neusiedler Sieg über Purbach.

© Michael Weiss

Die Bühne gehörte in der vergangenen Woche eindeutig den abstiegsgefährdeten Klubs. Die NSC Juniorsfeierten eine Wiederauferstehung: Erst holten die Grün-Weißen am Donnerstag in der Restspielzeit gegen Jois noch ein 2:2 heraus, dann folgte ein sensationeller 1:0-Sieg gegen Purbach. „Kämpferisch war das Note eins, von der Chancenverwertung her eine Vier Minus“, beschrieb Juniors-Sektionsleiter Stefan Denk den knappen Sieg gegen das Topteam der Liga. Ein Gewaltschuss von Julian Millner in der 86. Minute katapultierte die Neusiedler in den siebenten Fußballhimmel. Davor vergab der NSC eine Reihe von guten Möglichkeiten.

„Wir waren zu blauäugig und überheblich“, sparte Purbach-Trainer Patrick Castek nicht mit Kritik an seiner Elf. „Kämpferisch und läuferisch waren die Neusiedler einfach besser.“ Offensiv sah man vom UFC wenig, ein herrlicher Schuss von Moritz Kopf wurde ebenso sehenswert von NSC-Keeper Alexander Mödlhammer pariert. Sonst herrschte im Angriff Funkstille.

Auch der abstiegsgefährdete SC Apetlon hatte mit dem Punktgewinn beim UFC Podersdorfseine Freude (3:3). Geprägt von Zweikämpfen hält der Vorsprungstreffer der Gäste von Fabian Frank bis zur Pause. Dann drehen die Heimischen auf, Elias Kolarik gelingt der Ausgleich. Der Schütze wird im Strafraum gelegt, Csaba Csizmadia behält vom Elfmeterpunkt aus die Nerven. Als Donat Janoki-Jaszai per Kopf die Partie - zwischenzeitlich - endgültig dreht, wähnen sich die Hausherren als sicherer Sieger. Doch nach einem Hoppala der Podersdorf-Abwehr verkürzt Frank, die Apetloner werfen alles nach vorne. Der Lohn für die Aufholjagd folgt in Minute 95: Nach einer Flanke gelingt Tomislav Kovacevic der Ausgleich. „Da haben wir uns blauäugig angestellt“, schüttelte Trainer Franz Ziniel den Kopf. „Vom Spielverlauf her glücklich, aber verdient“, kommentierte Apetlon-Boss Josef Koppi den Punktgewinn.

Des einen Freud, des anderen Leid hieß es bei einem Kellerduell. Der FC Veganis St. Andrä war der einzige Klub der Runde, der im Abstiegskampf kein Kapital schlagen konnte und verlor daheim ausgerechnet gegen die direkte Konkurrenz, denFC Jois, mit 1:2. Durch diese Niederlage ging die Rote Laterne sogar zu den „Zeiselbären“ aus St. Andrä. „Wir haben erste Halbzeit die Zweikämpfe nicht angenommen und zwei dumme Tore bekommen“, meinte St. Andrä-Trainer Michael Guttmann. „Nach der Pause waren wir besser und hätten es fast noch geschafft, den Ausgleich zu erzielen.“ Dabei spielt er auf den verschossenen Elfmeter im Schlussakt an: Simon Marko scheiterte vom Punkt und es blieb beim 1:2.

„Der Elfmeter war ein Witz“, konnte Jois-Trainer Peter Slosarek nur den Kopf schütteln. „Zum Glück ist der nicht reingegangen. Das war unsere beste Saisonleistung.“

Wallernverpasste es, sich an die Fersen der Purbacher zu heften und nach dem Freitag im direkten Duell eventuell sogar als Zweiter zu überwintern. „Das wäre schön gewesen, denn wir haben die Qualität dafür. Leider haben wir schon vier Partien mit nur einem Tor Unterschied verloren und zehn Punkte zu wenig auf dem Konto", sagt Kurt Jusits. Dem Trainer der Wallerner schmeckte gar nicht, dass beide Gegentore aus Standards resultierten. „Ein dummer Elfer und ein vermeidbarer Eckball." Stattdessen reihte sich Zurndorfmit dem 2:1-Sieg in Wallern in die Reihe der aussichtsreichsten Verfolger ein. Maßgeblichen Anteil daran hatte Manuel Pethö, der Zurndorf in der 30. Minute per Kopf nach einer Ecke in Führung brachte. Kurz vor Schluss wurde der Stürmer dann im Strafraum zu Fall gebracht, Miroslav Milosevic verwertete den Elfer. Zwar wurde es nach dem Anschlusstreffer von Wallern noch spannend. „Aber wir haben über das ganze Spiel hinweg gut verteidigt. So gesehen, geht der Sieg auch in Ordnung", sagte Zurndorfs Sektionsleiter Rafael Brandl.

In der Liga geht es eng her, nur fünf Punkte trennen Pamhagenund Wulkaprodersdorfvom Tabellenende, allerdings sind es auch nur vier auf Platz drei. „Für uns war der Sieg nach zuletzt drei Niederlagen am Stück enorm wichtig", sagte Pamhagens Trainer Dominik Gindl. Er gesteht auch, „das die Partie kein Spektakel war. Vor allem vor dem Tor haben sich beide Mannschaften nicht klug angestellt." Bis auf Lukas Mihalik, der Pamhagen mit dem einzigen Treffer des Spiels drei Punkte bescherte. Gindl: „Wir sind aber defensiv gut gestanden. Mit Tamas Pirka hatten wir wieder unsere Lebensversicherung." Der 38-jährige ungarische Abwehrchef ist schon mehr als 13 Jahre bei Pamhagen.

