Innovationspreis für LUMITECH Leightning Solution, wo Keim-reduzierendes Licht entwickelt wurde. Auch weitere Firmen wurden beim bereits 32. Wettbewerb ausgezeichnet, etwa der CO₂-sparender Leichtbau von Peischl oder KI-Software von ETM professional control. Hier sind die Preisträger!
Doskozil und Ludwig rücken wieder näher zusammen
SPÖ-Debatten bringen tauwetter
Schon in einem früheren BVZ-Interview hat Landeshauptmann Doskozil mit einer Annäherung an die Wiener SPÖ und Bürgermeister Ludwig aufhorchen lassen. Im zähen Wechsel an der Parteispitze dürfte nun Tauwetter in der seit Jahren abgekühlten Beziehung einsetzen.
Die gemeinsamen Auftritte von Michael Ludwig und Hans Peter Doskozil (v.l.) haben sich zuletzt in Grenzen gehalten. Bei der Übergabe des Vorsitzes in der LH-Konferenz Anfang 2023 war die Beziehung noch intakt.
© Wolfgang Millendorfer
Die „alte Achse“ Burgenland-Wien soll wieder mit mehr Leben erfüllt werden. In den Diskussionen um die Parteiführung 2023 und rund um die Kampfabstimmung zwischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Andreas Babler hat das Verhältnis zu Wiens Bürgermeister Michael Ludwig einen Tiefpunkt erreicht. Rund um die jetzigen Chefdebatten in der Bundes-SPÖ rücken Doskozil und Ludwig, wie es scheint, wieder etwas zusammen. Beim Ländertreffen zur Zukunft der SPÖ-Spitze hat man das Kriegsbeil begraben, man wolle nun wieder gemeinsam voranschreiten, hieß es gegenüber der APA.
Zum ersten Mal Signale in diese Richtung hat Hans Peter Doskozil im BVZ-Interview Anfang September gesendet. Zu den bundesweiten Diskussionen um die Gastpatienten-Regelung meinte der Landeshauptmann: „Die letzte Aussage vom Wiener Bürgermeister Michael Ludwig hat mich überrascht und folgt unserer Richtung: Jedes Land soll entsprechend der Bevölkerungszahl die Kosten von Bund und ÖGK bekommen und dann die Gastpatienten einzeln abrechnen.“ Auf Nachfrage, ob sich die Beziehung zwischen dem Burgenland und Wien wieder „normalisieren“ könnte, sagte Doskozil: „Wenn das so wäre, dann wäre ich sehr glücklich darüber. Man darf es nicht auf ein persönliches Verhältnis reduzieren – aber wenn man das als ersten Schritt interpretiert, bin ich zufrieden.“
© Wolfgang Millendorfer
Und nun dürfte man noch bei einem anderen Thema hat zusammengefunden haben - nämlich, was die Pensionen betrifft: AMS-Vorstand Johannes Kopf hat eine Anhebung des Antrittsalters als mehr oder weniger alternativlos geschildert. Dem treten die beiden Landeschefs nun gemeinsam entgegen. Wiens Bürgermeister rechnet vor, dass das faktische Antrittsalter in den vergangenen 25 Jahren stärker gestiegen sei als die Lebenserwartung. Der burgenländische Landeshauptmann meint, die Antwort auf die langfristige Sicherung des Pensionssystems könne nicht sein, „den Menschen einfach ein paar Arbeitsjahre zusätzlich umzuhängen“.
Wie zu hören ist, dürften die Pensionen nicht das einzige Thema sein, wo die beiden Landeschefs wieder Gemeinsamkeiten in den Vordergrund stellen wollen. Inhaltlich sind Ludwig und Doskozil in diversen Materien auf einer Linie, das früher ausgezeichnete Klima hat, wie erwähnt, bei Doskozils Anlauf an die Bundes-Spitze der SPÖ gelitten. Die Wiener Partei stellte sich damals bekanntlich dagegen, in einer Sitzung wurde es auch persönlich.
Nunmehr scheint sich das Verhältnis wieder in die andere Richtung zu drehen. Beim Treffen der Landesparteivorsitzenden war Teilnehmern schon die freundliche Stimmung zwischen Doskozil und Ludwig aufgefallen. Dies dürfte nicht nur eine Moment-Aufnahme gewesen sein. Eine wieder belebte Achse zwischen den beiden starken Landeschefs aus dem Osten hätte auch Auswirkungen auf das Machtgefüge der Partei. Treten Ludwig und Doskozil gemeinsam auf, hemmt das einerseits auch nach außen Streitigkeiten und bringt andererseits eine Machtbastion, an der innerparteilich nicht viel vorbeigeht.