David gegen Goliath und ein offener Lokalhit

2. Klasse Nord

Kann Großhöflein den Lauf von St. Georgen stoppen? Zudem verspricht das Derby zwischen Hirm und Sigleß Hochspannung.

Von VON Joshua Unterweger

Großhöfleins Top-Torjäger Lukas De Zordo (grau) fällt weiterhin auf unbestimmte Zeit aus – ein herber Verlust, der dem Offensivspiel aktuell extrem anzumerken ist.

Großhöfleins Top-Torjäger Lukas De Zordo (grau) fällt weiterhin auf unbestimmte Zeit aus – ein herber Verlust, der dem Offensivspiel aktuell extrem anzumerken ist.

© Johannes Götzinger

St. Georgen – Großhöflein. Am Freitagabend (19.30 Uhr) richten sich die Blicke ins Georgistadion, wo der ungeschlagene Ligaprimus UFC St. Georgen den FC Großhöflein zum ungleichen Duell bittet. Die Ausgangslage könnte eindeutiger kaum sein: Mit zwölf Punkten aus vier Spielen und imposanten 19:1 Toren pflügen die Hausherren unaufhaltsam durch die Liga. Die Truppe sprüht vor Selbstvertrauen, weshalb Spielertrainer Christopher Pinter auf eine würdige Kulisse hofft: „Wir sind auf Großhöflein vorbereitet. Ich hoffe, dass unsere Leistungen honoriert werden und meine Spieler ein volles Stadion erwarten können.“

Auf der anderen Seite steht mit dem FC Großhöflein der aktuelle Tabellenzehnte. Die Gäste erlebten einen holprigen Saisonstart, konnten aber in der Vorwoche mit einem wichtigen Sieg gegen Hirm/Zillingtal ordentlich Selbstvertrauen tanken. Auch wenn die Papierform klar gegen sie spricht, weiß man in der Liga um die Qualitäten der Neckamm-Elf: Schon in der vergangenen Saison bewies Großhöflein eindrucksvoll, dass man als Favoritenschreck für reichlich Aufregung sorgen und große Namen ins Straucheln bringen kann. Trainer Christian Neckamm ist sich der Herkulesaufgabe dennoch bewusst und drückt auf die Euphoriebremse: „Für Freitag werden wir uns weiter steigern müssen. St. Georgen ist in Topform und Titelkandidat Nummer 1.“ Ein kleiner Lichtblick für die Mission Überraschungscoup: „Mit Fajt kommt zumindest ein Spieler zurück“, so der Coach.

SPG Hirm/Zillingtal – Sigleß. Am Samstag (18 Uhr) erwartet die Fans in Hirm ein Nachbarschaftsduell, das im Vorfeld kaum schwerer zu tippen wäre. Mit der Spielgemeinschaft und dem SV Sigleß kreuzen zwei absolute Wundertüten der bisherigen Spielzeit die Klingen. Die SPG Hirm/Zillingtal präsentierte sich bislang extrem wankelmütig: Einem überzeugenden Sieg gegen Trausdorf standen klare Niederlagen gegen Oggau und St. Georgen sowie der jüngste Ausrutscher gegen Großhöflein gegenüber. Das Team steht nun vor heimischem Publikum unter Zugzwang.

Nicht minder unberechenbar agiert der SV Sigleß. Der Tabellensiebte gleicht in dieser Saison einer sportlichen Achterbahnfahrt: Auf eine 0:3-Auftaktpleite in Oslip ließ man einen 3:1-Sieg gegen Steinbrunn folgen, kassierte dann einen 1:3-Dämpfer in Mörbisch, nur um zuletzt den hoch favorisierten SC UNEX Eisenstadt überraschend mit 2:1 in die Knie zu zwingen. Sigleß-Sektionsleiter Peter Zistler erwartet einen heißen Tanz und betreibt geschicktes Understatement, indem er den Druck an die Hausherren abgibt: „Da heißt es wieder Derbytime. Hirm möchte sich sicher für die letzte Woche rehabilitieren. Das Ergebnis gegen Großhöflein spiegelt sicher nicht die Qualität der Mannschaft wider.“

Dabei spricht die historische Bilanz dieses Duells eine ziemlich klare Sprache für die Gäste: In 19 Aufeinandertreffen ging Sigleß stolze zwölf Mal als Sieger vom Platz (bei sechs Siegen für Hirm und einem Remis). Zudem verspricht das Duell traditionell ein Offensivspektakel – durchschnittlich fallen fast vier Tore (3,95) pro Spiel. Zistler warnt dennoch eindringlich davor, den Gegner zu unterschätzen: „Aufgrund unserer Auswärtsschwäche sehe ich da vielleicht sogar Hirm als leichten Favoriten. Leicht wird es dort sicher nicht, etwas Zählbares mitzunehmen.“