Frauenkirchensetzt sich in einer weitgehend einseitigen Partie mit 3:1 gegen Nickelsdorfdurch. Miroslav Antal sorgt früh für die Führung, Matus Otapka legt noch vor der Pause nach. Nach dem Seitenwechsel schnürt Antal den Doppelpack und stellt auf 3:0.

Selbst die Gelb-Rote Karte gegen Frauenkirchens Kapitän Kevin Kurcsis in der Schlussphase brachte den verdienten Sieg nicht mehr in Gefahr. Nickelsdorf kam erst kurz vor Schluss zum Ehrentreffer. „Der Sieg war eigentlich nie gefährdet, deshalb geht er auch in der Höhe in Ordnung“, resümierte Frauenkirchens Kapitän Kevin Kurcsis.

Aufstand der Teams aus dem Tabellenkeller

© Christopher Schneeweiß

NSC Juniors – UFC Purbach 1:0 (0:0).-
Tor: 1:0 (86.) Millner.-
SR: Wisak.- Neusiedl am See, 110.
NSC Juniors: Mödlhammer; Mcgirr (7. Tick, 79. Zsigmond), Haider, Moro, Abazi, Gruidl (89. Hamm), Michal Maas, Fekete, Strommer, Sonnleitner, Millner.
Purbach: Hums; Iacovino-Protiwa (46. Pirkl-Weisz), Kaleta, Krchnak (76. Wimmer), Wimpassinger, Dragschitz, Gencer, Berger, Gmeiner (34. Akbiyik), Kopf (87. Edler), Rosner.

SC Frauenkirchen – ASV Nickelsdorf 3:1 (2:0).- Torfolge: 1:0 (15.) Antal, 2:0 (35.) Otapka, 3:0 (68.) Antal, 3:1 (88.) Sovcik.-
Gelb-Rote Karte: Kurcsis (78., Foul).-
SR: Dinleyici.- Frauenkirchen, 155.
Frauenkirchen: Brauneis; Weigl, Ettl, Derka, Gollowitzer, Pejic (76. Eichinger), Matis, Otapka, K. Kurcsis, Enz (86. Mikats), Antal.
Nickelsdorf: Liszkai; Horvath, Limp, Semjan (76. Zecevic), Kiss, Rybansky, Orosz, Kellner (80. Falb), Szöllös, Hlavac (85. Leszkovich), Strasser (46. Sovcik).

UFC Podersdorf – SC Apetlon 3:3 (0:1).-
Torfolge: 0:1 (14.) Frank, 1:1 (55.) Kolarik, 2:1 (78., Elfmeter) Csizmadia, 3:1 (82.) Janoki-Jaszai.
Reserven: 0:1 (Bors).
SR: Szombati.- Podersdorf, 200.
Podersdorf: Köllö; Haszonits (53. Steiner), Csizmadia, Lentsch (70. Lahcen), Nagy; Sipos; Janoki-Jaszai (88. Unger), Kolarik, Szücs; Füleki; Fekete.
Apetlon: Strapak; Stefan Payer, Kobercik, Haider, Rabi; Szücs (85. Thaler), Lukas Payer; Füzföi, Kovacevic, Matz; Frank.

UFC Pamhagen – SV Wulkaprodersdorf 1:0 (0:0).- Tor: 1:0 (51.) Mihalik.-

Reserven: 0:3 (Adler, Jankovits, Florian Wüger/Eigentor).

SR: Tausz. – Pamhagen, 120.
Pamhagen: Hros; Kandelsdorfer, Pirka, Sukala, Jan Leyrer; Andert, Stefan Wüger, Janovsky, Mihalik, Oliver Steinhofer (79. Tobias Munzenrieder); Nico Leyrer (46. Unger, 86. Thüringer).

Wulkaprodersdorf: Zoltani; Pichler, Delarich, Niklas Mandl, Kremsner; Richter (57. Varadi), Halasz (68. Jankovits), Pejic, Varga; Wieser (85. Katter), Zelenski.

FC Veganis Sankt Andrä – FC Jois 1:2 (0:2).- Torfolge:0:1 (16.) Akbiyik, 0:2 (31.) Schuber, 1:2 (74.) Stulajter.-
Rote Karte:Kara (91, Beleidigung).-
SR: Buchecker.- St. Andrä, 150.
Sankt Andrä: Summer; Valek, Stulajter (65. Kalmar), Micovcak, Marko, Platzer, Regner, Muminovic, Heller, Bors, Durmaz (37. Stermeczki).
Jois: Kolesar; Kalmar (65. Leo Steurer), Akbiyik, Pollreisz, Florian Steurer (83. Ehardt), Helm, Hrdlicka, Schuber, Panic, Kara, Knezevic.

USC Wallern - ASV Zurndorf 1:2 (0:1). - Torfolge:0:1 (30.) Pethö, 0:2 (83., Elfer) Milosevic, 1:2 (87.) Mayer.
Reserven: 4:0 (Michlits 2, Griemann, Janisch/Elfer).
SR: Wisak. - Wallern, 350.
Wallern: Schwarz; Haider (75. Michlits), Engelbert, Steiner; Pichler (46. Kampf), Oliver Theiler (57. Johannes Theiler), Takac, Györvari; Fabian Perlinger; Mayer, Cambal.
Zurndorf: Ruzinsky; Maxim Medvid, Horvath, Antalek, Bencsik; Reiter, Wrba, Milosevic, Winkler (67. Sattler); Oliver Medvid (93. Meixner), Pethö.