Einbrüche bei Feuerwehren und Post: Chef der Bande verurteilt

3,5 Jahre Haft

Die Einbruchsserie vom Juli 2024 in mehrere Feuerwehrhäuser und den Postpartner in Draßburg ist geklärt: Nach drei Bandenmitgliedern wurde jetzt auch deren Anführer verurteilt.

Von Elisabeth Kirchmeir

Der 35-Jährige gab zu, die Einbruchsdiebstähle und den Bank-Coup geplant zu haben.

Der 35-Jährige gab zu, die Einbruchsdiebstähle und den Bank-Coup geplant zu haben.

© BVZ/Kirchmeir

Der 35-jährige Kosovare hatte sich den österreichischen Behörden gestellt und bekannte sich am Dienstag, 20. Jänner 2026, am Landesgericht Eisenstadt schuldig.

Er hatte Mitte Juli 2024 gemeinsam mit drei Bandenmitgliedern innerhalb von einer Nacht Einbruchsdiebstähle bei den Feuerwehren in Neunkirchen (NÖ), Bad Sauerbrunn, Wiesen, Forchtenstein und in Draßburg begangen, um geeignetes Werkzeug an sich zu bringen, das dann in derselben Nacht verwendet wurde, um beim Postpartner in Draßburg einen Bankomat zu öffnen. Die Täter entkamen mit 91.000 Euro Bargeld.

Während zwei Täter im Jänner 2025 und ein weiterer im August 2025 verurteilt worden waren, fehlte der Kopf der Bande noch. Dieser 35-jährige Mann hatte in Mattersburg gelebt und war dann zu seiner Familie in den Kosovo gereist. „Er erlangte Kenntnis, dass gegen ihn ein Haftbefehl besteht“, so der Verteidiger. Sein Mandant sei dann freiwillig nach Österreich zurückgekommen und habe den Behörden mitgeteilt, wo man ihn antreffen und festnehmen könne.

Vor Gericht gab der Angeklagte zu, die Einbruchsdiebstähle in die Feuerwehrhäuser und beim Postpartner in Draßburg geplant und gemeinsam mit den drei Komplizen durchgeführt zu haben. Weitere Fragen wollte er nicht beantworten.

Die Mittäter hatten in ihren Strafprozessen den 35-Jährigen als „Chef“ bezeichnet, der die Feuerwehrhäuser ausgesucht habe und bei allen Einbruchsdiebstählen dabeigewesen sei. Der „Chef“ habe auch vor dem Einbruchsdiebstahl beim Postpartner den zuvor bei einer Feuerwehr gestohlenen Spreitzer in einem Bachbett in Draßburg versteckt gehabt.

Seinen Anteil an der Beute gab der Angeklagte schließlich nach längerem Nachhaken durch Staatsanwältin und Richterin mit 15.000 Euro an. Zuvor hatte er behauptet, nichts bekommen zu haben.

Er gab vor Gericht auch zu, seiner Ex-Frau mit der Entführung des gemeinsamen Sohnes gedroht zu haben, wenn sie ihren neuen Freund nicht verlasse. Außerdem hatte er von der Frau 15.000 Euro gefordert, sonst werde er ihr das „Kind wegnehmen, sodass nicht einmal die CIA es finden würde“, wie die Staatsanwältin berichtete.

Der Angeklagte wurde zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. 15.000 Euro muss er an die Republik Österreich bezahlen, dieser Betrag wurde als verfallen erklärt. Das Urteil ist rechtskräftig.