Paukenschlag in Winden: Tomcak entlassen, Pammer übernimmt

2. Liga Nord

Der erste Trainerwechsel der Saison ist nach nur sechs Runden fixe Sache. Am Samstag gewann Winden, am Montag war schon der neue Coach erstmals beim Training.

Von Martin Plattensteiner

Norbert Pammer bei seinem ersten Tag als Trainer in Winden im persönlichen Gespräch mit Manuel Kientzl

Norbert Pammer bei seinem ersten Tag als Trainer in Winden im persönlichen Gespräch mit Manuel Kientzl

© Günther Pavlovics

Damit hatte wohl niemand gerechnet, am wenigstens Trainer Marian Tomcak. Noch am Samstag konnte man mit dem 3:1-Sieg gegen Tadten endlich wieder voll anschreiben. Es schien, als hätte man den Kopf aus der Schlinge gezogen. Man wollte sich mit dem Rückenwind des Dreipunkters wieder in Richtung gesichertes Mittelfeld orientieren.

Doch am Sonntag, Punkt 15 Uhr kam für Tomcak (ebenso für seinen Assistenztrainer Markus „Max“ Huszar) der Anruf von Obmann Christian Ernst. Inhalt – sofortige Trennung. „Sponsoren und Fans sollen mit der sportlichen Ausbeute nicht zufrieden gewesen sein“, umreißt Huszar das Telefonat mit seinem Ex-Obmann. „Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen.“ Das Spiel soll „nicht attraktiv genug“ gewesen sein.

Der Winden-Vorstand dürfte schon im Hintergrund an der Tomcak-Nachfolge gebastelt haben. Norbert Pammer, er war beim Match gegen Tadten schon zusehen, heißt der neue Coach. „Es stimmt, ich wurde kontaktiert“, sagte der 47-Jährige. „Doch nach dem Match bin ich nach Hause gefahren und dachte, das wär's gewesen.“ Überrascht war er dann vom Anruf am Sonntag, er solle doch als neuer Trainer kommen.

„Da war ich etwas in der Zwickmühle. Ich werde mit Marian telefonieren, wir kennen uns ziemlich gut.“ Die beiden waren gemeinsam im Trainerteam bei Neusiedl. Pammer war zuletzt vor zehn Jahren Cheftrainer, damals coachte er Wallern in der Landesliga. Danach ging er in die zweite Reihe, war Co-Trainer bei Parndorf und Neusiedl, wo er nach dem Abgang von Stefan Rapp auch Interimstrainer war. Nach dem Abstieg der Neusiedler machte Pammer eine Pause, widmete sich mehr seiner Familie. Pammer kommt aus Nickelsdorf und ist in Pama zu Hause. Als Spieler kam er mit 20 Jahren kurz zur Austria, stürmte danach für Parndorf und Neusiedl.

Bereits unter der Woche stellten Tomcak und Huszar dem Vorstand die Vertrauensfrage. Dieser dürfte dann - vielleicht sogar in der Befürchtung, dass die Tadten-Partie verloren geht - mit Pammer verhandelt haben.

Tomcak selber bezeichnet seine Ablöse als „den nicht-klassischen Trainerwechsel“. In seiner langjährigen Karriere, unter anderem als Profi, habe er aber schon viel erlebt. Was er sich dachte, als vor dem Samstag-Spiel Pammer auftauchte? „Ich bin ja nicht vom Jupiter“, meint Tomcak. „Logisch, dass man sich da so seine Gedanken macht.“ Groll hege er aber keinen. Am Montag verabschiedeten sich Tomcak und Huszar noch von der Mannschaft.

Pammer kommt nicht alleine, er nimmt David Pototschnig als Assistenztrainer mit. Der 31-Jährige kommt aus Neusiedl und wohnt ebenfalls in Pama. Dort spielte er zuletzt zwölf Jahre lang und beendete im Sommer seine aktive Karriere. Dort bleibt er bis Ende der Herbstsaison noch sportlicher Leiter und widmet sich danach voll seiner Aufgabe in Winden.