Eibler nach dem Aus beim 1. FC Köln: „Die Liga ist ziemlich verrückt“
2. Deutsche Bundesliga
Der 1. FC Köln ist Zweiter und damit auf Aufstiegskurs in Richtung 1. Deutsche Bundesliga. Dennoch musste Trainer Gerhard Struber gehen und mit ihm Co-Trainer Bernd Eibler aus Sigleß.
Neben Chefcoach Gerhard Struber wurde auch sein Co-Trainer Bernd Eibler beim 1. FC Köln freigestellt.
© 1. FC Köln
Der Fußball ist eigentlich ein einfacher Sport. Wer mehr Tore schießt gewinnt Spiele und macht somit Punkte. Wer mehr Punkte hat, wird Meister und steigt auf. Das Geschäft Fußball allerdings widerspricht oft jedoch der sportlichen Logik. Da liegt eine Mannschaft auf Platz zwei und hat zwei Runden vor Schluss den Aufstieg in die höchste deutsche Liga vor Augen - und trotzdem muss der Trainer gehen.
Das passierte an diesem Wochenende Gerhard Struber beim 1. FC Köln - und mit ihm sein Co-Trainer Bernd Eibler. Auch der 31-jährige Trainer aus Sigleß wurde von seinen Aufgaben frei gestellt. Nicht jedoch Thomas Hickersberger, der Österreicher ist weiterhin im Betreuerstab der Kölner.
Samstag remis gespielt, Sonntag beim Training
Auf dem GEISSBLOG wurde am Sonntag um 16 Uhr ein Bild vom Training des 1. FC Köln veröffentlicht. Darauf ist Trainer Gerhard Struber, sein Assistent Bernd Eibler und Kölns Sport-Geschäftsführer Christian Keller zu sehen. Der Fan-Blog war sich sicher: „Eine Trennung vom Österreicher ist nach dem 1:1 gegen Jahn Regensburg kein Thema." Das Trainerteam und die Spieler hatte am Samstag gegen Fixabsteiger Regensburg nur 1:1 gespielt. Köln steht aber noch immer auf Platz zwei der 2. Deutschen Bundesliga und damit auf einem fixen Aufstiegsplatz.
Montag kommt es zur überraschenden Trennung
Die Fans hatten auf die Leistung gegen Regensburg mit Pfiffen reagiert und mit Struber-raus-Rufen ihren Unmut gegen den Trainer kundgetan. Doch Keller stand hinter Struber, was ihm zum Verhängnis wurde, Montag gab der Klub die Trennung vom Trainer und dem Sport-Geschäftsführer bekannt. Gerhard Struber sagte in der offiziellen Pressemitteilung des Vereins: „Jetzt, da die Ziellinie vor Augen ist und wir noch dazu aussichtsreich dabei sind, tut die Entscheidung besonders weh. Ich wünsche dem Team und dem gesamten Club für die verbleibenden Spiele maximalen Erfolg."
Nachfolger Friedhelm Funkel ist 71 Jahre alt
Noch am Sonntag war Friedhelm Funkel kontaktiert worden. Der 71-Jährige ist zum dritten Mal Trainer von Köln und wird die Mannschaft in den letzten beiden Spielen betreuen - Freitagabend in Nürnberg, Samstag darauf daheim gegen Kaiserslautern. Nach dem ersten Training unter Friedhelm Funkel wurden auch die Spieler zu dem Thema befragt. Tormann Marvin Schwäbe sagte: „Wir wurden natürlich auch informiert und waren ein Stück weit überrascht. Es geht schnell in dem Geschäft, das merkt man immer wieder."
Struber und Eibler haben noch einen Vertrag bis 2026, der noch nicht aufgelöst worden ist. Dennoch ist die aktive Zeit bei Köln somit vorbei. Bernd Eibler: „Die Liga ist ziemlich verrückt, das sieht man an den Ergebnissen, aber auch an den vielen Trainerwechsel. Ich denke, dass der Club einfach nochmal einen Impuls setzen wollte."
Eibler arbeitete aber 2021 in den USA mit Struber
Eibler startete in der österreichischen Bundesliga als Videoanalyst, erst bei Hartberg, danach eineinhalb Jahre in Mattersburg - wo er auch Co-Trainer wurde. Nach dem Aus der Mattersburger ging er als Co-Trainer von Gerhard Struber in die MLS und war von Februar 2021 bis Mai 2023 bei den Bullen in New York. Laut Aussendung des Vereins erfolgte die Trennung auf Wunsch von Struber, Eibler folgte ihm zurück nach Österreich.
Struber in Salzburg, Eibler in Liefering
Eibler blieb im Red-Bull-Kosmos mit dessen Eigenheiten. Gerhard Struber wurde Salzburg-Trainer, wo er den ihm vorgesetzten Betreuerstab übernehmen musste. Eibler kam zu Liefering, wo er Co-Trainer von Onur Cinel wurde. Nach dessen Abgang arbeitete er noch unter Daniel Beichler. „Strubsi kenne ich mittlerweile in- und auswendig", sagte er damals im Interview mit der BVZ.
Der mittlerweile 48-jährige Strubsi holte Eibler im Sommer 2024 zu seinem nächsten Engagement. Aus den Bullen wurde Geißböcke. Köln war abgestiegen und mit einer Transfersperre belegt worden. Mit Florian Kainz und Dejan Ljubicic arbeiteten Struber und Eibler mit zwei Österreichern zusammen.