Verwirrender Bosnien-Übertritt: „Plötzlich bin ich transferiert“

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Marjan Markic, Torjäger des ASV Pöttsching, durfte im „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen Pilgersdorf nicht mitwirken, weil er offiziell am Montag davor von einem bosnischen Verein transferiert wurde. Es ist eine aktuell noch ungelöste Rätsel-Posse.

Von BVZ Redaktion

Verwirrender Bosnien-Übertritt:  „Plötzlich bin ich transferiert“

© Martin Ivansich

Wer auf Google den aktuellen Vereinsstatus von Marjan Markic über das ÖFB-System abfragt, wird sich wundern. Der 25-Jährige ist seit 23. August Spieler des bosnischen Unterhausvereins NK Mladi Zadrugar. Was zunächst wie ein technischer Fehler aussah, hat sich zu einem höchst kuriosen und ungeklärten Transferfall beim ASV Pöttsching entwickelt. Der Torjäger durfte zuletzt wegen des rätselhaften Wechsels nicht eingesetzt werden. Offenbar wurde ein internationaler Transfer eingetragen, ohne Wissen des Spielers und ohne Zustimmung des Vereins. Der betroffene bosnische Klub weiß nicht, zumindest laut Informationen aus Pöttsching, jemals eine Anfrage gestellt zu haben.Transfer erfolgt, ohne dass zugestimmt worden war Brisant ist auch der Zeitpunkt: Erst am vergangenen Freitag (28. August) um 16:09 Uhr erhielt Pöttsching eine E-Mail des Verbandes mit der Bitte um Zustimmung oder Ablehnung. Doch der Transfer war offenbar bereits Tage zuvor abgeschlossen. Der ASV Pöttsching stimmte nie zu, konnte den Vorgang aber nicht mehr stoppen.

Markic selbst zeigte sich ratlos und hat beziehungsweise hatte in den vergangenen Jahren keinerlei Absicht den Verein zu wechseln. Er erinnert sich daran, vor Jahren während eines Aufenthalts in Bosnien aus Spaß bei einem Klub gespielt zu haben – nach eigenen Angaben jedoch nie eine Ahnung gehabt zu haben, dort auch gemeldet zu sein. „Meiner Meinung nach war ich immer nur in Österreich gemeldet. Unglaublich, plötzlich bin ich transferiert und niemand wollte es“, so der Ex-Profi.

Eine doppelte Anmeldung wäre ohnehin nicht erlaubt. Wie es also überhaupt zu diesem Eintrag kam, ist völlig offen. „Wir wurden von der gesamten Situation komplett überrascht”, sagt Pöttschings Sportliche Leiter Thomas Ohrner. Sportlich ging es glimpflich aus – das wichtige Heimspiel gegen Pilgersdorf wurde auch ohne den torgefährlichen Angreifer mit 3:2 gewonnen. Markic fehlt der Mannschaft sichtbar. Besonders angesichts der vielen ungenutzten Torchancen hätte ein Torjäger seines Formats vermutlich den Unterschied gemacht. Mannschaftskapitän Mehmet Karaca kann den ganzen Vorgang nur kopfschüttelnd verfolgen. „Viele Fragen sind offen. Ich hoffe, dass die Angelegenheit schnell geklärt wird und Marjan am Freitag wieder spielen darf.“ Da geht es für den ASV in Kobersdorf zur Sache. Diese Hoffnung teilen vermutlich alle in Pöttsching. Denn mit dem 35-Jährigen sollte die Offensive spürbar an Durchschlagskraft gewinnen. Doch ob der durchgeführte Transfer und die damit einhergehende fehlende Spielberechtigung bis zum nächsten Spieltag im Sinne des ASV aufgeklärt werden können, bleibt vorerst allerdings fraglich. Bosnien-Tätigkeit

als FußballerDer Burgenländische Fußballverband in Person von Geschäftsführer Bernd Eger zu der spannenden Causa: „Es ist noch vieles nicht überprüft und im Grunde ein laufendes Verfahren. Hier vorschnell etwas zu sagen oder zu behaupten möchte ich nicht. Der ÖFB hat bestätigt, dass Marjan Markic - zumindest - in der Zeit seiner Sperre in Bosnien gespielt hat. Wie das möglich war, kann ich noch nicht sagen. Ich hoffe natürlich, dass der ASV Pöttsching jetzt nicht unschuldig zum „Handkuss“ kommt. An der, zweifellos dringlichen, Sache wird auf alle Fälle zurzeit gearbeitet.“

Markic war aufgrund von Spielmanipulation bis Dezember 2023 gesperrt. Im November 2021 kam der sogenannte „Regionlliga-Wettskandal“ ans Tageslicht. Einige Kicker aus der dritthöchsten Leistungsstufe waren darin verwickelt, eben auch der damalige Ostliga-Akteur Marjan Markic.

Demnach würde der Zeitraum, in dem er während seiner Sperre gespielt haben soll, rund drei Jahre zurück liegen. Was die Causa insgesamt noch rätselhafter macht, weshalb ausgerechnet jetzt ein Transfer vollzogen wurde. Von dem niemand offiziell eindeutig weiß, warum und wieso dieser durchgeführt worden ist.

Bleibt für den ASV zu hoffen, dass Verband und Verbände den Fall rasch aufklären. Derzeit gibt es bei dieser Thematik noch mehr Fragen als Antworten.