Zum 15. Mal extrem - da ist selbst eine Delegation aus New York dabei

24h Bgld. Extrem Tour

Am 23. Jänner findet die 24 Stunden Burgenland Extrem Tour zum 15. Mal statt. Das Veranstalter-Trio ist seit Beginn gleich geblieben, hat sich in seinem Tun ganz der Nachhaltigkeit verschrieben und setzt darüber hinaus auf einen ganzjährigen Aktionsplan. Die Weitwanderung im Winter ist und bleibt freilich das organisatorische Steckenpferd. Im heurigen Jahr kommen auch Teilnehmer aus den USA zum Erfahrungsaustausch.

Von Bernhard Fenz

Das Organisations-Trio Michael Oberhauser, Tobias Monte und Josef Burkhardt macht seit 2012 veranstaltungsmäßig gemeinsame Sache.

Das Organisations-Trio Michael Oberhauser, Tobias Monte und Josef Burkhardt macht seit 2012 veranstaltungsmäßig gemeinsame Sache.

© Burgenland Extrem/Stefan Mang

Mit BIKE 224 Meilen sind am Donnerstag, den 22. Jänner, die Radsportler am Zug. Sie bilden mittlerweile das Ouvertür-Event rund um den See, indem sie ab 8 Uhr 360 Kilometer per Rad absolvieren, das entspricht drei Runden. Pro Runde müssen und dürfen die Aktiven mindestens vier und maximal sechs Stunden benötigen, nach der zweiten Runde gibt es eine Cut-off-Zeit. Wer länger als 12 Stunden für zwei Runden braucht, wird das Abenteuer beenden. Das Konzept lautet: nicht zu schnell und nicht zu langsam.

Am nächsten Tag, den 23. Jänner, sind andere Parameter gefragt: Dann steht die 120 Kilometer lange Strecke für alle Teilnehmer der 24 Stunden Burgenland Extrem Tour über unterschiedliche Distanzen gehend oder laufend zur Verfügung. Für alle gilt, die eigenen Grenzen auszuloten und so über die angestrebte Strecke möglichst ins Ziel nach Oggau zu kommen.

Ins Leben gerufen hat die Tour ein Trio, das in dem Kontext seit 2012 gemeinsame Sache macht. Michael Oberhauser, Josef Burkhardt und Tobias Monte. „Josef und ich sind beide 'zuagraste' Oggauer, unsere Kinder sind im gleichen Alter, wir haben uns kennengelernt und sind seitdem befreundet“, berichtet Oberhauser. Mit Tobias Monte habe ihn eine berufliche Partnerschaft verbunden, über kurz oder lang ist auch hier eine Freundschaft entstanden, die das Trio schließlich in dem besagten Projekt umsetzte.

„Es ist uns einfach passiert, da war kein großer Plan dahinter.“ Der heute 57-jährige Oberhauser erinnert sich an die Anfänge, als knapp 60 Aktive 2012 erstmals die 24 Stunden Burgenland Extrem Tour über 120 Kilometer von Oggau nach Oggau in Angriff nahmen.

Unter dem Motto „Burgenland Extrem“ hat der vom Trio gegründete Verein 24 Stunden Burgenland nicht nur die Winter-Weitwanderung rund um den See laufend organisiert. Zahlreiche Aktivitäten sind dazugekommen, etwa mit der Lakemania das rudernde Bewusstmachen für den Stellenwert des Neusiedler Sees, eine Klimawanderung im Juni als Aufruf für mehr Bewegung, ein dreitägiges Sommerwandern im Südburgenland und Westungarn oder eine Radwanderung für die Bewusstseinsbildung klimafreundlicher Fortbewegungsmittel, um nur einige Beispiele zu nennen.

Das große Highlight ist und bleibt aber die 24 Stunden Burgenland Extrem Tour. Die heißt übrigens deshalb genau so, weil die 120 Kilometer-Strecke, wenn man sie im normalen Gehtempo in Angriff nimmt, in 24 Stunden zu bewältigen ist. Längst sind aber neue Distanzen dazugekommen, um allen Menschen von Jung bis Alt Erfahrungen im Grenzbereich zu ermöglichen. Zuletzt waren das die „Walkys“, also Volksschulkinder der 3. und 4. Klassen, die von Donnerskirchen weg sieben Kilometer gehend bis nach Oggau zurücklegen - auch hier können die Kinder leicht an ihre persönlichen Grenzen stoßen. Diese Erfahrung des Grenzbereichs ist allen zuträglich.

