Neue Buslinie verbindet Bratislava mit Kittsee und Edelstal

Testbetrieb startet

Eine neue Busverbindung soll den öffentlichen Verkehr zwischen Bratislava und dem österreichischen Grenzgebiet erproben. Die Pilotlinie 902 verbindet ab 28. September Bratislava mit Berg, Kittsee, Edelstal und Prellenkirchen und fährt drei Monate lang kostenlos.

Von Birgit Böhm-Ritter

Öffentlicher Verkehr nach Bratislava aus den österreichischen Umlandgemeinden. Ab 18. September geht die Linie 902 in den Testbetrieb.

Öffentlicher Verkehr nach Bratislava aus den österreichischen Umlandgemeinden. Ab 18. September geht die Linie 902 in den Testbetrieb.

© BID

Ausgangspunkt in Bratislava ist die Haltestelle „Farského“ (Bstg. F). Vom Stadtzentrum aus ist sie mit der Straßenbahnlinie 3 erreichbar. Anschließend fährt die Linie 902 über die Staatsgrenze nach Berg, Kittsee, Edelstal und Prellenkirchen.

Die Verbindung soll vor allem zeigen, ob für eine regelmäßige Busverbindung zwischen den Gemeinden auf beiden Seiten der Grenze tatsächlich Nachfrage besteht. Als mögliche Nutzergruppen nennt die Bratislavská integrovaná doprava (BID), den Integrierten Verkehr Bratislavas, unter anderem Pendlerinnen und Pendler sowie Personen, die für Dienstleistungen oder Freizeitangebote die Grenze überqueren.

Damit ergänzt die neue Linie für die Dauer des Tests die bestehende grenzüberschreitende Linie 901, die Bratislava mit dem österreichischen Umland in Richtung Hainburg an der Donau verbindet.

Drei Monate ohne Fahrpreis

Der Probebetrieb läuft vom 28. September bis 31. Dezember 2026. Die Busse fahren an Werktagen und samstags im Zwei-Stunden-Takt, sonntags gibt es keinen Betrieb. Während der Testphase ist die Beförderung kostenlos.

Für die Erhebung der Fahrgastzahlen steigen die Fahrgäste vorne ein und werden vom Busfahrer registriert. Zusätzlich können sie über einen QR-Code in den Bussen an einer kurzen Befragung teilnehmen. Dabei geht es unter anderem um den Zweck der Fahrt, die Bewertung von Strecke und Fahrplan sowie das Interesse an einer künftigen Nutzung. Auch die Bereitschaft, einen Fahrpreis zu bezahlen, wird abgefragt.

„Innerhalb von drei Monaten wollen wir uns ein möglichst umfassendes Bild davon machen, wie eine solche grenzüberschreitende Verbindung in der Praxis funktionieren könnte“, sagte BID-Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor Martin Urmanič. Neben den Fahrgastzahlen werde auch untersucht, welche Verbindungen und Streckenabschnitte besonders genutzt würden und ob Route und Fahrplan den Bedürfnissen der Fahrgäste entsprächen.

Daten sollen über Zukunft entscheiden

Neue Buslinie verbindet Bratislava mit Kittsee und Edelstal

© BID

Nach Ende des Probebetriebs sollen die erhobenen Daten und Rückmeldungen gemeinsam mit den betrieblichen Erfahrungen ausgewertet werden. Auch die beteiligten Kommunalverwaltungen und Partner fließen in die Bewertung ein. „Die daraus resultierende Analyse wird uns die tatsächliche Nachfrage nach der Verbindung und die Voraussetzungen für einen möglichen regulären Betrieb aufzeigen“, erklärte Urmanič.

Eine dauerhafte Einführung der Linie ist damit nicht festgelegt. Die Testergebnisse sollen vielmehr als Grundlage für weitere Gespräche und Entscheidungen dienen.

Entstanden ist die Linie im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen BID und der baum_cityregion (Bratislava Umland). Anschließend wurde das Vorhaben als Pilotmaßnahme in das Projekt NUTSHELL@CE aufgenommen. Das im Rahmen von Interreg Central Europe durchgeführte Projekt verfolgt das Ziel, nachhaltige Mobilität sowie die Verkehrsanbindung ländlicher und grenznaher Regionen zu verbessern.

Für Kittsee ist der Probebetrieb ebenfalls von Bedeutung. Bürgermeister Johannes Hornek bedankte sich bei BID und baum_cityregion für die Möglichkeit und erklärte: „Ich bin überzeugt, dass der Probebetrieb wertvolle Erfahrungen liefern und das Potenzial dieser Linie aufzeigen wird. Das ist ein sehr wichtiger erster Schritt. Mittelfristig sollte das Ziel eine dauerhafte Einführung der Linie sein.“