Frauenkirchen: Ein Paradies für Schlagzeuger

Schlagzeugsammlung

Der Deutsche Nick Stolterfoht hat binnen kürzester Zeit die wohl größte Sammlung von europäischen Vintage-Drums im mitteleuropäischen Raum zusammengetragen. Ausgestellt werden diese in den Räumen einer ehemaligen Fleischerei in Frauenkirchen.

Von Klaus Zwinger

Nick Stolterfoht in seinem Reich.

Nick Stolterfoht in seinem Reich.

© Klaus Zwinger

In der Welt von Nick Stolterfoht dreht sich alles um Rhythmus. Der Pensionist spielt zwar schon sein ganzes Leben lang Schlagzeug, die meiste Zeit verbrachte er jedoch hinter insgesamt bloß drei Schlagzeugsets. Erst vor etwas mehr als vier Jahren ist der Deutsche, dessen Frau aus dem Bezirk Neusiedl ihn überhaupt nach Österreich gebracht hat, nach einer Erbschaft auf die Idee gekommen, eine Schlagzeugsammlung auf die Beine zu stellen.

Dieser Raum ist das Herzstück der Sammlung.

Dieser Raum ist das Herzstück der Sammlung.

© Klaus Zwinger

Rund 60 Schlagzeugsets, die angespielt werden können

Erstaunlich ist zunächst einmal der Umfang: mit rund 60 Schlagzeugsets von allergrößtenteils europäischen Herstellern aus den Fünfziger-, Sechziger- und Siebzigerjahren dürfte seine Sammlung wohl die größte im mitteleuropäischen Raum sein. Dabei überrascht es vielleicht, dass Stolterfoht auch überhaupt nichts dagegen hat, wenn Gäste auf seinen Ausstellungsstücken spielen.

„Was soll es auch für einen Sinn haben, wenn man so eine Sammlung von Schlagzeugen nur ansehen kann und keine Ahnung hat, wie sie klingen?“, so die pragmatische Gegenfrage des Deutschen.

Ein Eindruck vom Eröffnungskonzert im Wirtshaus zum Dritten Tage in Nickelsdorf.

Ein Eindruck vom Eröffnungskonzert im Wirtshaus zum Dritten Tage in Nickelsdorf.

© Marian Fellinger

Die etwas anderen Ausstellungsräume

Die Ausstellungsräumlichkeiten sind dabei nicht minder kurios als das Ausgestellte. Derzeit werden die Drumsets im ehemaligen Schlachtraum sowie im ehemalige Selchraum der mittlerweile lange geschlossenen Fleischerei Gasteyer Hof in Frauenkirchen präsentiert, was der ganzen Angelegenheit noch zusätzliches Flair verleiht. Allein der Garten, den Frau Christa leidenschaftlich hegt und pflegt, ist einen Besuch wert.

Derzeit renovieren Arbeiter das Dach der ehemaligen Fleischerei, und auch sie scheinen vom Spirit der Örtlichkeit angesteckt: während des Interviews wird in der Ferne munter im Takt gehämmert, als ob es kein Morgen gäbe.

Fotostrecke

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Frauenkirchen: Ein Paradies für Schlagzeuger

© Marian Fellinger

Frauenkirchen: Ein Paradies für Schlagzeuger

© Marian Fellinger

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© Klaus Zwinger

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Frauenkirchen: Ein Paradies für Schlagzeuger

© Klaus Zwinger

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© Klaus Zwinger

Eröffnung mit Konzert in Nickelsdorf

Erstmals eröffnet wurde das kleine Museum am 14. Juni, wobei am Abend noch ein Konzert mit international renommierten Schlagzeugern im Nickelsdorfer Wirtshaus zum Dritten Tage folgte, wobei sechs seiner außergewöhnlichen Schlagzeugsets auf der Bühne bespielt wurden.

„Es ist schon ein bisschen wie eine Sucht“ meint Stolterfoht, aber eine, die er als glücklicher Sammler gerne bedient. Außerdem habe er die beste Frau der Welt: „Sie freut sich mit mir, wenn ich mir ein neues Stück anschaffe und sie das Funkeln in meinen Augen sieht“, so Stolterfoht abschließend.

Die Sammlung ist nach Vereinbarung zu besichtigen, Kontakt unter der Mailadresse stofo@gmx.at.