Wir woll'n ein Haus bauen: Option Fertighaus

Bauen und Wohnen

Der Wunsch nach dem eigenen Haus ist in Österreich nach wie vor stark ausgeprägt. Die Verunsicherung der letzten Zeit ist jedenfalls wieder verstärktem Interesse am eigenen Haus gewichen. Kann das Wohnbaupaket die Lust am Bauen weiter befeuern? Locken die Fertighausunternehmen jetzt zusätzlich mit besonders günstigen Angeboten? Wir haben uns in der Branche umgehört.

Von Von NÖN Redaktion

ELK wartet mit günstigen Gesamtpaketen auf und bietet bei Bedarf auch maßgeschneiderte Speziallösungen mit seinen Finanzierungspartnern an.

ELK wartet mit günstigen Gesamtpaketen auf und bietet bei Bedarf auch maßgeschneiderte Speziallösungen mit seinen Finanzierungspartnern an.

© ELK

Träumen darf man ja wohl noch! Für viele Österreicher war das eigene Haus zuletzt zwar in weite Ferne gerückt, ganz aus den Augen verloren haben sie den Traum aber offenbar nicht. Christian Murhammer, Geschäftsführer des Österreichischen Fertighausverbandes, hat schon im Jänner bei der Baumesse in Tulln so etwas wie eine neue Aufbruchstimmung wahrgenommen.

„Das Interesse war bei der Messe enorm. Viele Aussteller haben sogar gesagt, dass das Informationsbedürfnis der Besucher größer denn je war, auch wenn die Abschlüsse noch hinten nachgehinkt sind.“

Ein positives Signal, wie man es auch andernorts bereits registriert hat. „Die grundsätzliche Nachfrage nach zusätzlichem Wohnraum bleibt bestehen, der Wunsch nach einem Eigenheim ist weiterhin stark ausgeprägt“, stellt etwa Thomas Scheriau von Marktführer ELK fest.

Interessenten geben sich abwartend

Und auch bei VARIO-HAUS in Wiener Neustadt bleibt das Kundeninteresse auf hohem Niveau. Geschäftsführer Daniel Gruber: „Das Interesse am Hausbau ist ungebrochen, das spüren wir tagtäglich in unseren Beratungsgesprächen. Allerdings wird die Entscheidung dann doch immer öfter verschoben und lieber abgewartet.“ Das Wohnbaupaket der Bundesregierung kommt da gerade recht.

„Positive Impulse unterstützen mit Sicherheit die Entscheidung der Bauherren für den Hausbau“, sagt Gruber. „Das trifft im Übrigen nicht nur auf private Baufamilien zu, sondern auch auf gewerblich oder genossenschaftlich organisierte Bauträger.“

Gruber geht davon aus, dass das Abwarten in vielen Fällen ein Ende haben wird, sobald die genauen Bedingungen und die zeitliche Verfügbarkeit der Fördermittel klar sind. „Dann können die Baufamilien konkrete Maßnahmen setzen und zum Beispiel das Grundstück kaufen.“

Was wohl trotz Wohnbaupaket & Co. bleiben wird: Die Baufamilien werden vorsichtiger bleiben und ganz genau aufs Geld schauen. „Letztendlich entscheidet dann doch, ob sich ganz konkret Einsparungen oder geringere Kosten für den Einzelnen ergeben“, ist Volker Höllinger, Geschäftsführer von Magnum Vollholzdesign, überzeugt.

Viele Fertighausproduzenten hoffen daher, das durch das Wohnbaupaket neu entflammte Interesse mit dem Verweis auf spezielle Angebote, die es in den meisten Fällen schon länger gibt, in Richtung einer endgültigen Entscheidung für den Hausbau lenken zu können.

Obwohl das Schnüren solcher Pakete nicht leicht ist, wie Volker Höllinger betont. „Wir haben ja schon in den letzten Monaten versucht, sämtliche Kostenstellen zu überprüfen, um die Preissteigerungen abzumindern. Es ist aber auch dieses Jahr aufgrund der Lohnsteigerung wieder zu Preiserhöhungen seitens der Lieferanten und Zulieferfirmen gekommen. Dennoch haben wir ein großzügiges Sonderpaket mit einem Küchengutschein und einer Photovoltaik-Anlage geschnürt, das wir den Kunden als Bonus anbieten können.“

Auch HARTL HAUS hat spezielle Angebote für die Baufamilien kreiert, um aktiv die Förderung von Eigentum unterstützen zu können, wie Geschäftsführer Yves Suter betont. „Als einziger Hersteller mit einer eigenen Möbel- und Bautischlerei können wir unseren Kunden einen Mehrwert durch Aktionen wie die Schöner-Kochen-Wochen anbieten, bei denen sie eine Küche im Wert von bis zu 24.000 Euro aus unserer Tischlerei gratis erhalten.“

Wir woll'n ein Haus bauen: Option Fertighaus

© HARTL HAUS, Fotograf und Fee

Neben solchen Aktionen versucht HARTL auch mit speziellen Hausmodellen auf den Spardruck, dem die Kunden in der Regel ausgesetzt sind, zu reagieren. „Unsere Smart-Edition wurde speziell für preisbewusstes Bauen entwickelt und bietet ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis“, sagt Suter.

Eine unmittelbare Reaktion auf das Wohnbaupaket sind die Aktionen von HARTL aber nicht. Auch ELK verweist auf bereits zuvor geschnürte Angebote. „Wir unterstützen unsere Kunden durch Aktionen sowie preisbewusste und optimierte Hausmodelle etwa aus der All in One-Edition“, sagt Thomas Scheriau.

„Wir bieten Gesamtpakete an, die von keinem anderen Fertighausunternehmen angeboten werden können. Das sind die Vorteile eines Marktführers – und wir sind auch in der Lage, maßgeschneiderte Speziallösungen mit unseren Finanzierungspartnern anzubieten.“

Zusätzliche Angebote als Reaktion auf das Wohnbaupaket wird es auch bei VARIO-HAUS nicht geben. „Baufamilien finden auf dem Markt bereits jetzt besonders attraktive Konditionen und Angebote vor, auch wenn es ihnen oftmals – und auch nachvollziehbarerweise – nicht so erscheint. Aber die Hersteller kaufen ihre Materialien ja weiterhin in vielen Bereichen teuer ein, können die Kosten aber nicht in vollem Umfang weitergeben, zudem wäre eine entsprechende Auslastung von Produktionskapazitäten erforderlich – so gesehen ergeben sich für die Baufamilien ohnehin bereits niedrige Preise.“

Wichtiger als so manches Aktionsangebot sei es für Baufamilien aber ohnehin, so Gruber, darauf zu achten, dass man ein Langzeitprojekt wie den Hausbau mit einem finanziell stabilen, soliden Unternehmen umsetzt, bei dem eine Insolvenz kein Thema ist.