SV Sigleß setzt auf die Jugend

2. Klasse Nord

Um den Verlust der Erfolgsachse aufzufangen, verpflichten sie acht neue Akteure und vertrauen dabei auf junge Talente.

Von VON Joshua Unterweger

Peter Bösze schoss Sigleß mit seinen 18 Treffern zum Herbsttitel.

Peter Bösze schoss Sigleß mit seinen 18 Treffern zum Herbsttitel.

© Johannes Götzinger

Der SV Sigleß blickt auf eine denkwürdige Saison zurück. Nach dem Herbstmeistertitel reichte es in der Endabrechnung für einen starken dritten Platz.

Doch statt auf diesem Fundament aufzubauen, steht der Club in diesem Sommer vor einem radikalen personellen Umbruch. Der Aderlass trifft das absolute Herzstück der Mannschaft. Ausnahmestürmer Peter Bösze, der im Herbst unglaubliche 18 Treffer beisteuerte, verlässt den Verein mit unbekanntem Ziel. Zudem bricht das kreative Zentrum fast komplett weg. Ivan Mihailovic beendet seine Karriere, Fabian Geissler und Mario Kitzinger wechseln zum SC Pöttsching und auch die Zukunft von Adam Szalai ist noch ungeklärt. Ebenso schmerzhaft ist der Abgang von Felix Gerenschier, der aus beruflichen Gründen zu seinem Stammverein SV Pitten zurückkehrt.

Um diese gewaltigen Lücken zu schließen, reagiert die sportliche Führung mit einer massiven Transferoffensive und holt gleich acht Akteure. Vom SC Bad Sauerbrunn stoßen Kilian Wochner sowie Ayhan und Mikael Baydelik zur Truppe. Für die eigenen Abgänge sicherte man sich von Pöttsching die Dienste von Bernd Steindl und Max Schlemmer. Komplettiert wird der runderneuerte Kader durch Benjamin Radislovitsch (Steinbrunn), Kadir Ceri (Mattersburg) und Abdul Aldeiri (Antau). Welche klare strategische Ausrichtung hinter dieser Neuausrichtung steckt, betont Sektionsleiter Peter Zistler: „Das Besondere an den Neuzugängen ist, dass alle bis auf Bernd Steindl Jahrgänge von 2006 oder jünger sind.“

Durch diesen mutigen Verjüngungskurs wartet auf das Betreuerteam in den laufenden Wochen der Vorbereitung eine echte sportliche Herkulesaufgabe. Die Klasse und Erfahrung der abgewanderten Schlüsselspieler lässt sich nicht über Nacht durch junge Talente ersetzen, weshalb der Erfolg künftig zwingend über ein völlig neu geformtes Kollektiv führen muss. Es gilt nun, die acht aufstrebenden Neuzugänge schnellstmöglich zu integrieren, damit der SV Sigleß zum Saisonstart wieder um die vordersten Plätze mitspielen kann.