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Fünf Jahre Haft für Oberwarter Drogendealer
20 kg Cannabis gebunkert
Ein 27-jähriger Oberwarter war nach seiner Haft in den Drogenhandel eingestiegen. Als sein Komplize aufflog, flüchtete er mit seiner Freundin in einem teuren BMW. Jetzt wurde das Pärchen verurteilt.
Der Oberwarter Dealer und seine Freundin wurden von der Justizwache in den Gerichtssaal gebracht.
© BVZ/Kirchmeir
Beim Drogenprozess am Montag, 19. Jänner 2026, zeigte sich der 27-Jährige auf Empfehlung seines Anwalts Michael Dohr geständig, aber wortkarg. Das Wesentliche gab er zu, Details wollte er nicht verraten.
Die Staatsanwältin berichtete, was in den vergangenen beiden Jahren passiert war. Wegen Suchtgiftdelikten und einer schweren Körperverletzung 2023 zu zwei Jahren Haft verurteilt, lernte der Südburgenländer im Gefängnis einen Häftling kennen, mit dem er Pläne für die Zeit in Freiheit schmiedete.
„Zu einer Resozialisierung kam es nicht. Sie neigten eher dazu sich zu verabreden, wie man es mit dem Suchtgifthandel besser machen könnte“, erklärte die Staatsanwältin.
Von WhatsApp wechselte man auf einen anderen Messengerdienst und der Oberwarter begann nach seiner Haftentlassung im März 2024, einen regen Suchtgifthandel zu betreiben.
Sein Komplize - jener Mann, den er in der Haft kennengelernt hatte - wurde im März 2025 verhaftet. Sein Strafverfahren ist für nächste Woche geplant. Dieser Mann wies seine Freundin an, dem 27-Jährigen Sporttaschen zu übergeben. Darin befanden sich 20 Kilo Cannabis und Faustfeuerwaffen, die keiner der Männer hätte besitzen dürfen, weil gegen sie ein Waffenverbot besteht.
Die Staatsanwaltschaft konnte dem 27-Jährigen nachweisen, dass dieser 9,2 Kilo Cannabis, knapp ein Kilo Kokain und einiges an Crystal Meth an Abnehmer weitergegeben hatte. Dies ließ sich aus ausgewerteten Chats rekonstruieren.
Auf den Namen der 23-jährigen Freundin des Oberwarters wurde ein BMW im Wert von 52.000 Euro angemietet. Mit diesem Auto setzte sich das Pärchen nach Bosnien ab, nachdem der Komplize verhaftet worden war. Weil sie den Leasingwagen nicht ins Ausland hätten bringen dürfen, wurden beide auch wegen Veruntreuung angeklagt.
„Ich schaffte es nicht, rutschte sofort in den Drogenkonsum ab“, beschrieb der 27-Jährige sein Leben nach der Entlassung aus der Haft 2024. „Der Druck nach Kokain war so stark, dass ich keine Kontrolle über meine Finanzen und meine Sucht hatte“, gab er zu. Wo sich der teure BMW jetzt befinde, wisse er nicht.
Weinerlich meinte er: „Es ist die Hölle, wenn man abhängig ist.“ Eine Therapie könne er sich „vorstellen“. Einmal hat er diese bereits abgebrochen.
Seine 23-jährige Freundin hatte beim Verkaufen der Drogen mitgeholfen und selbst Kokain konsumiert. Ansonsten sei sie bis zur Verhaftung keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen. Mitte Juni 2025 wurde das Pärchen beim Grenzübertritt nach Kroatien festgenommen.
„Wir waren nicht auf der Flucht, wir waren auf Urlaub“, sagte die Angeklagte zu diesem Auslandsaufenthalt.
„Wie die Tathandlungen ausgeführt wurden, das war schon sehr ausgeklügelt“, sagte die Staatsanwältin abschließend. „Da ging es nicht darum, die eigene Sucht zu finanzieren, sondern sich ein gutes Leben zu ermöglichen.“
Der 27-Jährige wurde wegen Suchtgifthandels, Veruntreuung und Verstößen gegen das Waffengesetz zu fünf Jahren Haft verurteilt. Zusätzlich muss er acht Monate Haft verbüßen, das ist ein Rest von seinem ersten Gefängnisaufenthalt, aus dem er bedingt entlassen worden war.
30.000 Euro - einen Teil jenes Geldes, das er durch den Verkauf von Drogen verdient hatte - muss er an den Staat zahlen. Die 23-Jährige erhielt zwei Jahre Haft, weil sie am Drogenhandel und an der Veruntreuung mitgewirkt hatte.
An die Leasingfirma müssen beide gemeinsam 20.000 Euro für den verschwundenen BMW bezahlen.
Sowohl die Staatsanwältin als auch der Verteidiger gaben keine Erklärung ab. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.