Landesmuseum feiert den 100er außer Haus - und doch zuhaus

pop-up in eisenstadt

Im Leinner-Haus in Eisenstadt, wo vor einem Jahrhundert das burgenländische Landesmuseum gegründet wurde, eröffnete eine prominente Runde die Jubiläums-Schau, die sich im Österreichischen Jüdischen Museum fortsetzt. Gegenüber des jetzigen Museums-Standortes, der gerade umfassend saniert wird ...

author Von Wolfgang Millendorfer

Auch der berühmte Höhlenbär aus Winden ist wieder da! Derzeit zu sehen im Leinner-Haus in Eisenstadt.

Auch der berühmte Höhlenbär aus Winden ist wieder da! Derzeit zu sehen im Leinner-Haus in Eisenstadt.

© Wolfgang Millendorfer

Ein Jahrhundert Museumsgeschichte, zwei Ausstellungen und eine Rückkehr an den Ursprungsort: So lässt sich der 100er des Landesmuseums aus heutiger Sicht zusammenfassen. Das große Museumsgebäude am Eisenstädter Jerusalemplatz wird 2027 zum 101. Geburtstag wiedereröffnet Jetzt sind ausgewählte Exponate in jenem Haus zu sehen, wo das Museum einst im September 1926 eröffnet wurde. Im Österreichischen Jüdischen Museum wiederum wird die bedeutende Rolle einzelner Persönlichkeiten in der Entstehungsgeschichte beleuchtet.

Eröffnung im Garten des Leinnerhauses. Esther Heiss (2.v.l.), Direktorin des Österreichischen Jüdischen Museums Eisenstadt, Landesmuseums-Direktorin Margit Fröhlich (4.v.l.), Gert Polster (3.v.r.), Leiter des Hauptreferats Landeskunde und Danijela Ilic von den Kulturbetrieben (2.v.r.) mit den Ausstellungs-Gestaltern.

Eröffnung im Garten des Leinnerhauses. Esther Heiss (2.v.l.), Direktorin des Österreichischen Jüdischen Museums Eisenstadt, Landesmuseums-Direktorin Margit Fröhlich (4.v.l.), Gert Polster (3.v.r.), Leiter des Hauptreferats Landeskunde und Danijela Ilic von den Kulturbetrieben (2.v.r.) mit den Ausstellungs-Gestaltern.

© Wolfgang Millendorfer

Zum Start der Schau im Leinner-Haus kamen vor Kurzem frühere und aktuelle Kultur-Größen zusammen. Als Direktorin des Landesmuseums begrüßte Margit Fröhlich unter anderem ihre Vorgänger Gert Polster (heute Leiter des Hauptreferats Landeskunde), Josef Tiefenbach und Gerald Schlag, ebenso wie den früheren Kultur-Landesrat Helmut Bieler oder Superintendent Robert Jonischkeit. Im Beisein vieler weiterer Gäste und Kunsthistoriker eröffneten Fröhlich, Esther Heiss vom Österreichischen Jüdischen Museum und Danijela Ilic von den Kulturbetrieben Burgenland mit dem Ausstellungs-Team die Jubiläums-Feierlichkeiten.

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Das Landesmuseum selbst hat eine bewegte Geschichte, die sich auch an den Exponaten nachverfolgen lässt. Als das Burgenland 1921 zum selbstständigen Bundesland wurde, stellte sich erstmals die Frage nach einer eigenen landeskundlichen Sammlung. Einer der wichtigsten Wegbereiter war der Eisenstädter Weinhändler, Sammler und Mäzen Sándor Wolf, der dem jungen Museum einst das Leinner-Haus zur Verfügung stellte.

Gemeinsam mit Karl Halaunbrenner, Alphons Barb und Michael Ferdinand Bothar gehörte Sándor Wolf zu jener Generation, die wesentlich zum Aufbau der Sammlungen und der landeskundlichen Forschung im Burgenland beitrug. Dieser Aspekt wird im Österreichischen Jüdischen Museum beleuchtet.

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Die Schau im Österreichischen Jüdischen Museum erzählt nicht nur von wissenschaftlichem Aufbau und Sammelleidenschaft. Sie thematisiert auch die tiefen Einschnitte des Jahres 1938: Verfolgung, Enteignung und Flucht zerstörten jüdisches Leben und hinterließen auch in der Geschichte des Landesmuseums tiefe Spuren. Originalobjekte, Dokumente und biografische Zeugnisse zeigen diese Brüche ebenso wie den späteren Umgang mit geraubten Kulturgütern und deren Restitution.

Im Leinner-Haus sind indes einige der Objekte zu sehen, die das "regionale Universalmuseum" auszeichnen: Eines der bekanntesten Exponate ist das vollständige Skelett des 1929 in Winden gefundenen Höhlenbären, ebenso gezeigt werden ein Mastodon-Stoßzahn, archäologische Fundstücke sowie der Tanzschuh von Fanny Elssler. Beide Ausstellungen sind bis September 2027 zu besichtigen.

Zum Jubiläum betonten auch Landeshauptmann und Kulturreferent Hans Peter Doskozil und Kulturbetriebe-Geschäftsführerin Claudia Priber die Bedeutung der landeskundlichen Sammlung. Die Sanierung des Stammhauses weist dabei in die Zukunft. In der Museumsgasse in Eisenstadt laufen die Arbeiten laut Auskunft nach Plan. Ziel sei es jetzt, „winterfest“ zu werden, heißt es seitens der Landesimmobilien. Als nächstes stehen die Fertigstellung der Dacheindeckung sowie die Sanierung der historischen Fassaden an. Auch die barrierefreien Maßnahmen werden umgesetzt.