"Nincshof" feiert Premiere

kuz güssing

Die erste Eigenproduktion der Kulturzentren Burgenland der Saison 2026/27 steht vor der Uraufführung.

Die Proben für "Nincshof" laufen auf Hochtouren.

Die Proben für "Nincshof" laufen auf Hochtouren.

© Andreas Hafenscher

Die Proben für die erste Theater-Eigenproduktion der Saison 2026/2027 der Kulturzentren Burgenland laufen auf Hochtouren: Am 15. Oktober feiert „Nincshof“ als erste Eigenproduktion unter der künstlerischen Leitung von Christoph Krutzler im Frank Hoffmann Kulturzentrum Güssing seine Uraufführung.

Mit „Nincshof“ setzen die Kulturzentren Burgenland unter der Leitung von Christoph Krutzler einen neuen Akzent im Erwachsenentheater. Die Produktion basiert auf dem gleichnamigen Debütroman der im Burgenland aufgewachsenen Autorin Johanna Sebauer. Für die Bühne adaptiert wurde der Roman von Fabian Pfleger. Regie führt Lisa-Maria Cerha.

Für Christoph Krutzler ist die Produktion ein besonderer Meilenstein. Nach 28 Jahren im Schauspielberuf kann er mit „Nincshof“ erstmals seine Erfahrung und seine Vorstellungen als künstlerischer Leiter in einer eigenen Produktion zusammenführen – und das im Burgenland, seiner Heimat. „Es ist für mich ein ganz großer Meilenstein meines beruflichen Lebens. Ich kann jetzt all das Wissen und meine Erfahrung aus 28 Jahren in diesem Geschäft anwenden – und das nicht irgendwo, sondern daheim in meinem Heimatland“, beschreibt Krutzler.

Auf der Bühne treffen langjährige Bühnenerfahrung, unterschiedliche künstlerische Zugänge und mehrere Generationen aufeinander. Das fünfköpfige Ensemble besteht aus Mona Kospach, Johanna Mertinz, Christoph Krutzler, Skye MacDonald und Gerald Votava. Gemeinsam schlüpfen sie in unterschiedliche Rollen und lassen die Figuren von Nincshof mit ihren ganz eigenen Charakteren und Geschichten lebendig werden.

Die Arbeit an einer Uraufführung eröffnet für Regisseurin Lisa-Maria Cerha besondere künstlerische Freiräume, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Da es keine bestehenden Strukturen gab, mussten für „Nincshof“ viele Wege erst gefunden und entwickelt werden. Gerade darin sieht Cerha einen besonderen Reiz: „Neue Wege zu gehen, finde ich spannend – es ist ein sehr energiegeladener und kreativer Prozess.“

Im Zentrum der Inszenierung steht Johanna Sebauers Geschichte rund um das fiktive Dorf Nincshof an der österreichisch-ungarischen Grenze. Die Bewohner haben beschlossen, von der Welt vergessen zu werden. Drei Männer, die sich „Oblivisten“ nennen, wollen sich dem hektischen Lauf der Zeit entziehen und suchen nach einem Weg, ihr Dorf aus der Wahrnehmung der Außenwelt verschwinden zu lassen.

Eine besondere Rolle spielt die Musik von Ferry Janoska. Für „Nincshof“ greift er auf die musikalische Vielfalt des pannonischen Raums zurück. Unterschiedliche kulturelle Einflüsse, die Landschaft rund um den Neusiedler See und seine eigene musikalische Biografie fließen in die Komposition ein. Sein Bandoneon verleiht der Inszenierung dabei einen unverwechselbaren Klang.

Nach der Uraufführung in Güssing ist „Nincshof“ auch als Abendvorstellung in Mattersburg, Oberschützen und Eisenstadt zu sehen. Zusätzlich wird die Produktion in Oberschützen und Eisenstadt als Schulvorstellung aufgeführt.