„Jimmy“ zieht den Schlussstrich

2. LIGA MITTE

Draßmarkts Mannschaftskapitän und Abwehrchef Dominik „Jimmy“ Heißler muss aufgrund eine Knorpelschadens im Sprunggelenk mit 30 Jahren seine Karriere beenden.

Von Alfred Wagentristl

Drei Mannschaftskapitäne des SV Draßmarkt: Vorgänger Jürgen Kornfeld (l.), Nachfolger Tobias Bader (r.) und Dominik "Jimmy" Heißler, der jetzt seine Fußballschuhe an den Nagel hängt.

Drei Mannschaftskapitäne des SV Draßmarkt: Vorgänger Jürgen Kornfeld (l.), Nachfolger Tobias Bader (r.) und Dominik "Jimmy" Heißler, der jetzt seine Fußballschuhe an den Nagel hängt.

© Alfred Wagentristl

Nach mehr als zwei Jahrzehnten im Fußball zieht Dominik Heißler einen Schlussstrich unter seine Karriere. Der 30-jährige Draßmarkt-Kapitän beendet seine Laufbahn aufgrund Problemen im Sprunggelenk. Damit geht die Karriere eines Spielers zu Ende, der seinen Heimatverein über viele Jahre hinweg geprägt hat. Seine ersten Schritte im Fußball machte Heißler im Jahr 2001 im SVD-Nachwuchs. Einer seiner wichtigsten Wegbegleiter war damals Jugendtrainer Gerhard Grath.

„Gerhard hat mich als Nachwuchsspieler am meisten geprägt. Er hat uns Disziplin und Fleiß vermittelt, dabei aber nie den Spaß am Fußball aus den Augen verloren. Das war einer der Hauptgründe, warum ich drangeblieben bin“, erinnert sich Heißler. Schon früh zeigte sich sein großes Talent. Der nächste wichtige Schritt führte ihn in das LAZ Burgenland. Viermal pro Woche trainierte Heißler in Eisenstadt. Für ihn war diese Zeit eine völlig neue Erfahrung: Das Training wurde professioneller, der Konkurrenzkampf intensiver. Besonders dankbar ist er dabei zwei besonderen Menschen, die ihn auf diesem Weg stets unterstützten: „Meine Eltern haben mich auf diesem Weg immer gefördert. Besonders meiner Mutter bin ich dankbar, die über Jahre hinweg viel Zeit für meine fußballerische Entwicklung geopfert hat.“

Auf das LAZ folgte der Wechsel in die AKA Burgenland. Dort traf Heißler auf einige der besten Nachwuchsspieler Österreichs. In der Nachwuchsbundesliga standen unter anderem Spiele gegen Austria Wien, Rapid Wien und Red Bull Salzburg auf dem Programm. „Die Zeit war sportlich wie schulisch fordernd. Bis zu sechs Trainingseinheiten und ein Spiel pro Woche waren keine Seltenheit. Gleichzeitig reisten wir durch ganz Österreich, um meinem großen Ziel nachzugehen: Fußball auf möglichst hohem Niveau zu spielen. Im Jahr 2015 schloss ich dann mit der Matura erfolgreich ab“, so der Abwehrchef. Bereits mit 15 Jahren feierte er sein Debüt in der Kampfmannschaft des SV Draßmarkt – ausgerechnet gegen den FC Deutschkreutz. Damals ahnte wohl niemand, dass Deutschkreutz später noch eine besondere Rolle in seiner Laufbahn spielen würde.

Der Einstieg in den Erwachsenenfußball war eine Herausforderung. Körperlich musste sich der junge Spieler gegen deutlich erfahrenere Akteure behaupten. Dennoch setzte er sich rasch durch und wurde bereits mit 16 Jahren Stammspieler in Draßmarkt. Auch Trainer Wolfgang Bleier förderte Heißler nachhaltig. Seinen größten sportlichen Erfolg mit dem SV Draßmarkt feierte er in der Saison 2014/15, als er mit seinem Herzensverein den Herbstmeistertitel in der 2. Liga Mitte errang. „Das Besondere war, dass wir damals eine Mannschaft mit vielen einheimischen Spielern hatten. Wir waren wie eine Familie am und neben dem Platz. Gerade dieser Zusammenhalt hat unseren Erfolg so besonders gemacht“, blickt Heißler zurück.

Im Winter 2022 folgte schließlich der Wechsel zum FC Deutschkreutz. Für Heißler war dieser Schritt der persönlich größte Erfolg seiner Karriere und zugleich eine neue Herausforderung in einer höheren Liga. „Der SV Draßmarkt hat mir damals keine Steine in den Weg gelegt. Dafür bin ich bis heute sehr dankbar“, sagt er. In Deutschkreutz erkämpfte sich Heißler entgegen vieler Erwartungen einen Stammplatz.

Er wurde von seinen neuen Mitspielern bestens aufgenommen und fühlte sich rasch wohl. In dieser Zeit entstanden Freundschaften, die bis heute Bestand haben.

Im Sommer 2024 kehrte „Jimmy“, wie ihn seine Freunde nennen, zu seinem Heimatverein nach Draßmarkt zurück. Nachdem mehrere Führungsspieler den Verein verlassen oder ihre Karriere beendet hatten, übernahm er Verantwortung und wurde zum Mannschaftskapitän ernannt.

„Die Kapitänsschleife bei meinem Heimatverein tragen zu dürfen, war eine der größten Ehren meiner gesamten Karriere.“ Nun endet seine aktive Laufbahn verletzungsbedingt. Die chronischen Beschwerden im Sprunggelenk machen eine Fortsetzung des Leistungssports nicht mehr möglich. Was bleibt, ist eine beeindruckende Geschichte: vom Nachwuchsspieler in Draßmarkt über das LAZ und die AKA Burgenland bis hin zu den Kampfmannschaften in Draßmarkt und Deutschkreutz. Dominik Heißler war dabei nicht nur ein verlässlicher Fußballer, sondern auch ein Spieler, der für Einsatz, Vereinstreue und Verantwortungsbewusstsein stand. Sein Abschied hinterlässt eine Lücke – besonders bei jenem Verein, bei dem für ihn einst alles begann.