Neuer Beirat für Messe Oberwart GmbH

beschluss

Die Messe Oberwart stand wieder einmal auf der Tagesordnung im Gemeinderat.

Von Eva-Maria Leeb

Die "StarJump" Trampolinhalle ist immer wieder Gesprächsthema in der Bevölkerung und im Gemeinderat.

Die "StarJump" Trampolinhalle ist immer wieder Gesprächsthema in der Bevölkerung und im Gemeinderat.

© Starjump Oberwart

Schon vor der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend sorgte ein Tagesordnungspunkt für Unmut in der Bevölkerung. Es machten Gerüchte die Runde, die Messe Oberwart GmbH - konkret die "StarJump" Trampolinhalle - brauche wieder finanzielle Unterstützung. Schon einmal musste die Betreibergesellschaft bei der Stadtgemeinde Oberwart um ein Überbrückungsdarlehen in Höhe von 300.000 Euro ansuchen, was bei den Oberwarterinnen und Oberwartern nicht gut ankam (die BVZ berichtete).

Ansuchen um Einrichtung eines Betriebsmittelkontos

Geschäftsführer Roland Poiger brachte bei der Gemeinderatssitzung das aktuelle Anliegen der Messe Oberwart GmbH vor. Demnach plane man die Einrichtung eines Betriebsmittelkontos mit einem Überziehungsrahmen von bis zu 300.000 Euro. Dabei handelt es sich um ein in der Wirtschaft übliches Finanzierungsinstrument, das Unternehmen ermöglicht, kurzfristige Schwankungen zwischen Einnahmen und Ausgaben auszugleichen und damit handlungsfähig zu bleiben. Vereinfacht gesagt: Wenn kurzfristig mehr Geld benötigt wird, als gerade am Konto verfügbar ist, kann das Unternehmen innerhalb des vereinbarten Rahmens darauf zurückgreifen. Sobald wieder entsprechende Einnahmen eingehen, wird der in Anspruch genommene Betrag zurückgeführt. Die 300.000 Euro werden also nicht automatisch ausbezahlt, sondern stehen bei Bedarf zur Verfügung.

Die Stadtgemeinde als Eigentümerin der Gesellschaft muss gegenüber der Bank eine Haftung für den Überziehungsrahmen übernehmen. Das bedeutet, dass die Stadtgemeinde nur dann finanziell einspringen müsste, wenn die Messe Oberwart GmbH ihren entsprechenden Verpflichtungen gegenüber der Bank nicht nachkommen könnte. Die Haftung stellt somit eine finanzielle Absicherung für das Kreditinstitut dar, ist aber keine unmittelbare Ausgabe der Stadtgemeinde.

"Keine finanziellen Zuschüsse von der Stadtgemeinde"

"Das Jahr 2026 hat auch die Messe Oberwart GmbH vor wirtschaftliche Herausforderungen gestellt – wie viele andere Betriebe auch. Die Rahmenbedingungen sind nicht immer einfach, gleichzeitig müssen laufende Verpflichtungen erfüllt und notwendige Investitionen in die Infrastruktur getätigt werden. Umso wichtiger ist es, die finanzielle Flexibilität der Gesellschaft zu stärken und den laufenden Betrieb abzusichern", erklärt Geschäftsführer Poiger und Bürgermeister Georg Rosner will klar stellen: "Die Stadtgemeinde Oberwart musste der Messe Oberwart GmbH in den vergangenen fünf Jahren keinen Cent an finanziellen Zuschüssen zukommen lassen. Auch bei der nun geplanten Maßnahme fließen keine 300.000 Euro aus dem Gemeindebudget an die Messe - wie fälschlicherweise oft behauptet wird."

Laut Poiger verlaufe die Entwicklung der Messe Oberwart GmbH sehr zufriedenstellend. Diese Maßnahme sei ein logischer Schritt, um professionell weiter arbeiten zu können. Man habe bei der "StarJump" Trampolinhalle schon einige Einsparungsvorschläge umgesetzt, so seien etwa die Öffnungszeiten verkürzt worden. Das bringe leider aber auch Stundenkürzungen beziehungsweise Freistellungen beim Personal mit sich. "Es sind aber sicher noch weitere Veränderungen notwendig. Ich schlage daher die Einrichtung eines Beirates vor, der sich den Gesellschaftervertrag ansieht und Vorschläge macht, wie dieser überarbeitet und an die Bedürfnisse der Messe Oberwart angepasst werden könnte", so Poiger. In diesen Beirat entsenden ÖVP und SPÖ jeweils 2 Gemeinderäte und die FPÖ 1 Gemeinderätin, die sich, unabhängig von den Eigentümervertretern anschauen sollen, wo man wie Veränderungen vornehmen könnte.

SPÖ, ÖVP und FPÖ beschließen schlussendlich sowohl die Einrichtung eines Betriebsmittelkontos als auch die Einsetzung eines Beirates, der ab sofort seine Arbeit aufnehmen und bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 15. Dezember schon erste Informationen liefern soll.

"Für uns ist die Zustimmung ein klares Bekenntnis für den Messe- und Veranstaltungsort. WIr haben hier auch eine Verantwortung", heißt es von den Vertretern der Fraktionen. Die andauernde Kritik an der "StarJump" Trampolinhalle sei natürlich ein Problem. "Die Trampolinhalle wird immer verteufelt, obwohl sie gut läuft. Man muss den Oberwarterinnen und Oberwartern klar sagen, wie die Situation ist und auch Zahlen präsentieren ", sagt SP-Vizebürgermeister Michael Leitgeb. Das sei nicht so einfach möglich, heißt es dazu von Seiten der ÖVP mit Verweis auf das GmbH-Gesetz. Wie man dem skeptischen Teil der Bevölkerung "StarJump" doch noch schmackhaft machen kann, bleibt also weiterhin ein Punkt auf der To do-Liste.

In der aktuellen Gemeinderatssitzung wurde ein Beschluss zur Messe Oberwart GmbH gefasst.

In der aktuellen Gemeinderatssitzung wurde ein Beschluss zur Messe Oberwart GmbH gefasst.

© Eva-Maria Leeb