Vor der Wahl wechseln die Bürgermeister

Ein Jahr vor der Gemeinderatswahl 2027 gibt es im Bezirk Güssing zahlreiche personelle Veränderungen. Mehrere langjährige Bürgermeister geben ihre Ämter ab, andere lassen ihre politische Zukunft noch offen. Auch in der Bezirkshauptstadt hat ein neuer Bürgermeister die Arbeit aufgenommen.

Langzeitbürgermeister Wolfgang Sodl (li.) gibt sein Amt im Dezember ab. Nachfolger Peter Gartner wurde mit Vize Florian Ohrenhofer (re.) präsentiert.

Langzeitbürgermeister Wolfgang Sodl (li.) gibt sein Amt im Dezember ab. Nachfolger Peter Gartner wurde mit Vize Florian Ohrenhofer (re.) präsentiert.

© SPÖ Olbendorf

In mehreren Gemeinden des Bezirks werden die Weichen für die Gemeinderatswahl im Herbst 2027 bereits gestellt. In Eberau hat Jürgen Pree das Bürgermeisteramt von Johann Weber übernommen. In Wörterberg folgte Roland Gradwohl auf den langjährigen SPÖ-Ortschef Kurt Wagner. Auch in Heugraben gab es einen Wechsel: Stefan Krammer trat die Nachfolge von Walter Zloklikovits an.

Der nächste Wechsel steht in Olbendorf bevor. SPÖ-Bürgermeister Wolfgang Sodl wird sein Amt im Dezember nach 14 Jahren zurücklegen. Nachfolger soll Gemeindevorstand Peter Gartner werden. In Güttenbach ist ebenfalls eine Ära zu Ende: ÖVP-Bürgermeister Leo Radakovits wird 2027 nicht mehr kandidieren. Wer für seine Partei antreten wird, soll Anfang kommenden Jahres bekannt gegeben werden.

Neuer Stadtchef in Güssing

Auch in der Bezirkshauptstadt ist die Entscheidung bereits gefallen. Nach 14 Jahren als Bürgermeister zog sich Vinzenz Knor zurück. Der Gemeinderat wählte am 8. Oktober BORG-Direktor Robert Antoni zu seinem Nachfolger. Antoni erhielt 14 Stimmen, auf ÖVP-Kandidat Franz Fabian entfielen zehn, ein Stimmzettel blieb ohne Namensnennung. Für Antoni folgt bereits im Herbst 2027 die erste Bürgermeisterdirektwahl.

Spannung in Stinatz

Besonders interessant dürfte die Wahl in Stinatz werden. Dort regiert ÖVP-Bürgermeister Andreas Grandits, obwohl die SPÖ mit elf von 19 Mandaten die Mehrheit im Gemeinderat hält. Bei der Bürgermeisterdirektwahl 2022 setzte sich Grandits mit 51,8 zu 48,2 Prozent nur knapp durch. Die SPÖ hat mit Vizebürgermeisterin Sandra Kirisits ihre Kandidatin für 2027 bereits nominiert.

Offen ist hingegen die politische Zukunft von Bernd Strobl in Ollersdorf. Der ÖVP-Bürgermeister und Landtagsklubobmann hat noch nicht entschieden, ob er wieder kandidiert. Zuletzt sorgte die finanzielle Situation der Gemeinde für politische Auseinandersetzungen. Die SPÖ forderte wegen Verzögerungen bei Gehaltszahlungen an Gemeindebedienstete sogar seinen Rücktritt.

Ein besonderes Jubiläum feiert Michaela Raber in Rauchwart. Die SPÖ-Politikerin steht seit 2011 an der Spitze der Gemeinde und war die erste Bürgermeisterin im Südburgenland. Seit mittlerweile 15 Jahren führt sie die Gemeinde und zählt damit zu den erfahrenen Ortschefs im Bezirk. Auch über Rauchwart hinaus engagiert sich Raber für eine stärkere Vertretung von Frauen in der Kommunalpolitik.

Ein einziges Votum entschied

Wie knapp Bürgermeisterwahlen ausgehen können, zeigte sich 2022 in St. Michael. Dort gewann SPÖ-Kandidat Otto Horvath gegen den bisherigen ÖVP-Bürgermeister Erich Sziderits mit 392 zu 391 Stimmen. Auch in Heiligenbrunn war die Entscheidung eng: ÖVP-Bürgermeister Johann Trinkl erreichte 52,4 Prozent, im Gemeinderat hält die ÖVP sieben der 13 Mandate.

In Kukmirn setzte sich ÖVP-Bürgermeister Werner Kemetter erst in der Stichwahl mit 62,6 Prozent gegen Klaus Kroboth von der Bürgerliste durch.