Seit September bietet der Betriebskindergarten der Klinik Oberwart mit einerzweiten Gruppe und neuen Räumlichkeiten noch mehr Platz für die Kinder vonMitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Klinik Oberwart.
Nachhaltigkeit beginnt bei den Menschen
Genuss und Leben
Im Reiters Finest Family in Bad Tatzmannsdorf setzt Nikola und Karl Reiter auf eigene Lebensmittelproduktion, einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen und regionale Partnerschaften. Dahinter steht eine Haltung, die weit über den Hotelbetrieb hinausgeht.
Hochwertige Produkte aus eigener Produktion haben in den Hotels höchste Priorität.
© Bertie Unger
Ein freundlicher Gruß im Vorbeigehen, ein paar Worte mit den Mitarbeiter:innen, ein Lächeln. Wer mit den Reiters durch ihre Hotels spaziert, merkt schnell, dass sie ihre ganz eigenen Vorstellungen davon haben, wie ein Betrieb funktionieren soll. Für Nikola und Karl beginnt Nachhaltigkeit beim Umgang mit den Menschen. Und sie setzt sich dort fort, wo Lebensmittel produziert, Wasser genutzt oder neue Hotelzimmer eingerichtet werden.
„Hier hat niemand Angst, wenn der Chef durchs Haus kommt“, sagt Karl Reiter. Rund 380 Menschen arbeiten allein in denHäusern Supreme und Finest Family in Bad Tatzmannsdorf. Sie sind für ihn ein wesentlicher Teil des Unternehmens. Denn wirtschaftlicher Erfolg, soziale Verantwortung und der sorgsame Umgang mit der Natur gehören für den Hotelier zusammen.
Vom eigenen Feld auf den Teller
Besonders sichtbar wird diese Philosophie im Finest Family. Dort stammen zahlreiche Lebensmittel aus eigener Produktion. Rund 200 Hühner leben in mobiler Freilandhaltung und liefern die Frühstückseier. Eigene Bienenvölker produzieren Honig, auf über 300 Quadratmetern wachsen Kräuter, die täglich in den Hotelküchen und in der Blumenwerkstatt verwendet werden.
Auch die Streuobstwiesen spielen eine wichtige Rolle. Ihre Früchte werden zu Säften und Marmeladen verarbeitet. Dazu kommen selbst hergestellte Sirupe und mit Kräutern und Gewürzen verfeinerte Salze.
Einen Teil dieser Arbeit können Gäste unmittelbar miterleben. In der gläsernen Genusswerkstatt wird gebacken, gekocht und produziert. Frisches Brot entsteht aus Sauerteig, der ausreichend Zeit zum Reifen bekommt. In der Nudlerei wird Pasta von Hand hergestellt. Die hauseigene Konditorei fertigt Torten, Kuchen, Pralinen und Petit Fours.
Auch das Eis kommt aus eigener Herstellung. Für die Milcheissorten wird frische Kuhmilch verwendet, die wechselnden Fruchteissorten bestehen zu 40 bis 45 Prozent aus Früchten und sind rein pflanzlich. Auf künstliche Zusatzstoffe wird nach Angaben des Hotels verzichtet.
Wasser bleibt im Kreislauf
Nachhaltigkeit endet für das Unternehmerehepaar allerdings nicht bei den Lebensmitteln. Auch beim Wassermanagement setzt der Betrieb auf eigene Lösungen. Oberflächenwasser wird über eine biologische Ölabscheideanlage gereinigt und in einem Retentionsteich gesammelt. Regenwasser gelangt in mehrere Bewässerungsteiche und wird für die Pflege des Golfplatzes und der Außenanlagen genutzt.
"Damit soll wertvolles Wasser möglichst lange am Standort gehalten werden. Gerade bei großflächigen Grünanlagen ist das ein wesentlicher Bestandteil des betrieblichen Ressourcenkonzepts", betont Karl Reiter.
Investieren statt abschöpfen
Auch bei der Einrichtung der Hotels wird dieser Weg konsequent fortzusetzen. Holz, Lehmputz und Hanf gehören zu den Materialien, die zunehmend bei der Gestaltung der Zimmer eingesetzt werden.
„Alles was ich tu, alles was hier investiert wird, dient dem Streben es besser zu machen“, erklärt der Hotelier. "Qualität ist allerdings nur möglich, wenn auch die Mitarbeiter:innen entsprechende Bedingungen vorfinden".
Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit Betrieben aus der Umgebung. Rund 60 regionale Zulieferer versorgen die Hotels. Damit bleibt ein Teil der Wertschöpfung in der Region. Wo eigene Produktion sinnvoll ist, setzt der Betrieb auf Handarbeit und kurze Wege. Bei anderen Produkten, etwa Olivenöl, achtet man auf ausgewählte Herkunft und Verarbeitung.
Philosophie ist kein veratubtes Schulfach
Dass Karl Reiter wirtschaftlichen Erfolg nicht ausschließlich an Gewinnen misst, hat viel mit seiner Herkunft zu tun. Schon sein Vater hat Verantwortung für andere übernommen und ist zahlreichen Menschen aus seinem Heimatort beim Hausbau als Bürge zur Seite gestanden.
„Wir waren immer für die Leute da. Und so etwas prägt natürlich“, erzählt Reiter und diese Haltung möchte er auch in seinen Betrieben weitergeben. Es geht ihm darum, langfristig etwas aufzubauen, das für Mitarbeiter:innen, Gäste und die Region einen Nutzen hat.
„Ich selbst hab noch keinen Cent aus einem der beiden Häuser genommen. Ich investiere lieber in Nachhaltigkeit, in Würde. Alles muss stimmig sein, sonst hat das ja keinen Sinn“, sagt der Hotelier.
Dass sich dieser Anspruch nicht mit jeder Investition von heute auf morgen verwirklichen lässt, ist ihm bewusst. Vieles ist über Jahre gewachsen, manches wird laufend verändert. Die eigene Lebensmittelproduktion, die Nutzung natürlicher Ressourcen und die Gestaltung der Arbeitsplätze sind dabei unterschiedliche Teile derselben Unternehmensphilosophie.
Oder, wie Reiter es selbst ausdrückt: „Wir sind immer schön am Boden geblieben“.