Wie "Der Gitterbettprinz" eine Schlagerprinzessin hervorbrachte

musik

Mit dem Sieg beim Kiddy Contest gelang Lisa Mikolaschek 2013 der Sprung ins Rampenlicht. Heute veröffentlicht die Sängerin aus Wiesfleck eigene Schlagersongs, tritt im Fernsehen auf und arbeitet als Elementarpädagogin. Heuer konnte sie sich mit dem Auftritt bei „Wenn die Musi spielt“ einen Kindheitstraum erfüllen.

Von Nico Pomper

Bei der neuesten Veröffentlichung "Fußballer" singt Lisa über die Herausforderungen einer Beziehung mit einem Fußballer.

Bei der neuesten Veröffentlichung "Fußballer" singt Lisa über die Herausforderungen einer Beziehung mit einem Fußballer.

© Erwin Muik

Wenn Lisa Mikolaschek auf ihre bisherige musikalische Laufbahn zurückblickt, liegen zwischen den ersten Auftritten und ihren jüngsten Fernsehauftritten einige Jahre voller Erfahrungen. 2013 gewann sie mit „Der Gitterbettprinz“ den Kiddy Contest. Damals war sie noch ein Kind, mittlerweile hat sie ihre Ausbildung abgeschlossen, arbeitet in ihrem Heimatort und veröffentlicht eigene Songs. Die Musik ist geblieben – und mit ihr der Wunsch, noch mehr Menschen mit ihren Liedern zu erreichen.

Erste Bühnenerfahrung in Pinkafeld

Der Kiddy Contest war nicht Lisas erster Kontakt mit der Bühne. Schon davor sammelte sie bei der „Musical & Stage Dance Company“ in Pinkafeld Erfahrungen mit Gesang, Tanz und Schauspiel. Der Sieg beim Kiddy Contest öffnete ihr schließlich weitere Türen. Über den Wettbewerb machte sie auf sich aufmerksam, konnte sich ein Netzwerk aufbauen und sammelte bereits mit ca. 13 Jahren die ersten Erfahrungen in Tonstudios. Obwohl sie von manchen Menschen zunächst eher vom Schlager weggebracht werden sollte, blieb sie ihrer bevorzugten Musikrichtung treu. „Ich bin mit Schlager aufgewachsen“, erklärt die Wiesfleckerin. Schon als Kind hat sie Sendungen wie „Wenn die Musi spielt“ im Fernsehen verfolgt. Umso besonderer war es für sie, heuer selbst bei der Veranstaltung auf der Bühne zu stehen.

Ein Traum geht in Erfüllung

Im Juni dieses Jahres trat Lisa Mikolaschek bei „Wenn die Musi spielt“ in Bad Kleinkirchheim auf. Mit ihrem eigenen Lied „Obstbauernbua“ durfte sie dort vor einem großen Publikum singen. Ein weiterer Höhepunkt war ein Auftritt beim Oktoberfest-Special des „ZDF-Fernsehgartens“, bei dem sie ihren Song „Holzhacken“ präsentierte. Für die Sängerin sind solche Momente eine wichtige Bestätigung dafür, dass sich die Arbeit lohnt. Denn neben den Erfolgen gibt es auch Phasen, in denen die Motivation nachlässt. Aufwendig produzierte Musikvideos, die nicht die erhoffte Aufmerksamkeit erreichen, oder Projekte, die sich anders entwickeln als geplant, können ernüchternd sein. Umso wichtiger ist für Lisa die Unterstützung ihrer Familie, die sie über die Jahre begleitet hat. Gerade in schwierigen Phasen ist für sie dieser Rückhalt entscheidend gewesen. „Die Unterstützung, die ich bezüglich meiner Musikkarriere von meiner Familie erhalten habe, werde ich wahrscheinlich niemals zurückgeben können“, betont sie dankbar. Trotz aller Herausforderungen gibt es für sie einen Moment, in dem die Zweifel in den Hintergrund treten: „Wenn ich dann auf der Bühne stehe, dann würde ich am liebsten gar nicht mehr runtergehen.“

