Virtuelle Reisen: VR-Brillen in der Akutgeriatrie Kittsee

Klinik Kittsee

Patientinnen und Patienten der Klinik Kittsee können mit VR-Brillen ferne Orte erkunden, direkt vom Krankenzimmer aus. Das Angebot richtet sich vor allem an Menschen, deren Beweglichkeit eingeschränkt ist.

Von BVZ Redaktion

Ergotherapeutin Cornelia Hiermann, Helga Schulla, kaufmännischer Direktor Dieter Feitek, Elisabeth Egger, Pflegedirektorin Bettina Ziniel und die stellvertretende Stationsleitung AG/R Sandra Wenschitz

Ergotherapeutin Cornelia Hiermann, Helga Schulla, kaufmännischer Direktor Dieter Feitek, Elisabeth Egger, Pflegedirektorin Bettina Ziniel und die stellvertretende Stationsleitung AG/R Sandra Wenschitz

© Gesundheit Burgenland

In der Abteilung für Innere Medizin der Klinik Kittsee kommen seit Kurzem VR-Brillen der Firma VitaBlick zum Einsatz. Sie sollen vor allem Patientinnen und Patienten des Departments für Akutgeriatrie und Remobilisation zwischen ihren Behandlungseinheiten eine Abwechslung bieten. Auch bei belastenden Therapien wie Chemotherapien lenken sie ab.

Elisabeth Egger (74) aus Donnerskirchen reiste virtuell nach Ägypten und sah Orte wieder, die sie schon in ihrer Jugend besucht hatte. „Ich war angenehm überrascht, vor allem, dass man alles so genau sieht – die Pyramiden, Stelen und alle Bauten. Ich liebe auch die Wüste und die Kamele“, schwärmt sie. Helga Schulla (73) aus Zurndorf besuchte den Salzburger Zoo: „Es hat mir wirklich sehr gut gefallen, die ganzen Tiere – Affen, Zebras, Löwen – sie waren so lebensecht. Es war, als wäre man wirklich dort gewesen. Das Tropenhaus war faszinierend. Außerdem war es auch noch sehr informativ.“

Cornelia Hiermann steuert das Tablet für die Patientin.

Cornelia Hiermann steuert das Tablet für die Patientin.

© Gesundheit Burgenland

Mehr als 155 Erlebnisse zur Auswahl

Die 360-Grad-Ausflüge dauern jeweils 10 bis 13 Minuten. Zur Auswahl stehen mehr als 155 Erlebnisse aus den Kategorien Kultur, Entspannung, Natur, Religion und Tiere, das Angebot wird laufend erweitert. Laut Pflegedirektorin Bettina Ziniel lässt sich die Brille einfach bedienen, entweder über die Blickrichtung oder über ein Steuerungstablet, das eine Betreuungsperson von außen steuert.

Als Vorteile nennt die Gesundheit Burgenland Beruhigung und Ablenkung bei unangenehmen Behandlungen wie Infusionen und Spritzen. Die Ablenkung reduziere das Schmerzempfinden und die Angst vor und während der Behandlung, zudem verkürze sich die Behandlungszeit subjektiv.

Elisabeth Egger (li.) und Helga Schulla zeigten sich von den Erlebnisreisen begeistert.

Elisabeth Egger (li.) und Helga Schulla zeigten sich von den Erlebnisreisen begeistert.

© Gesundheit Burgenland

Technik mit Nutzen für Menschen

Florian Schlechtleitner, CEO der Gesundheit Burgenland, sieht darin mehr als eine technische Neuerung: „Für Menschen mit Demenz oder für Menschen, die nicht mehr mobil sind und für die so eine Reise körperlich nicht mehr möglich wäre, holen wir damit ein Stück Welt ins Patientenzimmer. Das ist für mich gelebte Menschlichkeit und genau die Innovation, die ich mir für unsere Kliniken wünsche.“

Der kaufmännische Direktor Dieter Feitek betont: „Mit VitaBlick bringen wir digitale Innovation direkt zu unseren Patientinnen und Patienten.“ Der erste Einsatz in der Akutgeriatrie solle zeigen, wie moderne Technologie gezielt zur Förderung des Wohlbefindens genutzt werden kann.

Nicht nur Patientinnen und Patienten profitieren: Die VR-Brillen stehen auch Mitarbeitenden in ihren Pausen zur Verfügung. Regelmäßige Kurztrips in die virtuelle Welt stärken laut Aussendung die Resilienz und beugen Überlastung vor.