Nicht alles erklärt sich von selbst.
KH Eisenstadt: Von der Kinderstation zur modernen Jugendmedizin
50 JAHR-JUBILÄUM
Was 1976 als klassische Kinderstation begann, umfasst heute stationäre und ambulante Behandlung, Spezialambulanzen und mehrere medizinische Schwerpunkte. Zum 50-Jahr-Jubiläum blickte die Kinder- und Jugendheilkunde des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Eisenstadt auf diese Entwicklung zurück – und auf die Veränderungen, die sie für junge Patientinnen und Patienten und deren Familien gebracht hat.
Ärztinnen und Ärzte beim Fachsymposium
© KHBB Eisenstadt
In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat sich die Behandlung von Kindern und Jugendlichen deutlich verändert. Viele Erkrankungen können heute ambulant behandelt werden. Gleichzeitig sind diagnostische Verfahren präziser und schonender geworden.
Die Abteilung hat ihr Angebot um Spezialambulanzen erweitert. Schwerpunkte liegen heute in der pädiatrischen Endokrinologie und Diabetologie sowie in der Neuropädiatrie. Die Endokrinologie beschäftigt sich mit hormonellen Erkrankungen, die Diabetologie mit Diabetes. Die Neuropädiatrie befasst sich wiederum mit Erkrankungen des Nervensystems bei Kindern und Jugendlichen.
„In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat sich die Kinder- und Jugendmedizin enorm verändert. Neue diagnostische und therapeutische Möglichkeiten erlauben uns heute eine deutlich individuellere Behandlung. Gleichzeitig bleibt unser wichtigster Auftrag derselbe: Jedes Kind soll medizinisch auf höchstem Niveau versorgt werden – mit Zeit, Zuwendung und einem interdisziplinären Team,“ sagt Prim. Dr. Peter Zarits, Vorstand der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde.
Eltern heute stärker eingebunden
Nicht nur die medizinische Versorgung hat sich gewandelt. Auch der Umgang mit Familien im Krankenhaus ist heute ein anderer. Mussten Kinder früher häufig ohne Begleitperson im Krankenhaus bleiben, gehören Eltern und andere Bezugspersonen inzwischen stärker zur Betreuung. Ihre Nähe gibt Sicherheit, reduziert Ängste und unterstützt den Heilungsprozess.
Die Pflege übernimmt dabei eine wichtige Rolle. Pflegepersonen begleiten nicht nur die jungen Patientinnen und Patienten, sondern auch deren Familien. Unterstützt werden sie von Ärzten, Therapeutinnen, Psychologen und Pädagoginnen sowie weiteren Berufsgruppen.
„Kinder zu pflegen bedeutet immer auch, ihre Eltern und Bezugspersonen professionell zu begleiten. Vertrauen entsteht durch Gespräche, Nähe und das Gefühl, gemeinsam für das Kind da zu sein. Genau diese familienorientierte Pflege macht unsere Abteilung seit vielen Jahren aus,“ betont DGKP Sabine Franta, Stationsleitung Pflege. DGKP steht für Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege.
Von der Geburt bis zur Jugend
Die Betreuung beginnt bei Bedarf bereits unmittelbar nach der Geburt. Früh- und Neugeborene, die besondere medizinische oder pflegerische Unterstützung benötigen, werden in Zusammenarbeit von Geburtshilfe, Neonatologie und Kinderheilkunde versorgt.
Ein vergleichsweise neuer Bereich ist die pädiatrische psychosomatische Grundversorgung, die 2024 aufgebaut wurde. Dabei arbeiten medizinische, pflegerische, psychologische und soziale Bereiche zusammen.
Beim Jubiläumssymposium ging der Blick schließlich auch nach vorne. Genetische Diagnostik, personalisierte Therapien, Digitalisierung und neue technische Möglichkeiten werden die Kinder- und Jugendmedizin weiter verändern. Die Abteilung sieht dabei eine Verbindung als konstant: medizinische Kompetenz und menschliche Zuwendung sollen weiterhin zusammengehören.
Mitarbeiterinnen der Pflege beim Fachsymposium
© KHBB Eisenstadt