Winzer soll Polizist auf Facebook verleumdet haben

Angeklagt

Nach einem Polizeieinsatz postete ein burgenländischer Winzer ein Foto auf Facebook und behauptete, er sei misshandelt worden.

Von Elisabeth Kirchmeir

Der Winzer muss sich wegen des Vorwurfs der Verleumdung vor Gericht verantworten.

Der Winzer muss sich wegen des Vorwurfs der Verleumdung vor Gericht verantworten.

© BVZ/Kirchmeir

Das Foto, das der Winzer online gestellt hatte, zeigte einen Oberschenkel mit Hämatomen. Am Tag vor dem Posting hatte es am Anwesen des Winzers einen Polizeieinsatz gegeben. Das war Anfang Juni 2026. Einer der amtshandelnden Polizisten wurde in dem Posting bezichtigt, den Winzer misshandelt zu haben.

Der Winzer wurde wegen Verleumdung angeklagt. Der betroffene Polizist war von einer Person auf das Facebook-Posting aufmerksam gemacht worden. Er wandte sich am 5. Juni 2026 an einen Beamten in der Landespolizeidirektion, der an diesem Tag Journaldienst hatte.

„Ich habe die Meldung an das Bundesamt für Korruptionsbekämpfung weitergeleitet“, berichtete dieser Beamte am Montag, 21. September 2026, am Landesgericht Eisenstadt.

Befragt wurde auch der Sohn des Winzers. Er berichtete, dass sein Vater das Posting am „4. Juni, kurz vor 4“ veröffentlicht habe.

„Er kam zu mir und sagte, er habe einen Blödsinn gemacht und wisse nicht, wie er es löscht“, so der Sohn in seiner Zeugenaussage. Er habe dann für den Vater das Posting gelöscht. Das sei nur zehn bis fünfzehn Minuten nach der Veröffentlichung des Postings gewesen.

Sein Vater sei an diesem Tag stark alkoholisiert gewesen. „Warum er das Posting machte, darüber wurde nicht geredet“, sagte der Sohn vor Gericht. „Ich war der Meinung, dass er mir in dem Zustand keine vernünftige Antwort geben kann.“

Jener Polizist, der mutmaßlich mit der Veröffentlichung auf Facebook einer Misshandlung beschuldigt worden war, sollte ebenfalls vor Gericht einvernommen werden. Er blieb dem Termin aber unentschuldigt fern. Auf telefonische Nachfrage der Richterin gab er an, er habe die Ladung nicht erhalten.

Der Prozess wurde auf Anfang Oktober vertagt.