Ein Jahr vor der Gemeinderatswahl 2027 gibt es im Bezirk Güssing zahlreiche personelle Veränderungen. Mehrere langjährige Bürgermeister geben ihre Ämter ab, andere lassen ihre politische Zukunft noch offen. Auch in der Bezirkshauptstadt hat ein neuer Bürgermeister die Arbeit aufgenommen.
Robert Antoni neuer Bürgermeister von Güssing
Führungswechsel
Nach 14 Jahren an der Spitze der Stadtgemeinde Güssing hat Vinzenz Knor sein Amt zurückgelegt. Bei der Wahl seines Nachfolgers im Gemeinderat gab es zwei Kandidaten. Neben dem von der SPÖ nominierten Robert Antoni trat auch Franz Fabian für die ÖVP an. Am Ende setzte sich Antoni mit 14 zu 10 Stimmen bei einer Stimme Enthaltung durch.
Geballte SPÖ-Bürgermeisterkompetenz nach der Wahl im Gemeinderat: Inzenhof-Ortschef Jürgen Schabhüttl, Stegersbachs Bürgermeister Jürgen Dolesch, Robert Antoni, Ex-Bürgermeister Vinzenz Knor, Güssings Vizebürgermeister Christian Garger, Franz Kazinota, Bürgermeister neustift bei Güssing und Gerersdorf-Sulz Ortschef Roman Jandrisevits (v.l.)
© Fredi Brenner
Seit Vinzenz Knor seinen Rückzug aus dem Bürgermeisteramt angekündigt hatte, war Robert Antoni als Nachfolger im Gespräch. Der Direktor des BORG Güssing war von der SPÖ-Fraktion einstimmig nominiert worden. Und nachdem die SPÖ im Gemeinderat mit 14 von 25 Mandaten über die absolute Mehrheit verfügt, galt seine Wahl als weitgehend sicher. Dennoch gab es bei der Sitzung am Donnerstag eine Gegenkandidatur. Die ÖVP schickte Franz Fabian ins Rennen.
Das Ergebnis fiel entsprechend der Mehrheitsverhältnisse aus. Antoni erhielt 14 Stimmen, auf Fabian entfielen zehn Stimmen. Ein Stimmzettel blieb ohne Namensnennung und wurde als Enthaltung gewertet. Damit steht nach 14 Jahren ein neuer Bürgermeister an der Spitze der Stadtgemeinde Güssing.
Die Wahl selbst verlief ruhig und sachlich. Neben den Gemeinderäten verfolgten zahlreiche Zuhörer die Sitzung im gut besuchten Sitzungssaal. Unmittelbar nach der Wahl wurde Antoni von Bezirkshauptfrau Nicole Wild, die bei der Sitzung anwesend war, angelobt.
Eine Aufgabe, die nicht geplant war
Für den neuen Stadtchef beginnt damit ein neuer Abschnitt. Dass er einmal Bürgermeister seiner Heimatstadt werden würde, war für Antoni ursprünglich nicht vorgesehen. „Güssing ist meine Heimat. Hier bin ich verwurzelt, hier begegne ich Menschen, die ich bereits über Jahre kenne. Dass ich hier Verantwortung als Bürgermeister übernehmen darf, ist schon etwas Besonderes, das vor geraumer Zeit nicht auf meinem Plan gestanden ist“, sagt Robert Antoni.
Gerade die Verbundenheit mit Güssing ist für ihn aber ein wesentlicher Beweggrund gewesen, die Aufgabe zu übernehmen. Dabei denkt Antoni nicht ausschließlich an die Stadt selbst, sondern ausdrücklich auch an die Ortsteile. Kinder und Jugendliche, ältere Menschen, Familien, Betriebe und Vereine nennt er als jene, für die er die weitere Entwicklung der Stadtgemeinde mitgestalten möchte.
Wie er das Bürgermeisteramt ausüben will, beschreibt Antoni vor allem mit dem Wunsch nach einem offenen Umgang miteinander. „Als Bürgermeister möchte ich ansprechbar sein, zuhören und Entscheidungen nachvollziehbar erklären. Ich will unterschiedliche Sichtweisen zusammenbringen, Anliegen ernst nehmen und Vorhaben mit Sorgfalt und Tatkraft umsetzen.“
Schwerpunkte gemeinsam entwickeln
Ein fertiges Programm mit konkreten Vorhaben legt der neue Bürgermeister vorerst nicht auf den Tisch. Robert Antoni möchte zuerst erfahren, welche Anliegen und Vorstellungen die Menschen in Güssing haben. Darauf aufbauend sollen die Schwerpunkte für die kommenden Jahre entwickelt werden.
„Für die kommenden Jahre möchte ich nicht nur einfach ein fertiges Programm vorgeben. Mir ist wichtig, Ideen und Schwerpunkte gemeinsam zu entwickeln und dabei zuzuhören, was bewegt und was ihr für die Zukunft unserer Stadtgemeinde gewünscht wird.“
Dabei sieht er die bisherige Entwicklung der Stadt durchaus als Grundlage für seine Arbeit. Der neue Stadtchef will auf dem aufbauen, was in den vergangenen Jahren gelungen ist und gleichzeitig eigene Akzente setzen.
Mit der Wahl von Robert endet auch eine lange Ära im Güssinger Rathaus. Vinzenz Knor hatte die Geschicke der Stadtgemeinde 14 Jahre lang als Bürgermeister geleitet. „Drei Amtsperioden lang hat Vinzenz Knor unsere Stadt, gemeinsam mit seinem Team mit großem Einsatz, Umsicht und einem offenen Ohr für die Menschen geprägt und Güssing in vielen Bereichen weiterentwickelt. Er kann sicher auf vieles zurückblicken, das gelungen ist. Dafür gebührt ihm große Anerkennung und ein aufrichtiges Dankeschön“, sagt Robert Antoni, für den nun die Arbeit im Rathaus beginnt.
Viel Zeit bis zur nächsten politischen Bewährungsprobe bleibt ihm nicht. Schon 2027 steht die Gemeinderatswahl an. Dann entscheiden die Güssinger:innen selbst, wer die Stadtgemeinde in den kommenden Jahren führen soll.
Robert Antoni wurde schon im Zuge der Gemeinderatsitzung von Bezirkshauptfrau Nicole Wild angelobt.
© Stadtgemeinde Güssing/Christian