Seit September bietet der Betriebskindergarten der Klinik Oberwart mit einerzweiten Gruppe und neuen Räumlichkeiten noch mehr Platz für die Kinder vonMitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Klinik Oberwart.
„7 Tage für Frieden“
friedenskonferenz
„7 Tage für Frieden“ und die 8. Burgenländische Friedenskonferenz laden zum Dialog über Demokratie und Zusammenhalt.
Gemeinsam wurde unter anderem zu den Themen Frieden und Demokratie diskutiert
© PH Burgenland
Die Veranstaltungsreihe „7 Tage für Frieden“ lädt aktuell Pädagog:innen, Studierende und Bildungsinteressierte dazu ein, aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen aus der Perspektive der Friedens- und Demokratiebildung zu reflektieren und gemeinsam nach konstruktiven Antworten zu suchen. Organisiert wird die Initiative von der Privaten Pädagogischen Hochschule Burgenland gemeinsam mit dem Austrian Centre for Peace, der Bildungsdirektion Burgenland und der Kinder- und Jugendanwaltschaft Burgenland.
Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltungsreihe ist die 8. Burgenländische Friedenskonferenz auf der Friedensburg Schlaining unter dem Titel „Demokratie in bewegten Zeiten. Wenn Vertrauen in Medien schwindet und Zugehörigkeit neu verhandelt wird“.
Gesellschaftliche Polarisierung und kontroverse Migrationsdebatten beleuchten
Als Hauptreferent:innen konnten Karim El-Gawhary, Journalist und langjähriger ORF-Nahostkorrespondent, sowie die Migrationsforscherin Judith Kohlenberger gewonnen werden. In ihren Vorträgen beleuchteten sie die Rolle von Medien, Narrativen und Demokratie sowie Fragen von Zugehörigkeit, Teilhabe und gesellschaftlicher Integration.
Mit Blick auf den Vertrauensverlust in Medien und die Herausforderungen digitaler Informationsräume betonte Karim El-Gawhary: „Junge Menschen müssen lernen, Informationen kritisch zu hinterfragen, ohne dabei in die Falle zu tappen, alles gleichermaßen für wahr oder falsch zu halten. Medienkompetenz ist heute eine demokratische Schlüsselkompetenz.“
Judith Kohlenberger unterstrich die Bedeutung gesellschaftlicher Teilhabe und Zugehörigkeit für stabile Demokratien: „Demokratie bedeutet mehr als gleiche Rechte. Sie lebt vom Gefühl der Zugehörigkeit. Wer das Gefühl hat, dazuzugehören und gehört zu werden, ist eher bereit, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen.“
Im Anschluss diskutierten die Vortragenden gemeinsam mit Sabine Weisz, Rektorin der Privaten Pädagogischen Hochschule Burgenland, Jürgen Neuwirth, Leiter des Pädagogischen Dienstes der Bildungsdirektion Burgenland, und Tobias Lang, Direktor des Austrian Centre for Peace, über die Frage, welche Rolle Bildungseinrichtungen bei der Stärkung von Demokratiekompetenz übernehmen können und müssen. Die Moderation übernahm Martin Ganster vom ORF Burgenland.
Demokratie ist gelebte Praxis
Für Sabine Weisz beginnt Demokratiebildung bereits bei den Erfahrungen, die junge Menschen im Bildungsalltag machen: „Demokratie ist nicht nur Unterrichtsinhalt, sondern gelebte Praxis. Wenn wir wollen, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen, müssen sie bereits in Schule und Hochschule erleben, dass ihre Stimme zählt und Beteiligung Wirkung hat.“
Jürgen Neuwirth verwies auf die Bedeutung der schulischen Rahmenbedingungen: „Die Rahmenbedingungen für Demokratiebildung sind vorhanden. Entscheidend ist, dass wir sie konsequent nutzen und Schulen dabei unterstützen, Beteiligung, Mitbestimmung und Vielfalt im Alltag erlebbar zu machen.“
Aus Sicht von Tobias Lang braucht es darüber hinaus gezielte Friedenskompetenzen, um mit gesellschaftlichen Spannungen konstruktiv umgehen zu können: „In einer Zeit zunehmender Polarisierung brauchen wir mehr Friedenskompetenz. Dazu gehören Empathie, Dialogfähigkeit, kritisches Denken und die Bereitschaft, die Perspektive anderer einzunehmen."
Die Friedenskonferenz ist eingebettet in eine Themenwoche, die unterschiedliche Facetten von Friedens- und Demokratiebildung aufgreift. Nach einer Präkonferenz für Schulleitungen und Qualitätsschulkoordinator:innen und einem Kabarett für Schüler:innen umfasst das Programm Fortbildungen zur Demokratietheorie Hannah Arendts, zu Antisemitismusprävention und Genderaspekten, zur Demokratiebildung in der Volksschule sowie zur Umsetzung der UN-Resolution 1325 „Women, Peace and Security“ im Bildungsbereich.
Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, Pädagog:innen in ihrer Rolle als Gestalter:innen einer demokratischen und friedlichen Gesellschaft zu stärken. Friedensfähigkeit, kritisches Denken, Medienkompetenz, Partizipation und der konstruktive Umgang mit Vielfalt werden dabei als zentrale Zukunftskompetenzen verstanden.
Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheit zeigt die Veranstaltungsreihe, dass Demokratie, Zusammenhalt und Frieden keine Selbstverständlichkeiten sind. Sie müssen gelernt, eingeübt und gemeinsam gestaltet werden.

Hauptreferent Karim El-Gawhary sprach unter anderem über Medienkompetenz.
© PH Burgenland

Hauptreferentin Judith Kohlenberger unterstrich die Bedeutung gesellschaftlicher Teilhabe und Zugehörigkeit für stabile Demokratien.
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