Mit 89 Jahren denkt Franz Grandits aus Stinatz noch lange nicht ans Aufhören. Sein Verein „Hilfe direkt“ hat in Burkina Faso bereits die 54. Schule fertiggestellt und bereitet weitere Projekte vor.
Zwei Ämter und viel Verantwortung
Drei Wochen im Amt
Seit 8. Oktober ist Robert Antoni Bürgermeister von Güssing. Drei Wochen nach seiner Bestellung erzählt der BORG-Direktor, wie er seine beiden Funktionen unter einen Hut bringen will und was sich privat verändert hat.
An der Spitze der SPÖ Güssing: 2. Vizebürgermeister Christian Garger, Bürgermeister Robert Antoni, Stadträtin Edith Weber und Stadtrat Alfred Brenner.
© Fredi Brenner
Der Wecker läutet nicht anders als früher. Und doch hat sich für Robert Antoni einiges verändert. Die Bestellung zum Bürgermeister von Güssing kam für viele überraschend. Drei Wochen später ist der neue Stadtchef dabei, sich in seiner zusätzlichen Funktion zurechtzufinden. „Der Alltag beginnt natürlich auch als Bürgermeister ganz normal“, sagt Robert Antoni. Ein Gedanke ist am ersten Morgen nach der Wahl aber doch besonders gewesen: „Jetzt darf ich für unsere Stadt und die Menschen, die hier leben, Verantwortung übernehmen.“ Neben Freude und Dankbarkeit verspüre er auch Respekt vor der Aufgabe. Das entgegengebrachte Vertrauen ist für ihn ein großer Ansporn.
Direktor bleibt er weiterhin
Der gebürtige Güssinger hat sich entschieden, seine Funktion als Direktor des BORG Güssing beizubehalten. Damit steht er vor der Herausforderung, zwei verantwortungsvolle Aufgaben miteinander zu vereinbaren. „Beide Aufgaben verdienen vollen Einsatz. Dafür braucht es eine klare Zeitplanung, verlässliche Zuständigkeiten und gute Zusammenarbeit“, sagt er. Seine Erfahrung als Schuldirektor kommt ihm zugute. "Dort habe ich gelernt, wie wichtig ein starkes Team ist. Dasselbe gilt für die Gemeinde", so Antoni, für den Erreichbarkeit ein ganz wesentlicher Faktor ist. "Die Menschen sollen sowohl in der Schule als auch im Rathaus wissen, wann und wie sie mich erreichen können". Dass der Tag deshalb nicht länger wird, ist ihm bewusst. Auch seine Freizeit muss er sich nun genauer einteilen. „Auch Entscheidungen, die auf den ersten Blick klein wirken, können für einzelne Menschen viel bedeuten.Deshalb will ich zuhören, Fakten prüfen und unterschiedliche Sichtweisen berücksichtigen. Ebenso wichtig ist es, Entscheidungen verständlich zu erklären und anschließend dafür einzustehen", sagt Güssinges Stadtchef.
Familie bleibt der Rückhalt
Die zusätzliche Verantwortung betrifft nicht nur ihn selbst, sondern auch die Menschen zu Hause. Offene Gespräche und gegenseitiges Verständnis ist deshalb notwendig. „Meine Familie bleibt mein persönlicher Rückhalt", betont Robert Antoni. „Ich freue mich, wenn Menschen auf mich zukommen – mit einem Anliegen, einer Idee oder auch mit Kritik. Gerade kurze Gespräche können zeigen, was die Bevölkerung beschäftigt". "Nicht jedes Problem lässt sich sofort lösen", räumt er ein.
Ernst genommen werden muss jedes Anliegen.
Was bis Herbst 2027 geschehen soll
Im Herbst 2027 entscheidet das Volk, wer Güssing führen soll. Viel Zeit bleibt bis dahin nicht. Robert Antoni setzt für die kommenden Monate vor allem auf Verbesserungen im täglichen Kontakt zwischen Stadtverwaltung und Bevölkerung. Dazu zählt er eine gut erreichbare Gemeindeverwaltung, klare Rückmeldungen auf Bürgeranliegen und nachvollziehbare Informationen über laufende Vorhaben." Bei den Projekten der Stadt werde ich gemeinsam mit dem Gemeinderat Prioritäten festlegen. Entscheidend sind dabei drei Fragen: Was ist dringend? Was kann sich die Stadt leisten? Und was lässt sich bis 2027 tatsächlich umsetzen?", sagt Antoni.
Konkrete Projekte oder Fertigstellungstermine nennt er noch nicht und legt den Schwerpunkt zunächst auf die Arbeitsweise im Rathaus und darauf, Entscheidungen für die Bevölkerung transparenter zu machen.„Mir ist wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger sehen, was weitergeht“, betont der Bürgermeister. "Dazu gehört auch, offen zu erklären, wenn Vorhaben länger dauern als geplant".