Die verrückteste Konstellation im Titelkampf

2. Liga Nord

Echt irre: Die ersten sieben Klubs trennen zurzeit nur drei Punkte. Weitere drei Punkte dahinter lauern zwei Verfolger. Doch auch nach „unten“ kann's schnell losgehen.

Von Martin Plattensteiner

Die Wimpassinger haben sich ins Titelrennen zurückgeschossen.

Die Wimpassinger haben sich ins Titelrennen zurückgeschossen.

© Plattini

Spannender geht's nimmer: Zwischen Tabellenführer Rust und Rang 12 (der im Fall von zwei nördlichen Burgenlandliga-Absteigern gar nicht für den Klassenerhalt reicht - momentan Neufeld) liegen nur 9 Punkte. Das sind drei Siege. Es kann also schnell nach oben, aber ebenso flott nach unten gehen.

Die Ruster stolperten zum dritten Mal in Folge, liegen aber immer noch vorne. „Wir wollen weiterhin jede Partie gewinnen, dann sehen wir, was rauskommt“, meint Obmann David Stagl. „Beim 1:3 in Tadten waren wir aber wirklich nicht gut.“ Oliver Fandel feierte ein Halbzeit-Comeback, ist aber sicher noch nicht für die Start-Elf in Form.

Verfolger und Herbstmeister Deutsch Jahrndorf hat mit dem 1:1 gegen Gols endlich wieder angeschrieben. „Der Aufstieg ist zu keinem Thema mehr geworden“, analysiert Trainer Elvir Jusic die Ist-Situation. „Wir treten jetzt schon mit dem allerletzten Aufgebot an.“ Am Freitag musste Innenverteidiger Alessandro verletzt raus, das lädierte Knie wird wohl eine längere Pause brauchen.

Die Wimpassinger hingegen sind bereits seit 9 Spielen ungeschlagen, liegen in der Frühjahrswertung an der Spitze. „Wir haben jetzt jede Woche ein Spitzenspiel“, meint Trainer Peter Kaltenegger vor dem Gang nach Tadten (Samstag, 17 Uhr). Der Gegner hat in der Rückrunde genausoviele Punkte geholt, liegt also auf der Lauer. „Wir bleiben demütig“, wischt Tadten-Trainer Michael Pittnauer Gedanken vom Tisch, die vom Meistertitel handeln. Kurios: Nach 6 Spieltagen hatten die UFCler noch keinen einzigen Punkt am Konto, jetzt deren 26.

In Wimpassing „riecht“ einiges nach Meistertitel. Im Vorjahr wurde die neue Flutlichtanlage errichtet, zuletzt der Kantinenbereich in der Nordkurve modernisiert. Demnächst soll auch die Überdachung vor dem Kabinentrakt fertig sein.

„Wir haben drei Punkte auf die Spitze gut gemacht“, erläuterte Kittsee-Trainer Martin Grabenbauer nach dem 2:0-Derbysieg in Gattendorf. „Wir denken von Spiel zu Spiel“, gibt sich auch Funktionär David Valentin zurückhaltend. Zudem muss man auf zwei Stammspieler verzichten. Tobias Wisak erlitt einen Kreuzbandriss, Ibrahim Kamasik einen Muskelfaserriss.

Am Freitag (19.30 Uhr) will man aber gegen Illmitz den ersten Sieg in einem Heimspiel 2026 feiern und auf jeden Fall weiterhin nach oben schielen. „Ich glaube, dass Wimpassing oder Tadten aufsteigen“, meint Gattendorfs Funktionär Alex Sommer, dessen Team als Fünfter nur zwei Punkte Rückstand auf die Tabellenführung hat. „Wir haben keine starke Offensive, wollen zumindest einmal durch sein.“ Mit der Sonntag-Partie in Rust (17 Uhr) steht für Gattendorf ein weiterer Kracher am Programm. Alan Kovac sollte wieder fit werden, Florian Thüringer fehlt nach seiner Ampelkarte fix.

Nach starken Leistungen in der Rückrunde erhielten die Hornsteiner mit der 0:2-Niederlage in Wimpassing einen Dämpfer. „Als Aufsteiger genießen wir es, im Spitzenfeld mitzumischen“, meint Spielertrainer Mario Sara. „Jetzt fahren wir mutig nach Gols.“ Dort kann er personell wieder aus dem Vollen schöpfen, Florian Pogats hat seine Sperre abgesessen. Im Tor ersetzt Mustafa Özkanli wohl wieder den angeschlagenen Tomas Veber.

Die Golser freuen sich ebenfalls schon auf das Top-Spiel gegen den Aufsteiger (Samstag, 17 Uhr). „Jetzt kommen drei Wochen, die entscheidend sind, ob wir ganz vorne mitmischen“, weiß Obmann Günther Gmall, da nach Hornstein in weiterer Folge gleich Wimpassing und Rust die Gegner sind. Von der Infrastruktur her (mit dem alten Platz als Trainingsquartier) sowie dem soliden Unterbau wären die Golser ein reifer Burgenlandliga-Klub. „Wir denken aber nur von einem Match zum nächsten.“