Flutlicht-Krimi in Sigleß

2. Klasse Nord

Der SV Sigleß und St. Georgen lieferten sich ein 4:4-Spektakel der Extraklasse.

Von VON Joshua Unterweger

Mit Ausnahme der 4. Runde traf St. Georgens Kapitän Oliver Mancs bislang in jeder Partie.

Mit Ausnahme der 4. Runde traf St. Georgens Kapitän Oliver Mancs bislang in jeder Partie.

© Johannes Götzinger

Es war ein Freitagabend, der den Amateurfußball so unvergleichlich macht. Unter Flutlicht lieferten sich die heimstarken, aber massiv dezimierten Hausherren Sigleß und der ungeschlagene Ligaprimus St. Georgen einen epischen 4:4-Schlagabtausch. Die Vorzeichen für Sigleß glichen im Vorfeld einem Albtraum: Mit Schlüsselspielern wie Vondraus, Steindl und fünf weiteren Stammkräften fehlte fast eine komplette Startelf.

Auf dem Rasen entwickelte sich dennoch eine wilde Achterbahnfahrt. Die frühe Gästeführung durch Max Manninger (7.) konterte Abdulkadir Ceri postwendend (10.). Nach dem erneuten UFC-Führungstreffer durch Oliver Mancs (30.) entfesselte Sigleß im zweiten Durchgang einen wahren Offensivsturm. Mikail Baydilek (52.) und Jakob Krenn (59.) drehten die Partie sensationell auf 3:2 für den Underdog. Doch der Spitzenreiter wankte nur kurz und schlug durch Spielertrainer Christopher Pinter (74.) sowie Nikolaus Krizsanits (80.) meisterhaft zum 3:4 zurück. Das letzte Wort in diesem Drama hatte jedoch abermals Ceri, der in der 93. Minute einen Elfmeter zum 4:4-Endstand verwandelte.

„Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment aussprechen. Einen Verlierer hätte sich dieses Spiel nicht verdient“, zog Sigleß-Sektionsleiter Peter Zistler stolz den Hut vor der Moral seiner Elf. Den späten Ausgleich nahm er als „etwas glücklich durch den Zeitpunkt, aber auf alle Fälle mehr als verdient“ dankend an.

Auch beim Spitzenreiter überwog trotz des späten Nackenschlags der Stolz. Für Spielertrainer Pinter war das hart umkämpfte Remis nach diesem „Wechselbad der Gefühle“ ein voller Erfolg: „Wir gehen als Gewinner aus dem Spiel heraus! Sigleß war letzte Saison nach dem Meister das beste Heimteam. Unser Unentschieden zeigt, was wir hier geleistet haben.“ Zudem hat der Punkt historischen Wert: Mit nun 16 Zählern aus sechs Partien übertraf St. Georgen endgültig den Rekordstart des Vereins aus der Saison 2012/13.