Dieb biss Polizist - Sorge wegen Infektion

Bei Amtshandlung

Sorgenvolle Tage und Nächte erlebte ein burgenländischer Polizist, nachdem ihn ein flüchtiger Dieb in den Unterarm gebissen hatte.

author Von Elisabeth Kirchmeir

Der 20-Jährige war nach der Biss-Attacke verhaftet worden. Er wird noch einige Zeit im Gefängnis verbringen müssen.

Der 20-Jährige war nach der Biss-Attacke verhaftet worden. Er wird noch einige Zeit im Gefängnis verbringen müssen.

© Kirchmeir

Der folgenschwere Vorfall hatte sich am 12. August 2026 in Kittsee ereignet. Der Täter, ein 20-jähriger Slowake, musste sich am 3. November 2026 am Landesgericht Eisenstadt verantworten.

Verteidigt von Stefan Wappel bekannte sich der Angeklagte nunmehr reumütig schuldig und widerrief seine leugnenden Angaben, die er bei der Polizei gemacht hatte.

Der 20-jährige Slowake gab zu, am 12. August mit der Bahn von Bratislava nach Österreich gefahren zu sein.

Während der Zugfahrt stahl er einen E-Scooter. "Ich schaute mich um und dachte mir, er wird niemandem fehlen, wenn ich ihn mitnehme", meinte der Angeklagte vor Gericht.

Der Besitzer des E-Scooters, ein Slowake, der in Wien arbeitet, berichtete: "Ich saß zwei Meter entfernt und beobachtete den Diebstahl." Er habe versucht, den Dieb zu stoppen, doch dieser sei aus dem Waggon gesprungen, kurz bevor sich die Türen zur Weiterfahrt schlossen. Der E-Scooter im Wert von 800 Euro sei ihm wieder ausgehändigt worden, nachdem die Polizei den Dieb gestellt hatte.

Zwei Polizisten hatten den flüchtigen Scooter-Dieb im Ortsgebiet von Kittsee verfolgt und schließlich angehalten. Doch der 20-Jährige widersetzte sich der Amtshandlung. "Ich hatte Angst", meinte der Angeklagte.

Es war nicht bekannt, ob der Täter krank ist

Er biss einen der Beamten in den Unterarm. "Das war seelisch sehr belastend", sagte der Polizist vor Gericht. "Es war nicht bekannt, ob der Mann Krankheiten hat." Er habe Prophylaxe-Medikamente gegen Hepatitis und HIV einnehmen müssen und während der ersten Nächte gar nicht schlafen können.

Erst nach einer Woche sei die erlösende Nachricht eingetroffen, dass der verhaftete Täter an keiner ansteckenden Krankheit litt. "Nach drei und sechs Monaten muss ich mich zur Sicherheit einer neuerlichen Blutuntersuchung unterziehen", berichtete der betroffene Polizist.

"Dass Sie diese Probleme auf sich nehmen mussten, tut mir sehr leid und ich möchte mich entschuldigen", sagte der Angeklagte. Der Polizist nahm dies zur Kenntnis.

Täter muss insgesamt 22 Monate Haft verbüßen

Der zweifach vorbestrafte Angeklagte wurde zu zwölf Monaten unbedingter Haft verurteilt, zusätzlich muss er zehn Monate aus einer früheren bedingten Strafe verbüßen.

An den gebissenen Polizisten, dessen Privatbeteiligtenrechte von Anwalt Florian Astl vertreten wurden, muss der Verurteilte rund 2.600 Euro Schmerzensgeld bezahlen. Auch der zweite beteiligte Polizist war verletzt worden, er soll 170 Euro erhalten. Die Landespolizei machte 880 Euro als Ersatz für eine Lohnfortzahlung geltend, weil sich der Polizist nach der Bissverletzung im Krankenstand befunden hatte.

Der Angeklagte nahm das Urteil an.