Defensives Bollwerk: Rohrbach schwer zu knacken

2. LIGA MITTE

Der SV Rohrbach glänzt aktuell mit einer richtig sattelfesten Defensive. Die bisherige Bilanz: Fünf Gegentore nach den ersten zehn Spieltagen.

Von Alfred Wagentristl

Andi Mihalits besticht derzeit mit der Außenverteidiger-Aufgabe.

Andi Mihalits besticht derzeit mit der Außenverteidiger-Aufgabe.

© Martin Ivansich

Titelfavorit SV Rohrbach wird in der 2. Liga Mitte seiner Favoritenrolle weiterhin gerecht. Mit 25 Punkten nach zehn Spielen belegt das Team mit einem Punkt Rückstand Rang zwei hinter Horitschon, das allerdings eine Partie mehr absolviert hat. Nach Verlustpunkten steht man momentan also ganz vorne, und auch die äußerst souveräne Leistung beim 5:1-Sieg in Pöttsching am vergangenen Freitag kann einen in der Meinung bestärken, dass es diesmal mit dem Aufstieg klappen könnte.

Dahinter lauert Lockenhaus auf Platz drei mit drei Punkten Rückstand auf den SV Rohrbach. Besonders beeindruckend ist die Defensive der „Gansbären“: Nur fünf Gegentore in zehn Spielen, drei davon allerdings ausgerechnet gegen Horitschon. Das bedeutet nur zwei Gegentreffer in neun Spielen, was natürlich für sich spricht. Trainer Hannes Friesenbichler ist sehr zufrieden. Er betont, dass die Defensivarbeit sehr gut klappt. Ein Grund sei, dass die Neuzugänge immer besser ins taktische Konzept fänden. „Heimkehrer“ Darko Anicic habe sich als Abwehrchef in der Dreierkette absolut etabliert.

Mihalits in einer neuen Rolle

Zudem wurde Andreas Mihalits vom Mittelfeld nach hinten in die Dreierkette gezogen, wodurch Linksfuß Sandro Mandl am Flügel eine Position nach vorne rücken konnte. Friesenbichler lobt: „Andreas ist ein hervorragender Fußballer. Er kann vermutlich überall spielen und macht das hinten überragend.“ Torhüter Timon Grubmüller bekommt vermutlich weniger zu tun als im Vorjahr. „Er muss aber da sein, wenn er gebraucht wird, und das war er bisher immer. Bei so wenigen Offensivaktionen von gegnerischen Mannschaften ist das doppelt schwierig für ihn. Ein toller Rückhalt, keine Frage“, so Friesenbichler. Auch Goalie Grubmüller schlägt in dieselbe Kerbe: „Das Team arbeitet sehr fleißig und geschlossen gegen den Ball. Die Offensivspieler spulen an vorderster Front Unmengen an Kilometern runter und tragen einen wesentlichen Teil zu der guten Defensivbilanz bei.“ Er betont auch die gute Energie im Team.

Friesenbichler weiß aber: „Es wird schwer und ist noch ein langer Weg. In dieser Liga kann tatsächlich jeder jeden schlagen.“ Gleichzeitig darf sich Rohrbach auf „Verstärkung“ freuen, denn vier verletzte potenzielle „Start-Spieler“ sollten allerspätestens im Frühjahr zurückkehren und für mehr Flexibilität und auch Konkurrenzkampf sorgen. Nach der knapp verpassten Meisterschaft im Vorjahr gegen Lackenbach ist die Motivation im Gansbärenstadion groß. Friesenbichler: „Wenn es so weitergeht, kann es uns diesmal natürlich gelingen, von ganz oben auf der Tabelle herunterzulachen.“ Angesichts der Kaderqualität, die sich wie erwähnt im Frühjahr mit den Rückkehrern noch verbessern sollte, dürfte Rohrbach im Titelrennen noch einmal zulegen und schwer zu biegen sein.

Alfred Wagentristl