„Give me the Time of m Life!“ Mit US-Rapper Pitbull steht der letzte Headliner fürs FM4-Frequency-Festival fest, das mit Cro, Annenmaykantereit, Tokio Hotel oder Bibiza schon stark besetzt war. Und noch viele weitere Acts kommen dazu: Dominic Fike, SSIO, Giant Rooks oder Mark Forster sind auch dabei!
Wenn die Liebe Chrysanthemen trägt
Ninas liebes Geflüster
Allerheiligen, Allerseelen - Tage, an denen der Tod mitten unter uns ist - still - zwischen Grablichtern und Chrysanthemen.
Nina Mayer macht sich Gedanken über Leben, Vergänglichkeit und Abschied.
© Nina Mayer
Zu Allerheiligen werden im Burgenland die Friedhöfe zu Orten besonderer Schönheit. Gräber werden geschmückt, Gestecke arrangiert, Blumen liebevoll in die Erde gesetzt, Kerzerl entzündet. Weiße, gelbe und rosafarbene Chrysanthemen leuchten zwischen roten und weißen Lichtern und setzen dem Novembergrau hoffnungsvolle Farbe entgegen. All das erzählt von Verbundenheit, von Dankbarkeit, von Menschen, die für immer einen wichtigen Platz in unseren Herzen haben werden.
Natürlich ist Allerheiligen auch ein Tag der Rituale. Rituale helfen uns dabei, mit dem Unbegreiflichen klarzukommen, mit dem Herz und Kopf manchmal überfordert sind. Wir bringen Blumen zu Menschen, denen wir leider persönlich keine mehr schenken können. Wir sprechen mit ihnen, obwohl niemand antwortet. Oder wir stehen einfach da und erinnern uns, mit einem Lächeln, aber auch Tränen in den Augen.
Wir erinnern uns an eine Stimme, an ein Lachen, an einen Satz, den wir damals vielleicht gar nicht besonders wichtig fanden, der uns heute aber plötzlich so sehr fehlt. Der Tod nimmt einen Menschen aus unserem Alltag, aber niemals aus unserem Leben. Er bleibt in unseren Gedanken, in unseren Geschichten, die wir immer wieder so gerne erzählen, ja sogar in unseren Gewohnheiten.
Liebe verschwindet nicht, weil ein Mensch gehen musste, sie verändert nur ihre Gestalt. Eine Umarmung wird eine Erinnerung, aus einem gemeinsamen Nachmittag ein kostbar gehüteter Schatz. Erinnerungen können Kraft geben, gleichzeitig aber auch unendlich weh tun. Manchmal stehen wir vor einem Grab und denken an das, was ungesagt geblieben ist und daran, dass wir einen Menschen so gern noch einmal anrufen würden. Der Herbst hat ein Talent dafür, solche Gedanken aus ihren Verstecken zu locken.
Umso wichtiger ist es, den Lebenden öfter zu sagen, was sie uns bedeuten. Und zwar nicht irgendwann, sondern heute. Morgen könnte es bereits zu spät sein. Während wir noch gemeinsam durchs Leben gehen dürfen, können wir einander Chrysanthemen - oder vielleicht besser Rosen - schenken, ohne dass es dafür einen Friedhof braucht.
Wenn am 1. und 2. November am Abend die Kerzen auf den Gräbern flackern, bleibt zwischen all dem Abschiednehmen die Gewissheit: Einander geschenkte Liebe ist niemals verloren.