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Koch soll sechs Kilo Cannabis verkauft haben: Prozess vertagt
Bezirk Oberpullendorf
Zwischen den Angaben des Belastungszeugen und jenen des Angeklagten klaffen Welten. Prozess gegen Dealer wurde zwecks weiterer Zeugeneinvernahmen vertagt.
Der 33-Jährige behauptete vor Gericht, er habe niemals Cannabis verkauft, dann gab er 25 Gramm zu.
© BVZ/Kirchmeir
Ein Drogenkonsument hatte bei der Polizei „ausgepackt“ und einen Dealer massiv beschuldigt: Sechs Kilo Cannabis soll ihm der im Bezirk Oberpullendorf lebende 33-jährige Koch verkauft haben.
Der 33-Jährige, der bereits vor rund zwei Jahren wegen Drogenhandels verurteilt worden war, wurde verhaftet - ausgerechnet an seinem Geburtstag - und stand am Montag, 14. April 2025 vor Gericht.
Einem einzigen Abnehmer soll er zwischen 2019 und 2023 sechs Kilo Cannabis und im Vorjahr 70 Gramm Kokain verkauft haben, so klagte es die Staatsanwaltschaft an.
„Der Vorwurf hinsichtlich der Riesenmenge Cannabis ist falsch“, sagte der Verteidiger. Man müsse davon ausgehen, dass der Belastungzeuge bei seiner Einvernahme vor der Polizei unter Suchtgift gestanden sei.
Außerdem sei sein Mandant im Jahr 2019 noch nicht einmal in Österreich gewesen.
Der Angeklagte gab zu, dem Abnehmer in drei Übergaben insgesamt 25 bis 27 Gramm Kokain verkauft zu haben.
„Die 6000 Gramm Cannabis stimmen nicht“
„Die 6000 Gramm Cannabis stimmen nicht“, sagte der Angeklagte. Er habe dem Abnehmer, den er 2022 kennengelernt habe, „meines Wissens kein Gras gegeben“. Gleich danach fügte er hinzu: „Vielleicht habe ich ihm 25 Gramm gegeben.“
Der Belastungszeuge ruderte vor Gericht zurück. Er sei „unter Druck“ gesetzt worden und habe deshalb von sechs Kilo Cannabis gesprochen. „Es waren maximal 500 bis 600 Gramm und das war auch nicht alles von ihm“, sagte der Zeuge und meinte den Angeklagten.
300 bis 400 Gramm Cannabis habe er aber „ganz sicher“ vom Angeklagten bezogen. Und dreimal 15 Gramm Kokain.
Der Prozess wurde vertagt. Weitere Zeugen sollen befragt werden.