Rassige Duelle am Wochenende

2. Liga Nord

Hornstein erwartet Deutsch Jahrndorf, zwei Top-Teams aus der Vorsaison treffen aufeinander. Die Andauer spielen sonntags gegen Wallern.

Von Martin Plattensteiner

Hornsteins Florian Pogats (r.) hatte es zuletzt mit Wimpassing-Kicker Visar Ziberi zu tun.

Hornsteins Florian Pogats (r.) hatte es zuletzt mit Wimpassing-Kicker Visar Ziberi zu tun.

© Plattini

„Nach dem Derby ist vor dem Derby“, nimmt Wallerns Trainer Wolfgang Fischer Anleihen beim legendären Teamtrainer Sepp Herberger („Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“), der 1954 mit der deutschen Nationalelf Weltmeister wurde.

In der Tat, nach dem klaren 4:0-Sieg gegen Illmitz geht am Sonntag (Anpfiff ist um 16.30 Uhr) die Reise nach Andau. „Wir wollen mindestens einen Punkt mitnehmen“, gibt sich der Coach kämpferisch. Immerhin hat man in der - noch jungen - Saison auswärts nicht verloren.

Fischer durchschaute die Illmitzer Taktik mit der Dreier-Kette in der Abwehr. Sein Team lockte das Mittelfeld des Gegners stets heraus, dadurch entstanden Räume für seine Angreifer. Obwohl Patrick Mayer und Lukas Cambal zurzeit im Strafraum etwas glücklos agieren, schoss man vier Tore. „Dann übernehmen eben andere Spieler diese Aufgabe“, so Fischer weiter.

„Wir haben nur mehr Derbies“, meint auch Andau-Chefcoach Christian „Jumbo“ Bauer, der in Wallern spionierte. „Die stehen in der Mitte sehr gut, lassen immer einen Stürmer zurückfallen“, weiß Bauer. „Hinten teilt Walter Engelbert seine Mitspieler gut ein.“

In Gattendorf lag man zur Pause 1:2 hinten, da packte der Coach seine Routiniers bei der Ehre: „Ich würde mich genieren, wenn ich immer nur nach Gründen suche, warum es nicht läuft. Manchmal muss man eben Verantwortung übernehmen.“ Gesagt, getan - Manuel Schopf & Co. benötigten nur sechs Minuten, um auf 4:2 davonzuziehen. „Da haben sie sich alle ordentlich zusammengerissen.“ Der dritte Gattendorfer Treffer war dann nur mehr Ergebniskosmetik.

Zweimal Unentschieden (1:1 gegen Siegendorf und 2:2 in Wimpassing) - jetzt empfangen die Hornsteiner (Samstag, 17 Uhr) das nächste Spitzenteam. Aber diese Bezeichnung vergibt man den ASVlern auch gerne.

„Wir waren lange Zeit klar überlegen, hatten aber anscheinend kein Zielwasser getrunken“, meinte Spielertrainer Mario Sara. „Das waren zwei unnötig verschenkte Punkte.“ Wechselspieler Adnan Ahmetagic (ersetzte schon bald Patrick Niklas, der verletzt raus musste) zeigte auf, dass er mehr als nur ein Bankerldrücker ist. In der Schlussphase hatte er sogar den Siegestreffer am Fuß. Bei seinem Abschluss hatten ihn wohl Konzentration und Kraft verlassen.

„Klar, wir wollen gewinnen“, gibt Sara die Marschroute aus. „In dieser Saison kann wohl jeder jeden schlagen.“

Deutsch Jahrndorf-Trainer Markus „Max“ Tschida gibt zu, dass man beim 4:2-Sieg gegen Tadten in der zweiten Halbzeit „ordentlich gewackelt“ hat. Nach dem 2:0-Vorsprung gingen es seine Mannen zu locker an, Tadten glich aus. Zum Matchwinner wurde der erst spät eingewechselte Carsten Lang. Ein Assist, ein Tor - so seine Ausbeute in zehn Minuten Spielzeit. „In Hornstein dürfen wir keinen Schlendrian einreißen lassen“, warnt Tschida.

Tabellenführer Siegendorf tritt in Illmitz (Samstag, 18 Uhr) an. „Das große Spielfeld dort kommt uns sicher entgegen“, so Spielertrainer Dominik Wydra. „Unser Anspruch ist, auch dort drei Punkte zu holen.“ Gegen Gols lag man früh 1:0 vorne, doch dann agierte man im Spielaufbau zu kompliziert. „Da musste ich taktisch umstellen.“