Fidas Volleys in der Meistergruppe: „Hier sind wir besser aufgehoben“

2. Volleyball Bundesliga

Die Fidas Volleys aus Jennersdorf beendeten den Grunddurchgang der „Austrian Volley League Women 2“, wie die 2. Bundesliga, auf Platz drei. Um ein Haar verpassten die Südburgenländerinnen den Sprung in die Relegation um einen Platz in der 1. Bundesliga. Dafür geht es jetzt in der Meistergruppe um den möglichen Titel - auch nicht schlecht. Für Obmann Manfred Forjan ist es somit ein weiteres erfolgreiches Jahr, mit guten strukturellen Perspektiven, aber auch schwierigen sportlichen Herausforderungen.

Von Von Bernhard Fenz

Im Grunddurchgang gelang den Jennersdorferinnen gegen Hausmannstätten im Dezember ein 3:0-Heimerfolg. Am Ende konnten sich die Steirerinnen aber doch noch in der Tabelle an den Südburgenländerinnen vorbeischieben.

Im Grunddurchgang gelang den Jennersdorferinnen gegen Hausmannstätten im Dezember ein 3:0-Heimerfolg. Am Ende konnten sich die Steirerinnen aber doch noch in der Tabelle an den Südburgenländerinnen vorbeischieben.

© zVg

In der zweithöchsten Spielklasse im Volleyball gibt es einiges zu feiern, wenn man sich auf der richtigen Position befindet. Eingeteilt sind die 20 Teams im Zuge des Grunddurchgangs in zwei Gruppen. Nach 18 Spieltagen hat jedes Team einmal daheim und einmal auswärts gegeneinander gespielt, dann wird erstmals abgerechnet. Die Top-Zwei jeder Gruppe steigen in den elitären Kreis der Relegation für einen Aufstieg in die Austria Volley League Women, also die 1. Bundesliga, auf. Dort wird dann gegen die abstiegsgefährdeten Bundesligisten um die offenen Plätze in Österreichs Eliteliga gespielt.

Fidas Volleys in der Meistergruppe: „Hier sind wir besser aufgehoben“

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Es ist somit der sportlich größtmögliche Erfolg, den die Vertreterinnen der 2. Bundesliga erreichen können. Für die Plätze drei bis sechs bleibt die sogenannte Meistergruppe, in der dann eben das Meisterteam ermittelt wird. Dass die vier Top-Mannschaften für diesen Titel nicht mehr in Frage kommen, mutet vielleicht etwas eigenartig an. Fakt ist, dass beide Varianten für manche Teams ein Grund zum Feiern sind.

Hier wären wir bei den Fidas Volleys aus Jennersdorf. Sie, die nun bald zehn Jahre in der zweithöchsten Spielklasse vertreten sind, haben sich im Sommer kader- und somit personaltechnisch leicht verjüngt und sind mit dem Ziel gestartet, nichts mit dem Kampf gegen den Abstieg zu tun haben zu müssen. Da wird nun die dritte Variante nach dem Grunddurchgang schlagend. Die Plätze sieben bis zehn der beiden Gruppen haben den Klassenerhalt noch nicht fix und müssen sich das Ticket für die kommende 2. Bundesliga-Saison eben noch sportlich sichern. Vor zwei Jahren wären die Fidas Volleys im Zuge dessen beinahe abgestiegen und sicherten erst ganz am Schluss (dann aber doch klar) das besagte Ticket.

Auswärtssieg in Klagenfurt reichte doch nicht

Weil die Saison bislang (ähnlich dem Vorjahr) sehr gut verlief, schnupperten die Südburgenländerinnen bis zuletzt an den Top-Zwei. Nur weil die Konkurrentinnen des VC Hausmannstätten am Sonntag im fünften Satz beim UVC Graz 3:2 gewannen, schummelten sie sich - punktegleich, aber mit mehr Siegen im Gepäck - noch an den Fidas Volleys vorbei. Diese wiederum hatten am vergangenen Freitag bei den Wildcats Klagenfurt 2 ebenfalls 3:2 gewonnen und vorgelegt. Am Ende sollte der knappe Erfolg im Fernduell mit Hausmannstätten doch nicht reichen. Wäre der Sieg deutlicher ausgefallen, hätten es die Jennersdorferinnen in die Aufstiegsrelegation geschafft. Obmann Manfred Forjan: „Das war in dem Zusammenhang dann wirklich Freitag, der 13. Bei einem Bus mit einigen Spielerinnen gab es im Vorfeld eine Panne, weshalb einiges an Stress vor Beginn aufkam. Die ersten beiden Sätze haben wir verhaut, danach drei Sätze in Folge gewonnen.“

Hätte, hätte, Fahrradkette. Es war eben nicht und nun stehen die Fidas Volleys mit Platz drei nach dem Grunddurchgang im Gepäck in der Meistergruppe. Dort werden sie ab 7. März je zweimal gegen die Gegnerinnen aus der Gruppe 1 der 2. Bundesliga spielen. Die Mühlviertel Volleys, der VBC Höchst, Union Raiffeisen Waldviertel und die Linz AG Steelvolleys/2 bilden die Plätze drei bis sechs in der besagten Gruppe. In acht Spielen können dann neue Punkte geholt werden, die bis dato erzielten Grunddurchgangsergebnisse gegen die Konkurrenten aus der eigenen Gruppe werden berücksichtigt.