Sesselkreis am Vormittag, Tonstudio am Nachmittag

Mittlerweile hat Lisa Mikolaschek auch beruflich ihren Weg gefunden. Nach ihrer Schulzeit am Wimmer Gymnasium, wo sie unter anderem im Vokalensemble sang und Klavier lernte, absolvierte sie in Wien ein Kolleg für Elementarpädagogik. Auch das Unterrichten von Kindern im Tanzen und Singen hatte sie schon während ihrer Schulzeit kennengelernt. Dabei entdeckte sie ihre Freude an der Arbeit mit Kindern. Heute arbeitet sie im Kindergarten in Wiesfleck. Die Rückkehr in ihre Heimat hat für sie auch musikalische Vorteile. In Wien ist es für sie schwieriger gewesen, Beruf und Musik miteinander zu vereinbaren. Nun kann sie sich nach der Arbeit am Nachmittag besser ihren Liedern und Projekten widmen. Natürlich spielen im Kindergarten Musikinstrumente auch eine Rolle. Bei ihren Bühnenauftritten steht allerdings der Gesang im Mittelpunkt. Sie singt mit Halb-Playback und kann sich somit auf der Bühne voll und ganz auf den Gesang konzentrieren.

Ein Schlager über den eigenen Freund

Dass Lisa Mikolaschek auch ihren Alltag musikalisch verarbeitet, zeigt ihre jüngste Single „Fußballer“. Darin nimmt sie ihren Freund mit einem Augenzwinkern aufs Korn. Er spielt selbst Fußball – und offenbar bietet das genug Stoff für humorvolle Texte. Die Idee zum Song entstand im Tonstudio, als die Sängerin mit ihrem Produzenten Lukas Lache über das Thema diskutierte. Dabei ging es unter anderem um die Zeit nach dem Match: Während sie wartet, gönnt er sich mit seinen Mannschaftskollegen noch ein paar Bier, bevor es nach Hause geht. Aus dieser Situation entwickelte sich ein Schlager über die kleinen Herausforderungen einer Beziehung mit einem Fußballer. Ihr Freund nimmt die musikalischen Seitenhiebe mit Humor.

Der Vergleich mit Schlagerikone Melissa Naschenweng

Aufgrund ihrer musikalischen Richtung, ihrer blonden Haare und ihres Auftretens wird Lisa häufig mit Melissa Naschenweng verglichen. Anfangs hat sie dieser Vergleich durchaus gestört. Schließlich wolle sie als eigenständige Künstlerin wahrgenommen werden und nicht als Kopie einer bereits erfolgreichen Sängerin. Mittlerweile kann sie dem Vergleich auch etwas Positives abgewinnen. Melissa Naschenweng hat schließlich viel erreicht. Gleichzeitig sieht Lisa darin ein grundsätzliches Problem der Musikbranche: Gerade Sängerinnen werden oft miteinander verglichen und auf Äußerlichkeiten reduziert. Bei Männern ist das ihrer Einschätzung nach weniger ausgeprägt. Während Sängerinnen schnell in eine gemeinsame Schublade gesteckt würden, werden männliche Künstler eher als eigenständige Persönlichkeiten wahrgenommen. Lisa möchte daher ihren eigenen Weg gehen – mit ihrer Musik, ihrem Dialekt und ihrer Verbindung zur Heimat. Ihr nächstes größeres Ziel ist ein namhaftes Oktoberfest – beim Hartberger Oktoberfest konnte man jedenfalls an einer Umfrage bereits feststellen, dass die Nachfrage nach einem Auftritt von „lisa_miko“ groß ist.

Beim "Kiddy Contest" machte Lisa Mikolaschek 2013 erstmals richtig auf sich aufmerksam.

Beim "Kiddy Contest" machte Lisa Mikolaschek 2013 erstmals richtig auf sich aufmerksam.

© Sony Music/Hans Leitner