Ein Traumsprung war zu wenig: Mörz verpasst das WM-Finale

KUNSTTURNEN

Charlize Mörz glänzte bei der Kunstturn-WM in Rotterdam zunächst mit dem besten Sprung ihrer internationalen Karriere, ein Fehler im zweiten Versuch kostete der Burgenländerin jedoch den Finaleinzug. Im Mehrkampf knackte die 21-Jährige erstmals international die 50-Punkte-Marke.

Von BVZ Redaktion

Charlize Mörz begeisterte mit dem ersten Sprung.

Charlize Mörz begeisterte mit dem ersten Sprung.

© Turnsport Austria/Simone Ferraro

Ein Sprung der Extraklasse und danach die große Enttäuschung: Für Charlize Mörz ist bei der Kunstturn-Weltmeisterschaft in Rotterdam der Traum vom zweiten WM-Finale am Sprung geplatzt. Die Burgenländerin zeigte auf ihrem Paradegerät zunächst eine Leistung, die selbst sie überraschte. Mit 13,800 Punkten für ihren ersten Versuch erhielt die EM-Sechste von Zagreb begeisterten Applaus in der Ahoy Arena.

„Das war ein Bombensprung, so viele Punkte habe ich noch nie erhalten“, freute sich Mörz zunächst. Doch im zweiten Versuch unterlief der 21-Jährigen ein folgenschwerer Fehler: Weil sie ihre Beine in der Flugphase kurzzeitig anhockte, anstatt sie gestreckt zu halten, bekam sie lediglich 12,600 Punkte. Mit insgesamt 13,400 Punkten und Rang 15 war der Finaleinzug außer Reichweite.

„Es ist richtig schade, das ärgert mich brutal. Ich weiß nicht genau, warum ich angehockt habe“, ärgerte sich Mörz. Nach Platz sieben bei der WM 2025 in Jakarta muss sie damit auf ihre nächste Chance auf ein Sprungfinale warten. Auf die achtplatzierte Mexikanerin Victoria Mata fehlten am Ende etwas mehr als 0,4 Punkte.

Historische 50-Punkte-Marke geknackt

Wesentlich erfreulicher fiel die Bilanz im Mehrkampf aus. Trotz zweier Stürze sammelte Mörz 50,166 Punkte und übertraf damit erstmals bei einem internationalen Großereignis die 50-Punkte-Marke. In der Gesamtwertung belegte sie Rang 49.

„Das freut mich irrsinnig. Es ist eine richtige Verbesserung, auch im Vergleich zur EM“, betonte die 21-Jährige. Besonders am Stufenbarren und am Schwebebalken erkannte sie deutliche Fortschritte. Am Boden verhinderte allerdings ein Sturz auf der dritten Bahn ein noch besseres Ergebnis.

„Die Übung war bis dahin richtig gut. Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden mit meinem Mehrkampf heute“, lautete Mörz‘ Fazit. Ihre fünfte Weltmeisterschaft brachte damit nicht nur einen persönlichen Meilenstein, sondern auch wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklung. Mit Blick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles und die richtungsweisende Saison 2027 bleibt noch Zeit für den Feinschliff.

Wichtige Erkenntnisse für Los Angeles 2028

Sportdirektor Fabian Leimlehner zog nach der Qualifikation ein differenziertes Fazit. „Natürlich ist es schade, die Finalplätze sind heute in Reichweite gewesen. Alles in allem war es für Charlize eine Steigerung“, sagte er.

Die erstmals international erreichte 50-Punkte-Marke sei ein großer Meilenstein. Zugleich habe die Weltmeisterschaft wertvolle Rückmeldungen geliefert, um bis 2027 gezielt nachzuschärfen, Veränderungen umzusetzen und sich mit dem neuen Sprung zu beschäftigen.

„Alles in allem sind wir gut unterwegs Richtung LA28“, zeigte sich Leimlehner zuversichtlich. Auch wenn Mörz der große Erfolg am Sprung diesmal verwehrt blieb, nimmt sie aus Rotterdam wichtige Fortschritte und neue Ansatzpunkte für die kommenden Aufgaben mit.