Offiziell ist die Auslosung der Meistergruppe noch nicht, aber die Vorfreude ist dennoch schon gegeben. „Natürlich wäre es ein besonderer Bonus gewesen, um den Aufstieg zu spielen, aber ehrlich gesagt passt es so sehr gut. Wir sind in dieser Gruppe besser aufgehoben.“ Denn Manfred Forjan stellt auch klar, dass nicht nur die sportliche Komponente am Weg in eine 1. Bundesliga nicht gegeben ist. „Die Teams der anderen Gruppe sind noch stärker und wir könnten da nicht wirklich mithalten. Außerdem erfüllen wir infrastrukturell gar nicht die Voraussetzungen für einen Aufstieg. Das Thema 1. Bundesliga ist für uns definitiv nicht realistisch, die Kosten wären enorm.“

Übrigens: Auch der Kampf um den Meistertitel wird sich von den Voraussetzungen her nicht realistisch ausgehen, hier sind die Konkurrentinnen aus der 1. Gruppe stärker einzuschätzen, wie der Klubchef klarstellt.

Neue Halle als ungelegtes Ei, noch . . .

Was die Voraussetzungen betrifft, so ist die Heimhalle im BORG Jennersdorf sogar für die 2. Bundesliga zu klein. Die Südburgenländerinnen spielen nur mit einer Ausnahmegenehmigung. Licht am Ende dieses Tunnels gibt es allerdings. Hier soll zeitnah eine neue Halle für neuen Schwung in Jennersdorf sorgen, noch sind es ungelegte Eier, die aber dennoch ziemlich bereit zum Schlüpfen sein dürften. Sprich: Die Umsetzung einer entsprechend großen und meisterschaftstauglichen Halle steht bevor, zumindest pfeifen es die Spatzen von den Dächern.

Sollte die besagte Infrastruktur errichtet werden, wird auch Manfred Forjan als Lenker des Volleyballsports in Jennersdorf noch weiter an seinen „großen Zielen“ werken - eben Volleyball noch stärker zu verankern und auch vom Niveau her weiter zu heben. Das besagte Niveau ist für die Zukunft allerdings gar nicht so einfach zu erreichen. Hier hat sich, wie der oberste Funktionär des Vereins weiß, ein gewisser Schlendrian beim Nachwuchs eingeschlichen. „Wir haben sehr viel Quantität, aber es gibt nicht so viele Talente, die auch zu einem regelmäßigen und intensiven Training bereit sind. Das ist leider ein Problem der heutigen Zeit.“

Also gilt es die Youngsters wieder zu locken. Das geht freilich mit den Erfolgen der Einsermannschaft, die nun in der Meistergruppe, laut Forjan, „locker drauflosspielen wird“. Wichtig ist hier, dass auch Spielerinnen zum Zug kommen sollen, die nicht immer ausreichend Spielpraxis erhalten haben. „Wir haben einen Stamm von sieben, acht Spielerinnen. Von diesem Stamm gab es fast keine Ausfälle. Jetzt, da wir fix die Liga gehalten haben, können wir hier aber viel mehr rotieren.“ Wichtig ist das auch für Langzeit-Coach Attila Bodzer, der somit bereits an der Mannschaft für die neue Saison im Wettkampfmodus feilen kann.

Zweite Mannschaft kann und will aufsteigen

Und auch von unten soll die eine oder andere Spielerin eine Perspektive im 2. Bundesliga-Kader erhalten. Denn bei der Zweiermannschaft gibt es Talente, und auch der Trainingseifer passt. „Da haben wir viele U18-Spielerinnen, die gerade geformt werden.“ Als Lohn stehen die Mädls in der 1. steirischen Gebietsliga nach dem Grunddurchgang auf Platz eins, es geht nun in den kommenden Wochen um den Aufstieg in die 2. Landesliga. Und dann wäre der Unterbau für die 2. Bundesliga als Talentschmiede noch besser zu praktizieren. Es ist ein Szenario, das auch Manfred Forjan sehr gefallen würde: „Wenn die Voraussetzungen so bleiben, ist die 2. Bundesliga eine super Liga. Mit einem Aufstieg der Zweiermannschaft könnten wir hier eine noch bessere Brücke bauen. Und das würde uns insgesamt noch ein Stück weiterbringen.“