Die Mittelschule Horitschon setzt einen Schwerpunkt auf die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Der Rotary Club Oberpullendorf-Burgenland Mitte unterstützt mit neuer technischer Aussstattung, die zusätzliche Möglichkeiten für praxisnahes Programmieren, Robotik und technisches Arbeiten schafft.
Kohlebergbau im Fokus: Vortrag von Historiker Walter Degendorfer
18-er Haus
Der Kulturverein 18er-Haus Tschurndorf lud zu einem historischen Vortrag ins 18er-Haus.
Kulturvereinsobfrau Doris Exel, Vortragender Dr. Walter Degendorfer und Ulrike Zweiler beim Vortrag im 18er-Haus in Tschurndorf.
© Julia Pekovits
Rund 100 Interessierte kamen, um mehr über den Kohlebergbau in Brennberg und am Ritzinger Helenenschacht sowie dessen Bedeutung im Spiegel politischer Entwicklungen zu erfahren. Historiker Walter Degendorfer gab dabei Einblicke in ein prägendes Kapitel der regionalen Geschichte.
Zu Beginn beleuchtete der Vortragende die Entdeckung und die Anfänge der Braunkohlegewinnung um 1750. Diese begann sowohl im Ödenburger Wald, aus dem sich das spätere Kohlerevier Brennberg in Ungarn entwickelte, als auch im angrenzenden Waldgebiet der Fürst-Esterházy-Grundherrschaft Lackenbach, wo später am Ritzinger Helenenschacht Kohle abgebaut wurde.
Im weiteren Verlauf ging es um die Entwicklung der Fördertechnik, den Transport der Kohle aus dem abgelegenen Waldgebiet und die steigenden Fördermengen im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. So wurden beispielsweise im Jahr 1870 insgesamt 83.800 Tonnen Braunkohle gefördert.
Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auf den politischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts. Die Grenzziehung im Jahr 1921 hatte weitreichende rechtliche und wirtschaftliche Folgen und trennte das Kohlerevier Ritzing-Helenenschacht von Ungarn. Auch die Ereignisse gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden behandelt: Von November 1944 bis März 1945 diente Brennberg als Rückzugsort der damaligen ungarischen Regierung, die vor der herannahenden Roten Armee floh.
Neben den politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen widmete sich Degendorfer dem beschwerlichen Alltag der Bergarbeiter und ihrer Familien. Er berichtete über den Ausbau der örtlichen Infrastruktur, die Entstehung von Schule und Kirche, kulturelle Aktivitäten sowie schwere Grubenunglücke. Mit einem Rückblick auf die Schließung der beiden Bergwerke nach rund 200 Jahren Kohleförderung schloss er seinen Vortrag ab.
Die Veranstaltung bot den Besucherinnen und Besuchern einen umfassenden Einblick in die Geschichte des regionalen Bergbaus. Der Erlös des Abends kommt dem archäologischen Projekt rund um die Ausgrabungen zur historischen Eisenverhüttung in der Region zugute.