Bereits etabliert ist hier der „School of Walk“, der von Neusiedl/See aus über 30 Kilometer für alle Schulkinder ab 10 Jahren gedacht ist. Dass über 40 Schulen und 2.500 Schüler:innen dabei sind, freut die Veranstalter besonders. „Die Walkys und School of Walk sind tolle Impulse. Hut ab vor allen Lehrerinnen und Lehrern, die mit den Schulkindern dieses Abenteuer in Angriff nehmen.“ Auch die „Golden Walker“, also die bereits älteren Semester, haben ihre Plattform auf genau dieser Strecke.

Mittlerweile haben Oberhauser und Co. eine Obergrenze von 4.500 teilnehmenden Personen eingezogen. 2020 waren es rund 7.000 - „von der Struktur her passt das für uns aber nicht. Wir wollten nicht mehr, so gefällt uns das jetzt.“ Schließlich gilt von Veranstalterseite eines: „In der Wiederholung steckt der Reiz. Wir wollen nach wie vor für die Region hier etwas bewegen, aber es soll alles machbar und nachhaltig sein.“

Nicht von ungefähr kommt es, dass Covid-bedingt in den Jahren 2021 und 2022 eine Winter-Weitwanderung von den Auflagen her nicht oder jedenfalls nur sehr schwer möglich war. Also entschied sich das Trio für eine Sommer-Variante der Tour. Mittlerweile ist man aber seit 2023 wieder zum beliebten Jännertermin zurückgekehrt. Und auch da ist das Wiederholen einer Veranstaltung nicht gleichbedeutend mit Stillstand, denn: „Wir haben ein sehr gutes Team von helfenden Händen, das ist wichtig. Jedes Jahr haben wir aber andere Themen, andere Reize. Es ist und bleibt sehr spannend und aufregend.“

Ein Teilnehmer-Reiz, wenn man so will, ist der Besuch einer aktiven Delegation aus New York. Die US-Amerikaner sind Mitglieder der „Shorewalkers“ New York - einer gemeinnützigen Umweltorganisation, die sich dem Schutz und der Förderung der New Yorker Küste widmet und die auf die Tour im Burgenland gestoßen ist. Die Shorewalkers veranstalten an jedem ersten Samstag im Mai den „Great Saunter“, eine 51 Kilometer lange Wanderung entlang der Küste Manhattens. Eben so einen „tollen Spaziergang“ will die Delegation nun bei der 24 Stunden Burgenland Extrem Tour erleben, auch um einen Erfahrungsaustausch betreffend Organisation dieser Art von Events zu unternehmen. „Das sind sehr nette Leute, die am Donnerstag ankommen und sich die Tour anschauen werden.“ Jetlag und Co. lassen freilich grüßen, weshalb es für die „Shorewalkers“ die 30 Kilometer werden. Auch das wird wohl anstrengend genug.

Was sich Michael Oberhauser abschließend für die 15. Auflage wünscht? „Ich hoffe schon auf gutes Wetter, speziell für die Radfahrer, aber auch für die Wanderer.“ Gutes Wetter heißt in diesem Fall: „Günstigen Wind. Der ist jetzt traditionell extrem stark und macht die Sache schwierig. So gesehen ist der Wind hier unser Berg.“

24 Stunden Burgenland Extrem Tour/Distanzen

24 Stunden Original Trail, 120 Kilometer: Start um 4.30 Uhr in Oggau, Ziel in Oggau

Memorial-Trail, 80 Kilometer: Start um 7 Uhr in Hegykö, Ziel in Oggau

Final-Trail, 60 Kilometer: Start um 8 Uhr in Apetlon, Ziel in Oggau

Golden Walker, 30 Kilometer: Start um 8 Uhr in Neusiedl/See, Ziel in Oggau

School of Walk, 30 Kilometer: Start um 8 Uhr in Neusiedl/See, Ziel in Oggau

Walky, 7 Kilometer:Start in Donnerskirchen um 9.30 Uhr, Ziel in Oggau