Am Sonntag, 18. Oktober 2026, fand in Sieggraben ein spannender Infonachmittag für Kinder und Jugendliche statt.
Der „Wächter des Feuers“ verabschiedet sich in die Pension
Adi Binder
Der Mattersburger Adi Binder war lange Jahre Bezirksfeuerwehrkommandant. Auch in seinem Job stand das Verhüten von Bränden im Mittelpunkt: Seit 2007 ist der Kontrollinspektor beim Justizministerium Bundesbrandschutzbeauftragter. Am 30. Juni tritt er den wohlverdienten Ruhestand an. Bezirksfeuerwehrkommandant.
Blick zurück: Adi Binder am Arbeitsplatz im Jahre 2011.
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MATTERSBURG Die Affinität zur Feuerwehr stammt aus dem familiären Umfeld von Adi Binder. „Mein Vater hatte bereits eine Führungsfunktion bei der Feuerwehr“, so Binder. Der örtlichen Feuerwehr trat Binder im Alter von 16 Jahren bei – damals in Kalkgruben, wo er aufgewachsen ist. Mit dem Umzug nach Marz trat er auch der Marzer Wehr bei. Und als er sich 1988 gemeinsam mit seiner Gattin in Mattersburg niederließ, lag es auf der Hand, dass er sich der Mattersburger Feuerwehr anschloss. Auf Bezirksebene bekleidete er viele Jahre leitende Funktionen und prägte die Feuerwehr in der Region: Von 2004 bis 2022 übte er die Funktion des Bezirksfeuerwehrkommandanten aus. Dieses Amt blieb jedoch bei der Familie Binder: Der Nachfolger von Adi Binder senior ist Adi Binder junior.
Adi Binder senior absolvierte zunächst im Kalkgrubener Restaurant Horvath eine Koch-/Kellner-Lehre, war fünf Jahre bei der Donauversicherung tätig, ehe er sich bei der Justizwache bewarb. Der positiven Antwort folgte rasch die Justizwachschule, war zunächst in Wien bei der Abteilung für Untersuchungsgefangene, dann in der Wirtschaftsverwaltung tätig. Ab 1994 war sein Diensort Eisenstadt, 1999 schloss er den Dienstführer-Fachkurs ab.
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„2003 musste ich für den Nachtdienstkommandanten einspringen. Es ist unerwartet eine Inspizierung durchgeführt worden. Ich musste auch das Brandschutzbuch vorlegen und es wurde mir ein Angebot unterbreitet: Es sollte eine Gruppe für das Erstellen eines Brandschutzbuches für Justizanstalten zusammengestellt werden – ob ich nicht Interesse hätte, dort mitzuwirken“, erzählt Binder. Damals schon Abschnittskommandant bei der Mattersburger Bezirksfeuerwehr, lag es auf der Hand, dass er zusagte.
„Es hat rund zwei Jahre gedauert, dieses Brandschutzbuch umzusetzen, 2005 wurde es ,herausgegeben’ und ein Erlass publiziert, dass dieses Handbuch von Anstaltsleitern umgesetzt werden muss. „Dieses Handbuch gibt es noch immer, 2019 haben wir es adaptiert“, so Binder.
Im Jahre 2007 dann der nächste Karrieresprung: Er wurde zum Bundesbeauftragten für Brandschutz ernannt.
Binder ist somit Brandschutzbeauftragter für alle 29 österreichischen Justizanstalten und 15 Außenstellen, elf Betriebsfeuerwehren und 18 Brandschutzgruppen Er sorgt somit auch für die Sicherheit von über 800 Justizwachebeamte.

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In die Amtszeit von Binder fallen die Gründungen der Betriebsfeuerwehren in Korneuburg, Graz Karlau, Graz Jakomini, Klagenfurt sowie Hirtenberg, womit insgesamt zehn Betriebsfeuerwehren und 18 Brandschutzgruppen in den österreichischen Justizanstalten vertreten sind.
Auf Initiative von Binder wurde im Mai 2011 die TRVB 160 „Justizanstalten – Baulicher und Technischer Brandschutz“ präsentiert. Bei der TRVB 160 sind einheitliche Mindestanforderungen hinsichtlich des Brandschutzes in Justizanstalten festgelegt.
Eine besondere Beziehung gibt es zu deutschen Nachbarn, den Strafvollzugsbediensteten von Bayern. „Einmal im Jahr halte ich in der Justizwachschule Straubing einen Vortrag. Es gibt mit unseren bayerischen Kollegen einen steten Austausch im Bereich des Brandschutzes, beide Seiten haben immer wieder voneinander profitieren können“, so Binder.
Nun sind es nur mehr wenige Tage bis zum offiziellen Pensionsantritt, in der Praxis ist er bereits im Ruhestand – er baut mittlerweile seinen Resturlaub ab. „Bereits im Alter von 62, also vor drei Jahren, hätte ich in Pension gehen können. Da ich immer sehr gerne arbeiten gegangen bin, habe ich mich entschlossen, bis 65 zu bleiben“, so Binder.
Seine Job beschreibt er als „sehr interessant und abwechslungsreich. Ich bin viel in den österreichischen Bundesländern herumgekommen“.
Mit der freien Zeit hat er nun „mehr Zeit für mein Enkelkind Felix und ich kann mich nun verstärkt meinem Lieblingshobby, dem Jagen widmen.“ Der Feuerwehr gehört er noch immer an. „Ich bin Gruppenkommandant für die Senioren. Wenn ich gebraucht werde, helfe ich natürlich noch immer gerne mit“, so Binder abschließend.